CDU-Regionsfraktion wirft Region Hannover Versäumnisse bei energetischer Sanierung von Schulen vor
Die CDU-Regionsfraktion wirft der Region Hannover vor, ihre Klimaziele im Schulbereich zu verfehlen, und macht dafür jahrelange Versäumnisse bei der Sanierung der Berufsbildenden Schulen verantwortlich. Das geht aus einer Mitteilung der CDU hervor, die sich auf eine Antwort der Regionsverwaltung stützt.
Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden und schulpolitischen Sprecher Bernward Schlossarek kommt diese Entwicklung nach eigener Darstellung nicht überraschend. „Die Region Hannover hat sich viel vorgenommen, aber an unseren berufsbildenden Schulen passiert sichtbar viel zu wenig“, erklärt Schlossarek. „Wenn die Regionsverwaltung selbst einräumt, dass Klimaneutralität bis 2035 kaum erreichbar ist, dann ist das nichts anderes als ein Offenbarungseid.“
Nach Angaben der CDU sind die Energiekosten an den Berufsbildenden Schulen in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Die Ausgaben für Wärme hätten sich von rund 1,1 Millionen Euro im Jahr 2019 auf mehr als 2,2 Millionen Euro im Jahr 2024 mehr als verdoppelt. Die Stromkosten seien im selben Zeitraum um mehr als 25 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt hätten sich die Energiekosten damit von rund 2 auf 3,4 Millionen Euro erhöht.
„Wir sehen hier die Quittung für jahrelanges Zögern: marode Gebäude, steigende Kosten und verfehlte Klimaziele“, so Schlossarek. „Das ist weder ökologisch noch wirtschaftlich verantwortbar.“
Zugleich kritisiert die CDU, dass die Sanierungstätigkeit deutlich hinter dem Erforderlichen zurückbleibe. In den vergangenen fünf Jahren sei lediglich an der BBS Burgdorf eine Dachsanierung umgesetzt worden. Weitere Maßnahmen seien zwar in Planung, an vielen Schulen liege die letzte energetische Sanierung jedoch mehr als zehn Jahre zurück.
Besonders hohe Energiekosten pro Quadratmeter sieht die CDU unter anderem bei der BBS Springe sowie an Standorten der Justus-von-Liebig-Schule. Für die Fraktion ist das ein Hinweis auf erheblichen energetischen Nachholbedarf. „Es kann nicht sein, dass einzelne Schulstandorte zu regelrechten Energiefressern werden, weil kaum in die Modernisierung investiert wird“, betont Schlossarek. „Hier wird – im wahrsten Sinne des Wortes – Geld verbrannt.“
Die CDU-Regionsfraktion fordert deshalb nach eigenen Angaben eine Kurskorrektur. Energetische Sanierung dürfe nicht weiter nur im Windschatten anderer Bauprojekte mitlaufen. Stattdessen brauche es ein eigenständiges und entschlossenes Sanierungsprogramm sowie eine stärkere Öffnung bestehender Maßnahmen für den Schulbau. „Klimaschutz beginnt bei den eigenen Gebäuden – und genau hier hat die Region aktuell ein massives Problem“, so Schlossarek.