Burgdorf

173 Mitglieder und 7.551 Stunden – Feuerwehr Dachtmissen wächst weiter

[DACHTMISSEN]

Die Freiwillige Feuerwehr Dachtmissen wächst weiter: 173 Mitglieder zum Jahresende 2025 bedeuten ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Ortswehr leistete insgesamt 7.551 Stunden – erneut eine Steigerung. Während der Jahreshauptversammlung am gestrigen Sonnabend im Feuerwehrhaus berichtete Ortsbrandmeister Jannis Haase vor rund 60 Gästen von einem erfolgreichen Jahr. Erstmals wurde zudem die neu geschaffene Bandschnalle des Ortsteils Dachtmissen verliehen.

Unter den Gästen waren Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, die Feuerwehrausschussvorsitzende Beate Neitzel, die Ortsvorsteher aus Dachtmissen und Sorgensen Jörg Neitzel und Fritz Harke, der Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob, Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer, Ehrenstadtbrandmeister Alfred Brönnemann, der stellvertretende Ortsbrandmeister Burgdorf, Simon Grabow, der THW-Ortsbeauftragte Lukas Czeszak sowie Ehrenortsbrandmeister Albert Schrader junior.

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Mitglieder und Einsätze: Fünf Neuzugänge in der Einsatzabteilung

Die Mitgliederzahlen zeigen positive Entwicklung: Zum 31. Dezember 2025 hatte die Ortswehr 44 Mitglieder in der Einsatzabteilung. Als Neuzugänge konnte die Wehr Tobias Reichert, Felix Hinte, Mika Kleine und Bennet Suerland als Quereinsteiger bzw. aus der Jugendfeuerwehr gewinnen. Mathis July kam als „Import“ aus der Feuerwehr Weferlingsen hinzu.

Hinzu kommen zehn Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung, zwei Jugendliche aus Dachtmissen in der Jugendfeuerwehr Da-O-We, 19 Mitglieder in der Dachtmisser Löschbande (Kinderfeuerwehr), 84 fördernde Mitglieder sowie zwei Betreuer der Kinderfeuerwehr und 12 Mitglieder der Gruppe Dachtmissen des Historischen Löschzuges. Insgesamt zählte die Ortswehr damit 173 Mitglieder.

Die Ortswehr wurde 2025 zu 20 Alarmierungen gerufen: drei Brandereignisse, neun technische Hilfeleistungen, vier Fehlalarme und drei Alarmübungen (darunter eine ABC-Übung, eine Ortswehrübung und die Übung „Blaue Lamme“ der Regionsfeuerwehrbereitschaft 4). Für die Ortswehrübung konnte die Kartoffelhalle auf Hof Harke genutzt werden – „ein großer Dank geht hier an Fritz Harke und seine Familie“, so Haase.

Rekord: 7.551 Dienststunden geleistet

Die geleisteten Gesamtstunden wurden im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert. „Dies macht mal wieder sehr deutlich, dass die Feuerwehr in Dachtmissen einen hohen Stellenwert hat, der weit über Schutzziele und Zielerreichungsgrade hinaus geht“, betonte Haase.

Die Einsatzabteilung leistete 4.744 Stunden (davon 278 Stunden in Einsätzen, 292 Stunden Lehrgänge und 4.174 Stunden Ausbildungs- und Arbeitsdienste). Die Alters- und Ehrenabteilung kam auf 223 Stunden, der Historische Löschzug auf 614 Stunden, die Jugendfeuerwehr auf 784 Stunden und die Kinderfeuerwehr auf 1.186 Stunden – insgesamt 7.551 Stunden.

Auch in den Nachbarorten war die Ortswehr sichtbar: traditionell beim Schützenfest und erstmals beim lebendigen Adventskalender in Sorgensen, beim Zapfenstreich in Hänigsen (Verkehrssicherung) sowie diversen Wettbewerben.

Drohneneinheit und Feuerwehrhaus-Erweiterung in Planung

Bereits im April nahm die Projektgruppe für den Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses ihre Arbeit auf. „Es macht Spaß, von Beginn an Einfluss nehmen zu können und eigene Ideen einfließen zu lassen“, so Haase. Er bedankte sich für die Möglichkeit der Mitgestaltung und informierte über den aktuellen Planungsstand.

Seit Mitte 2025 beschäftigt sich die Ortswehr mit dem Thema Drohne. „Aktuell ist die Bildung einer Drohneneinheit und damit die Spezialisierung der Ortswehr innerhalb der Stadtfeuerwehr in der Prüfung“, berichtete Haase. Dazu würden Entwürfe für Konzepte erstellt sowie Gespräche mit anderen Spezialeinheiten wie der ELO geführt.

