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Burgdorf
Sonnabend, 22.06.2019 - 12:19 Uhr

Demokratie-Projekttag "Fluchtpunkte!" an den Berufsbildenden Schulen Burgdorf

Das von Jannes Umlauf (links) moderierte Podium mit Mario Röllig und Barbara Gebbe, mit Claudia Ohnesorge, Yaha Alshaer und Marion Jakobi (von links).Aufn.:

BURGDORF

Für den Verein "Multivision", der bei Erwachsenen und Jugendlichen mit einer Veranstaltung zur Förderung des Demokratieverständnisses und zum Thema "Flucht" on Tour ist, waren die Berufsbildenden Schulen in Burgdorf (BBS) am gestrigen Freitag, 21. Juni 2019, die vorerst letzte Station in Niedersachsen.

 

Alles in allem rund 150 BBS-SchülerInnen wurden von den "Multivision"-Moderatoren Patric Dujardin und Jannes Umlauf in drei Blöcken unter der Überschrift "Fluchtpunkte!" mit der Problematik "Flucht in, aus und nach Deutschland" konfrontiert. "Wir sind in die Thematik anfangs mit wechselseitigem Aufeinander-Reagieren eingestiegen und haben uns von Mario Röllig seine ungeheuerliche persönliche Fluchtgeschichte erzählen lassen", erklärte Jannes Umlauf. Der sich zu seiner Homosexualität offen bekennende Mario Röllig wurde 1967 in der Hauptstadt der DDR geboren und wollte wegen seiner Liebe zu einem Westberliner Politiker auf die andere Seite fliehen...  Seine Fluchtgeschichte ist Gegenstand des Theaterstückes "Akte R" und des Films "Der Ost-Komplex".

 

Dem Einstieg in die Grundlagen von Fluchtgeschichten schloss sich eine moderierte Diskussion mit den jungen Leuten sowie mit den Gästen Barbara Gebbe (Migrations- und Integrationsberatung Diakonie Hannover/Land) und Zeitzeuge Mario Röllig, mit Marion Jakobi und Claudia Ohnesorge (Nachbarschaftstreff Ostlandring Burgdorf) sowie mit dem in Syrien geborenen Palästinenser Yaha Alshaer an. Aus seiner völlig zerstörten Heimatstadt Aleppo (Syrien) führte sein Entkommen aus dem Bürgerkrieg erst nach Izmir (Türkei) und dann über Griechenland, Mazedonien und Serbien nach Ungarn, Österreich bis nach Deutschland. Derzeit arbeitet Yaha Alshaer in der Gastronomie des Gasthaus`& Hotel Bähre in Ehlershausen.

 

Er sei ein sehr gutes Beispiel dafür, dass viele Geflüchtete hier sehr schnell frei von staatlichen Leistungen werden wollen: "Diesen Menschen gebührt der Respekt für ihren Fleiß", bemerkte Marion Jakobi. Denn am Anfang steht das Erlernen einer für sie sehr schweren fremden Sprache. "Ohne Sprachkurse und Kontakte in Vereinen oder zu Kollegen bei der Arbeit ist Deutsch wirklich kaum zu erlernen", sagte Yaha Alshaer.  

 

Ein Schüler fragte, wie lange es wohl dauere, als Flüchtling irgendwann richtig in Deutschland angekommen zu sein. "Wir rechnen mit einem Zeitraum von mindestens einer Generation (25 Jahre). Die Kinder lernen schneller in der Regel als ihre Eltern. Und wenn wir sie spätesten dann nicht mehr als Flüchtlinge bezeichnen, sie sie es auch nicht mehr", antwortete Barbara Gebbe.

 

Was die Veranstaltung bei ihnen bewirken wolle, wollte ein anderer Schüler wissen. "Sich als Menschen zu begegnen und die (jungen) Geflüchteten so annehmen wie sie sind und was sie mitbringen", entgegneten Barbara Gebbe und Marion Jakobi unisono.

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