Barrierefreier Umbau von fünf Bushaltestellen in Burgdorf
In Burgdorf plant die Stadt im Jahr 2026 den barrierefreien Ausbau von fünf Bushaltestellen. Die Maßnahme umfasst die Haltestellen „Lippoldstraße“, die beiden Haltestellen „Betriebshof“ am Ostlandring sowie die beiden Haltestellen „Duderstädter Weg“ am Ostlandring.
Der barrierefreie Ausbau erfolgt im Rahmen eines Sammelantrags bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) zur Förderung von Investitionen im öffentlichen Personennahverkehr. Die Auswahl der Haltestellen erfolgte in Abstimmung mit der RegioBus aufgrund der Ein- und Aussteigezahlen, um die Nutzung des ÖPNV insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen zu verbessern. Die Maßnahme beinhaltet Grunderneuerungen an bestehenden Haltestellen nach dem Leitfaden der Region Hannover zur Standardbushaltestelle, wie ihn die Region im Jahr 2020 überarbeitet hat.
Alle Haltestellen erhalten Buskapsteine mit etwa 16 Zentimetern Höhe, die nahezu ebenerdigen, behindertengerechten Einstieg ermöglichen. Sollte der neue Leitfaden mit erhöhter Bordsteinhöhe von mindestens 18 Zentimetern vor der Ausschreibung vorliegen, wird dies berücksichtigt. Zusätzlich werden Leitstreifen und taktile Elemente für blinde und sehbehinderte Menschen vorgesehen. Die Pflasterflächen entsprechen den Richtlinien für Verkehrsflächen mit einem Schichtaufbau aus Betonpflaster, Kies-Sandgemisch und Schottertragschicht.
Die Bushaltestelle „Lippoldstraße“ befindet sich einseitig vor der Astrid-Lindgren-Grundschule. Dort wird die alte Wartehalle durch eine neue, transparente Aluminium-Glas-Wartehalle ersetzt, die mit Dachbegrünung und einer photovoltaischen Inselanlage ausgestattet wird. Die Wartefläche wird auf drei Meter Tiefe erweitert und mit rotem Pflaster ausgeführt. Die Haltestelle liegt an einer ungesicherten Querungshilfe, die im Zuge des Umbaus mit taktilen Leitstreifen barrierefrei gestaltet wird. Für den Umbau sind rund 90.000 Euro eingeplant.
Die Haltestellen „Betriebshof“ am Ostlandring werden entlang der Linie 907 ausgebaut, die durch das neue Versorgungszentrum erweitert wurde. Die Haltestelle in Fahrtrichtung Bahnhof erhält eine neue, barrierefreie Wartehalle und wird auf eine Breite von drei Metern und eine Länge von 18 Metern vergrößert. Die Haltestelle in Fahrtrichtung Betriebshof ist eine reine Aussteigerhaltestelle und wird ohne Wartehalle ausgebaut. Die Aufstellflächen werden mit rotem Betonpflaster und taktilen Elementen gestaltet, und ein vorhandener Radweg wird aufgrund der Breite nicht erhalten. Die Kosten für den Ausbau der beiden Haltestellen betragen etwa 125.000 Euro.
Die Haltestellen „Duderstädter Weg“ am Ostlandring erhalten ebenfalls eine Aufstellfläche von drei Metern Breite und 18 Metern Länge. Die Haltestelle in Richtung Bahnhof behält ihre vorhandene Werbe-Wartehalle, da diese bereits dem Standard entspricht. Hier wird jedoch die Aufstellfläche ausgebaut. Die Haltestelle in Richtung Betriebshof wird aufgrund baulicher Einschränkungen verlegt, um eine barrierefreie Querung in der Nähe zu ermöglichen. Die Straßenquerung erhält eine gesicherte, getrennte Gestaltung für seh- und mobilitätseingeschränkte Personen mit Nullabsenkung, Auffindungsstreifen und Noppenplatten. Die Kosten für die beiden Haltestellen betragen rund 110.000 Euro.
Die Gesamtkosten von 400.000 Euro für den barrierefreien Ausbau werden zu 75 Prozent über das ÖPNV-Förderprogramm des Landes Niedersachsen gefördert. Die Region Hannover übernimmt weitere 50 Prozent der verbleibenden Kosten, sodass die Stadt mit Eigenmitteln von etwa 50.000 Euro rechnen muss. Für die Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen der Wartehallen liegen ebenfalls Förderbescheide über 80 Prozent vor, um kommunale Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.
Im Vorfeld wurden Stellungnahmen verschiedener Gruppierungen eingeholt. Die Behindertenbeauftragte der Region Hannover begrüßt den barrierefreien Ausbau und weist auf geplante Anpassungen der Bordhöhe auf mindestens 18 Zentimeter hin, die bei zwei Haltestellen berücksichtigt werden, während die Haltestelle „Lippoldstraße“ aufgrund einer Kurvenlage auf 16 Zentimeter bleibt. Der Seniorenrat unterstützt die Maßnahmen und fordert eine ganzheitliche Betrachtung der angrenzenden Verkehrs- und Gehwegesituation, betont dabei die Wichtigkeit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Die Region Hannover und RegioBus erläutern die Einhaltung neuer Bordhöhenstandards und empfehlen standardisierte Abmessungen von 18 Metern Länge und drei Metern Tiefe für die Haltestellenaufstellflächen. Die zurückliegende Planung von Umbauten in den Ortsteilen wird zur Kenntnis genommen.
Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass Einschränkungen aufgrund bestehender Grundstücksverhältnisse bei der barrierefreien Zuwegung zum Einkaufszentrum ALDI nicht zu beheben sind. Insgesamt soll der geplante barrierefreie Ausbau die Attraktivität und Sicherheit des ÖPNV-Angebots in Burgdorf insbesondere für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste deutlich verbessern.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Anlage 1 Übersichtsplan der Haltestellen , Anlage 2 Standardbushaltestelle gemäß des Leitfadens der Region Hannover , Anlage 3: Bushaltestelle Lippoldstraße , Anlage 4: Bushaltestellen Betriebshof , Anlage 5: Bushaltestellen Duderstädter Weg , Anlage 6: Eingegangene Stellungnahmen mit Antwort der Tiefbauabteilung , Vorlage.