Grüne sehen sich durch Debatte um Bode-Gelände bestätigt
Die Grünen Isernhagen sehen sich durch die intensive öffentliche Debatte um das Bode-Gelände in Isernhagen H.B. in ihrer langjährigen kritischen Haltung bestätigt. Viele der Problempunkte, die heute von verschiedenen Seiten benannt werden, seien von den Grünen sowie von zahlreichen Bürgern bereits seit Jahren angesprochen worden.
Nach Auffassung der Grünen hat insbesondere die Bürgerinitiative „Lebenswertes Isernhagen“ dazu beigetragen, dass die Auswirkungen der Planung auf Ortsbild, Verkehr und Infrastruktur öffentlich diskutiert werden.
„Ohne das Engagement der Bürgerinitiative würden wir heute vermutlich weder über Gebäudehöhen noch über Visualisierungen, Verkehr oder die Wirkung auf das Ortsbild sprechen“, sagt Dr. Annette Heuer, Co-Vorsitzende der Grünen Isernhagen. „Die Bürgerinitiative hat erreicht, dass viele Menschen genauer hinschauen und Fragen stellen.“
Die Grünen hätten die Wohnbebauung des ehemaligen Bode-Geländes nie grundsätzlich abgelehnt, heißt es weiter. Sie hätten sich jedoch über Jahre für Änderungen an der Planung eingesetzt und immer wieder auf offene Fragen zu Gebäudehöhen, Ortsbild, Verkehrsbelastung, Infrastruktur und Bürgerbeteiligung hingewiesen. Dies gelte umso mehr, da sich die Pläne im Laufe der Jahre deutlich gewandelt hätten.
Als die Petition der Bürgerinitiative „Lebenswertes Isernhagen“ im März im Gemeinderat beraten wurde, stimmte die Gruppe Grüne/PARTEI als einzige gegen deren Ablehnung. Das finale Abstimmungsergebnis im Gemeinderat sei für die Grünen daher vorhersehbar gewesen, auch wenn sich die SPD dabei überraschend noch auf die Seite der Grünen gestellt habe.
„Wer heute grundlegende Änderungen fordert und vorgibt, an der Seite der Bürgerinitiative zu stehen, sollte auch erklären, warum dies in den vergangenen Jahren nicht so war“, sagt Jessica Rothhardt, Spitzenkandidatin der Grünen für den Gemeinderat. „Für uns ist klar: Die Bürgerinitiative hat nicht neue Probleme entdeckt. Sie hat dafür gesorgt, dass bekannte Probleme nicht länger ignoriert werden konnten.“
Für die Grünen geht die Debatte inzwischen über das konkrete Bauprojekt hinaus. Das Bode-Gelände habe deutlich gemacht, dass Isernhagen bei großen Projekten früher und verbindlicher mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen müsse, so Rothhardt.
„Die wichtigste Lehre aus diesem Verfahren lautet: Bürgerinnen und Bürger wollen nicht erst informiert werden, wenn Planungen weit fortgeschritten sind. Sie wollen mitreden, wenn noch Gestaltungsspielräume bestehen“, betont Heuer.
Unabhängig vom Ausgang der Ratsentscheidung bleibt aus Sicht der Grünen eine zentrale Aufgabe: Die Gemeinde brauche verbindliche Leitlinien für die Entwicklung ihrer Ortsteile und eine neue Kultur der Bürgerbeteiligung bei großen Vorhaben.

