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Montag, 10.08.2020 - 19:24 Uhr

Landtagsabgeordnete Hanisch hat Direktvermarkter in der Region besucht

Hofläden, Milchtankstellen und Regiomaten

Christian und Angela Feldmann zusammen mit der SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch (rechts).Aufn.:

BURGDORF/LEHRTE/UETZE

Die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch hat sich jüngst bei Landwirten darüber informiert, wie sie wirtschaften und wo der Schuh drückt. Im Fokus standen dabei Betriebe, die ihre Produkte direkt an den Kunden vermarkten. Die Landwirte haben der Politikerin auch ihre Wünsche mit auf den Weg gegeben.

 

Familie Feldmann betreibt einen Hofladen in Hänigsen und wünscht sich, dass auch nach der Corona-Pandemie regionale Produkte weiter wertgeschätzt werden. Gerade in der Coronazeit erfreuten sich die lokalen Direktvermarktungs-Angebote großer Beliebtheit und erwiesen sich als wichtig. "Corona hat die Systemrelevanz der Landwirtschaft wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt", sagt Eckhart Pribbernow, der seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Arpke gemeinsam mit seinem Sohn Hannes führt.

 

Trotzdem "für die heimischen Landwirte ist es schwer, preislich mit der Konkurrenz aus dem Ausland mitzuhalten, da dort andere Rahmenbedingungen gelten und zudem die großen Supermarktketten die Preise bestimmen. Bei der Direktvermarktung ist das anders. Wenn LandwirtInnen für ihre Produkte mehr Geld bekommen würden, könnten Sie auch mehr für Tierwohl und Umwelt investieren. So aber führen neue Anforderungen immer auch zu einem weiteren Sterben kleiner und mittlerer Betriebe - allein zwischen 1999 und 2016 haben 42 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen ihre Tore für immer geschlossen. Die Menschen an der Ladenkasse können aber nur selten entscheiden, wie viel Geld bei den Erzeugenden landet. Deswegen ist es so wichtig ein verbindliches Tierwohllabel über alle Nutztierarten einzuführen, dass dann ebenso für den Bereich verarbeiteter Produkte, zum Beispiel Nudeln, beim Bäcker oder im Restaurant, verpflichtend wird. Damit die KonsumentInnen Macht darüber haben zu entscheiden, aus welcher Art der Tierhaltung ihr Essen stammt."

 

Insgesamt hat Hanisch zwölf Betriebe besucht und damit nicht alle, die in ihrem Wahlkreis Milch, Gemüse, Obst und Fleisch direkt an die Kunden verkaufen. "Wenn man mit offenen Augen durch unsere Orte fährt, sieht man noch viel mehr. Dabei schafft die Nähe zum Konsumenten zugleich Transparenz. Die Menschen kommen ins Gespräch, können Fragen stellen und sich oft auch anschauen wie die Tiere gehalten werden. Während des Lockdowns hat man das fehlende Freizeit-Angebot auf vielen Höfen gespürt. Eltern haben zusammen mit ihren Kindern die Milch von der Milch-Tankstelle geholt und dann die Kühe und Kälbchen auf den Höfen bestaunt", so die Landtagsabgeorndete.

 

Viele der Landwirte wünschen sich, dass die Menschen wieder über ihr Essen Bescheid wissen, erfuhr sie. Wann welches Gemüse wächst, was man wie lagert und wie landwirtschaftliche Produktion heute aussieht. "Das wissen die Menschen häufig nicht mehr und in den Familien fehlt oft die Zeit, zusammen zu kochen", erklärt sie.

 

In Hanischs Gesprächen mit den Landwirten vor Ort komme immer wieder zum Ausdruck, wie gern diese ihren Job machen. "Es ist zu spüren, dass die Menschen auf den Traktoren und in den Ställen ihre Arbeit lieben. Sie stecken viel Zeit und Kraft in ihre Arbeit - und während der Saison auch schon mal rund um die Uhr und immer unter dem Druck des Marktes", betont die Landtagsabgeordnete.

 

"Wenn wir unsere heimische Landwirtschaft unterstützen wollen, dann ist das eine politische Frage, aber eben auch eine Frage des Konsums. Wir gehören zu den Schlusslichtern bei den Lebensmittelpreisen in der EU. Und wenn man billiges Fleisch oder Gemüse aus dem Ausland kauft, ist klar, dass unsere LandwirtInnen davon nicht profitieren", so Hanisch abschließend.

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