Region Hannover

Volks- und Schützenfeste: Freie Wähler warnen vor Belastungen durch Sicherheitsauflagen

[REGION]

Die Freien Wähler Niedersachsen warnen vor wachsenden Belastungen durch umfangreiche Sicherheitsauflagen für Volks- und Schützenfeste. Nach Einschätzung des Landesvorsitzenden Oliver Wempe, der zugleich für das Amt des Regionspräsidenten kandidiert, bringen steigende Anforderungen viele Veranstaltungen finanziell an ihre Grenzen.

Wempe verweist darauf, dass die Situation längst kein abstraktes Verwaltungsproblem mehr sei, sondern die kulturelle Substanz Niedersachsens betreffe. Als Vorsitzender des Schützenvereins Uetze erlebe er die Auswirkungen solcher Auflagen bei der Organisation des eigenen Schützenfestes seit Jahren unmittelbar. Nach seinen Angaben steigen die Kosten unter anderem für Sicherheitsdienste, Zufahrtsschutz, Sanitätsdienste und Dokumentationspflichten. Diese könnten inzwischen vier- bis fünfstellige Beträge erreichen.

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„Wer ein Schützenfest organisiert, weiß inzwischen, dass man mehr Zeit mit Sicherheitskonzepten, Formularen und Auflagen verbringt als mit der eigentlichen Vorbereitung des Festes. Das ist nicht nur frustrierend – es gefährdet unsere Traditionen“, betont Wempe.

Nach Angaben der Freien Wähler zeigten mehrere Beispiele aus Niedersachsen, wie ernst die Lage geworden sei. Genannt werden unter anderem das Open-R-Festival in Uelzen, das wegen gestiegener Sicherheitskosten abgesagt worden sei, das Appletree Garden Festival in Diepholz, das 2027 eine Pause einlege, die Walpurgisnacht in Goslar mit deutlich gestiegenen Sicherheitskosten sowie das Stove Open Air im Landkreis Harburg, das nur dank zusätzlicher Sponsoren habe stattfinden können.

Für Wempe sind diese Fälle symptomatisch für eine Entwicklung, die aus seiner Sicht längst auch kleinere Schützenfeste erreicht hat. Viele Vereine sprächen jedoch aus Sorge vor negativer öffentlicher Wahrnehmung nicht offen über ihre finanziellen Probleme.

Wempe kritisiert, dass die Landesregierung aus Sicht der Freien Wähler bislang keine praktikablen und bezahlbaren Lösungen geschaffen habe. Auch die unterschiedliche Behandlung in verschiedenen Bundesländern sei irritierend. Während in Hessen verschärfte Auflagen nach seinen Angaben ab 15000 Besuchern gelten, greifen sie in Niedersachsen bereits ab 1000 Besuchern.

Statt klarer Leitlinien gebe es einen Flickenteppich aus kommunalen Vorgaben, Haftungsängsten und überzogenen Anforderungen, die Ehrenamtliche überforderten. „Wir brauchen Sicherheit, keine Frage. Aber Sicherheit darf nicht zum Luxusgut werden, das nur noch große Veranstalter bezahlen können. Wenn wir unsere Volks- und Schützenfeste erhalten wollen, muss das Land endlich handeln“, fordert Wempe.

Die Freien Wähler Niedersachsen sprechen sich deshalb für ein Landesförderprogramm zur Entlastung kleiner und mittlerer Feste, eine Vereinheitlichung der Sicherheitsstandards, den Abbau unnötiger Bürokratie und eine finanzielle Beteiligung des Landes an zentralen Sicherheitsanforderungen aus.

Für Wempe sind Volks- und Schützenfeste ein unverzichtbarer Teil der niedersächsischen Identität. Sie verbänden Generationen, stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und lebten vom Engagement der Ehrenamtlichen. „Wenn wir zulassen, dass diese Feste an Sicherheitsauflagen scheitern, verlieren wir mehr als nur Veranstaltungen. Wir verlieren ein Stück Heimat“, so Wempe.

Die Freien Wähler kündigen an, das Thema in den kommenden Wochen verstärkt in die kommunalen Gremien einzubringen.

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