Burgdorf

Citymanagement wird neu ausgeschrieben

[BURGDORF]

In Burgdorf soll das Citymanagement für das Sanierungsgebiet „Innenstadt Burgdorf“ neu ausgeschrieben werden. Es handelt sich um eine Beschlussvorlage des Bürgermeisters, mit der der Rat über das Vergabeverfahren und die zugehörigen Kriterien entscheiden soll.

Die Stadt Burgdorf befindet sich mit dem Sanierungsgebiet „Innenstadt Burgdorf“ seit dem Jahr 2022 im Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“. Als Bestandteil dieser mehrjährigen Sanierungsmaßnahme ist die Einrichtung eines Citymanagements vorgesehen. Dieses soll nach den Angaben der Vorlage eine koordinierende und vernetzende Schnittstelle zwischen Kommune, Bürgern, Gewerbetreibenden, Immobilien-Eigentümern und weiteren Akteuren bilden und die Innenstadtentwicklung in Richtung eines attraktiveren Ortes des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Miteinanders voranbringen.

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Das Citymanagement soll Aktivitäten bündeln, Projekte anstoßen und Prozesse steuern. Es ergänzt nach der Vorlage die bestehenden Stadtmarketingaktivitäten, tritt aber nicht in Konkurrenz zu den vorhandenen Akteuren. Vorgesehen ist ein externer Auftragnehmer, der eng mit den Abteilungen Wirtschaftsförderung, Stadtplanung und Umwelt, Kultur sowie Jugendpflege zusammenarbeitet.

Für das Citymanagement sind insgesamt 400.000 Euro über einen Zeitraum von rund fünf Jahren vorgesehen, also etwa 80.000 Euro pro Jahr. Nach den Angaben der Vorlage kann die Maßnahme anteilig über die Städtebauförderung finanziert werden. Derzeit können 90 Prozent der Kosten über Fördermittel wieder eingenommen werden, während bei der Stadt Burgdorf ein Eigenanteil von 10 Prozent verbleibt. Die jährlichen Kosten sollen in der Anmeldung zum Haushalt berücksichtigt und über die Stabsstelle 80 Wirtschaftsförderung und Liegenschaften eingebracht werden.

Für die Vergabe ist ein EU-weites Offenes Verfahren nach § 119 Absatz 3 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und § 15 der Vergabeverordnung vorgesehen. Die Stadt Burgdorf wird bei der Durchführung der Vergabe von der Kanzlei DAGEFÖRDE Öffentliches Wirtschaftsrecht Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hannover unterstützt. Der Bürgermeister soll mit der Durchführung des Ausschreibungsverfahrens beauftragt werden.

Die Auswahl eines geeigneten Bieters soll anhand von Eignungs- und Zuschlagskriterien erfolgen. Zu den Eignungskriterien gehören unter anderem Angaben zum Jahresumsatz in den Jahren 2023 bis 2025, eine Haftpflichtversicherung mit bestimmten Mindestdeckungssummen, mindestens zwei vergleichbare Referenzleistungen, Angaben zum Personalstand, zur Projektleitung, zum Nachunternehmereinsatz, zu gesetzlichen Ausschlussgründen und zum fehlenden Russlandbezug der Leistungen.

Bei den Zuschlagskriterien steht die Vergütung mit 300 Punkten im Mittelpunkt. Hinzu kommen das Konzept zur Projektumsetzung mit 600 Punkten, aufgeteilt auf die persönliche Qualifikation und Erfahrung der eingesetzten Mitarbeiter sowie das Umsetzungskonzept, und die Vorstellung sowie der Gesamteindruck des Teams mit 100 Punkten. Insgesamt sind 1.000 Punkte erreichbar. Den Zuschlag soll das Angebot mit der höchsten Gesamtpunktzahl erhalten.

Für das Umsetzungskonzept werden in der Vorlage unter anderem die Analyse der Ausgangssituation der Burgdorfer Innenstadt, die Rolle als Ansprechpartner im Sanierungsgebiet, das Verfügungsfondsmanagement, das Leerstandsmanagement, die Fördermittelakquise, die Öffentlichkeitsarbeit sowie Projektsteuerung, Jahresplanung, Qualitätssicherung und der Ressourceneinsatz vor Ort abgefragt. Für die Vorstellung des Konzepts ist ein Präsentationstermin vor einem verwaltungsinternen Gremium mit 45 Minuten pro Bieter vorgesehen, an dem die für den Auftrag vorgesehenen Personen zwingend teilnehmen sollen.

Die Beratung der Vorlage ist im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr am Freitag, 11. Juni 2026, im Verwaltungsausschuss am Mittwoch, 16. Juni 2026, und im Rat am Freitag, 18. Juni 2026 vorgesehen. Laut Vorlage ist die Auftragsvergabe durch den Verwaltungsausschuss für Montag, 6. Oktober 2026, geplant.

Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Vorlage.

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