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Burgdorf
Dienstag, 02.11.2021 - 12:18 Uhr

Schauspiel "Medea" am 26. November 2021 im Theater am Berliner Ring:

Ein zeitloser Klassiker von drastischer Intensität

Aufn.:

BURGDORF

Der VVV und die Stadt Burgdorf setzen die neue Spielzeit im Theater am Berliner Ring am Freitag, 26. November, um 20 Uhr mit dem Schauspielklassiker "Medea" von Pierre Corneille fort.

 

In der Inszenierung von Asli Kislal spielen Linda Riebau, Marisa Wojtkowiak, Jonas Kling, Jeremias Beckford, Martin Schwartengräber, Nina Carolin und Simone Mende die Hauptrollen. Eintrittskarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2 in Burgdorf, Telefon 05136/1862, und unter Opens external link in new windowwww.vvvburgdorf.de. Für die Zuschauer gelten die 2G-Regeln.

Ein Rachefeldzug gegen die eigene Familie

Zur Handlung: Medea ist die Tochter des Königs Aietes von Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Eine Gruppe heldenhafter Männer, die Argonauten, macht sich mit ihrem Anführer Jason auf den Weg dorthin. Sie sind beauftragt, das von Aietes gehütete Goldene Vlies zu rauben. Als Jason vor Aietes steht und die Herausgabe des Vlieses fordert, erblickt ihn dessen Tochter Medea und verliebt sich schlagartig in ihn. Fortan stellt sie ihre magischen Fähigkeiten in Jasons Dienst. Aus Liebe verhilft sie ihm zu dem Vlies und flieht mit den Argonauten. Jason und Medea heiraten und bekommen zwei Söhne. Auf ihrer Flucht rettet Medea mehrfach Jason das Leben, auch weil sie vor Verbrechen und dem Mord an ihrem eigenen Bruder nicht zurückschreckt. Nach jahrelanger Irrfahrt erhalten beide Asyl in Korinth, dem Königreich Kreons. Obwohl Medea alles für ihren Mann aufgegeben hat – ihre Familie, ihre Heimat und ihren königlichen Status - verstößt Jason Medea, um Kreusa, die Königstochter, zu heiraten und seinen Söhnen eine bessere Zukunft zu sichern. Medea droht die Verbannung. Tief verletzt und gedemütigt ersinnt sie einen Rachefeldzug mit tödlichen Folgen für Jason, ihre beiden Kinder und ihre Rivalin Kreusa.

Einblicke in die Untiefen der menschlichen Seele 

1635 veröffentlichte der französische Dramatiker Pierre Corneille (1606-1684), der neben Jean Racine zu den bedeutendsten Barockdramatikern seines Heimatlandes gehört und nahezu 20 Tragödien schuf, seine Bühnenversion des Medea-Mythos. Er hielt sich dabei eng an die antike Vorlage des Euripides, deren Aufführung 431 v. Chr. in Athen stattfand. Wie im antiken Theater üblich spielt sich auch in Corneilles Fünfakter alles an einem einzigen Tag ab, dem Tag des Kindermords. Corneille äußerte zu seinem Stück, er habe darin den "Triumph des Lasters" auf die Bühne gebracht, da Medea am Schluss wie bei Euripides ungestraft entweicht. Seine Medea ist eine äußerst finstere Gestalt, deren maßlose Leidenschaftlichkeit keine Grenzen kennt und zur radikalen Entschlossenheit führt, das Leben der Menschen auszulöschen, die ihr einmal nahe standen. Die deutschsprachige Erstaufführung, übersetzt von Edwin Maria Landau, gleicht einer Erkundung aller Untiefen der menschlichen Seele und ist unter den zahlreichen Medea-Bearbeitungen ein zeitloser Klassiker von drastischer Intensität.