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Burgdorf
Sonntag, 10.11.2019 - 13:05 Uhr

Nach Gedenkweg folgt eine Andacht auf dem jüdischen Friedhof

Armin Pollehn: "Auf alle einwirken, die auf dem falschen Weg sind."

Der Burgdorfer Gedenkweg 2019 nahm vor dem Historischen Rathaus mit Armin Pollehn und Judith Rohde seinen Anfang und endete mit einer Andacht auf dem Jüdischen Friedhof.Aufn.: Georg Bosse

BURGDORF

Novemberrevolution, Hitler-Putsch, Reichspogromnacht und Mauerfall - gerade wegen seiner Widersprüchlichkeit spielt der 9. November in der deutschen Geschichte als so genannter Schicksalstag eine zentrale Rolle. Deshalb hat kein anderes Datum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts die Emotionen derart geschürt und kontroverse Diskussionen hervorgerufen wie der 9. November.

 

Der 1988 von Gertrud Mrowka (†) und Rudolf Bembenneck (†) gegründete Burgdorfer Arbeitskreis "Gedenkweg 9. November" erinnerte am gestrigen Sonnabendabend vor dem historischen Rathaus an der Marktstraße zum wiederholten Mal an die Ereignisse der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Der 9. November 1938 gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In der "Reichspogromnacht" brannten jüdische Geschäfte und Synagogen. Das Pogrom steht für den Antisemitismus in Deutschland sowie für den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas - die Shoa. Der hebräische Begriff "Shoa" kann mit "große Katastrophe", "Untergang" oder "Zerstörung" übersetzt werden.

 

Mit dem Arbeitskreis (AK) "Gedenkweg 9. November" wird in Burgdorf notwendige Erinnerungsarbeit geleistet. AK-Sprecherin Dr. Judith Rohde, die in diesem Jahr für ihr Engagement beim christlich-jüdischen Dialog mit dem Blickwinkelpreis ausgezeichnet wurde, kündigte an: "Unser neuer Bürgermeister Armin Pollehn steht dankenswerterweise in der langen Reihe von Unterstützern unserer 30-jährigen kulturellen Erinnerungsarbeit in Burgdorf."

 

"Ausgrenzungen und Erniedrigungen, Hass und Gewalt haben ab den 1930er Jahren unseren jüdischen Mitbürgern unsägliches Leid zugefügt. Der heute wieder aufkeimenden verbalen und physischen Gewalt und Hetze müssen die rechtsstaatlich-demokratisch verfassten Gesellschaften in Deutschland und in Europa entschieden entgegentreten. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle/Saale hat mich fassungslos gemacht. Wir müssen auf alle einwirken, die auf dem falschen Weg sind", sagte Pollehn.  

 

Anschließend machten sich die annähernd 100 Gedenkenden über die Stolpersteinstationen in der Louisenstraße, vor der alten Burgdorfer Synagoge, die heute die KulturWerkStadt beherbergt und an der Uetzer Straße auf den Weg zum Jüdischen Friedhof. Dort versammelten sie sich zu einer Andacht mit St. Pankratius-Pastorin Friederike Grote und Paulus-Pastor Matthias Paul, Barbara Martens und Judith Rohde. Matthias Paul zitierte aus Aufzeichnungen des deutschen Publizisten und Zeitzeugen Ralph Giordano († 2014): Ich habe zwar keine Erinnerungen an die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 im Hamburger Norden. Aber in der Innenstadt ist von den Barbaren mehr als nur Glas zerbrochen worden." Pastorin Grote forderte die Anwesenden zum Innehalten und zur Erinnerung an die Menschen auf, "die unsere Nachbarn sein wollten, aber nicht durften." Dem schloss sich das "Vaterunser" an.

Irritationen zum 2. Burgdorf-Ball im StadtHaus

Bei der Sprecherin des Arbeitskreises "Gedenkweg 9. November" Dr. Judith Rohde hatte die zur Gedenkveranstaltung fast zeitgleiche Terminierung der Abendgesellschaft im StadtHaus Irritationen ausgelöst: "Das war etwas unglücklich, was ich dem einladenden Stadtmarketingverein (SMB) auch schriftlich mitgeteilt habe." Der 9. November sei in Deutschland historisch betrachtet ein Tag der Freude und Freiheit (Mauerfall) sowie der Trauer und Tränen (Reichspogromnacht), bestätigte der 2. SMB-Vorsitzende Heiko Nebel dazu gegenüber dem Altkreisblitz. "Wir haben abgewogen und uns für die Freude entschieden."

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