„Drohnen sind beispielsweise ein gutes Hilfsmittel zur Lagebeurteilung für den Einsatzleiter und zur Erhöhung der Sicherheit für die Einsatzkräfte und natürlich ideal für die Personensuche. Die möglichen Einsatzgebiete dafür sind so vielfältig, wie es die Einsätze der Feuerwehr auch sind.“

Zur mittelfristigen Ersatzbeschaffung des TSF-W will die Ortswehr die Interschutz in Hannover nutzen. Haase wies darauf hin, dass ein mindestens gleichwertiger Ersatz die 7,5 Tonnen überschreiten werde und damit Lkw‑Führerscheine benötigt würden. „Diese Thematik betrifft nicht nur die Stadt Burgdorf, sondern viele hunderte Ortsfeuerwehren in Niedersachsen.“ Er stellte in den Raum, warum sich keine Lkw-Führerscheine im Lehrgangskatalog des Landes wiederfinden.

Kritik am Feuerwehrbedarfsplan – Appell für Wohnraum

Der Feuerwehrbedarfsplan stimme ihn nachdenklich, „und zwar in seiner Art und Weise“, so Haase. „Wenn man diese vielen Seiten liest, hat man den Eindruck, dass sich Burgdorf in den letzten fünf Jahren überhaupt nicht entwickelt hat.“ Die großen Waldflächen im Burgdorfer Holz seien beispielweise erst auf Anmerkungen durch die Feuerwehr überhaupt erwähnt worden.

Er stellte die Frage, ob die Vorgehensweise fachlich üblich sei. „Das Soll-Konzept ist in der Regel als möglicher Vorschlag des verfassenden Ingenieurs bzw. des Ingenieurbüros zu bewerten und sollte Raum für andere Interpretationen lassen.“

Einen Wermutstropfen gebe es zudem: „Die Entwicklung von weiterem Wohnraum im Ort liegt faktisch seit gut 30 Jahren auf Eis – das gibt es in keinem anderen Ort der Stadt Burgdorf. Das darf so nicht bleiben.“ Dachtmissen brauche Möglichkeiten für junge Erwachsene, die auf eigenen Füßen stehen wollen, und darüber hinaus auch die Möglichkeit für gesunden Zuzug. „Es muss also dringend Entwicklungsfläche geschaffen werden, sowohl für Einfamilien- als auch für Mehrfamilienhäuser mit kleinen Wohnungen für ausziehwillige junge Menschen, die im Dorf bleiben wollen.“ Diesbezüglich appellierte Haase an die Stadt Burgdorf: „Es muss sehr zeitnah gehandelt werden.“

Bürgermeister Pollehn nahm dies auf: Er möchte den Hinweis auf den Wohnraum in Dachtmissen mit aufnehmen, „ob und wie die Umsetzung realistisch ist, kann ich zurzeit noch nicht abwägen“. Er stellte in den Vordergrund, dass in Dachtmissen „ein großartiges Teamgefüge herrscht“ und bedankte sich für die Zusammenarbeit zwischen Dachtmissen und Rat & Verwaltung.

Einsatzberichte: Vom Heckenbrand bis zum Verkehrsunfall

Die stellvertretende Ortsbrandmeisterin Alexandra Kothe berichtete von den Einsatzlagen. „Es waren keine großen, intensiven Einsätze wie 2024 dabei“, so Kothe. Die Alarmierungen erfolgten durch Ersthelfer, ausgelöste Brandmeldeanlagen und auch sogenannte eCalls (automatisch abgesetzte Notrufe über Smartphones oder Smartwatches) oder die Notruftechnik in neuen Autos. „Dadurch kommt es auch zu dem ein oder anderen Fehlalarm bzw. Einsatzabbruch mehr.“

Am 2. Juli gegen 21 Uhr gab es eine Alarmierung Mittelbrand in die Gartenstraße in Burgdorf. Eine ausgetrocknete Hecke zwischen Gebäuden geriet in Brand und das Feuer drohte auf ein Bürogebäude überzugreifen. Im August rückte die Ortswehr ebenso aus. In der Verlängerung zum Vorwerk, in der Nähe der Hochspannungsleitung, brannte es am Waldrand. „Durch die schnelle Entdeckung eines Spaziergängers zu später Stunde konnte auch hier Schlimmeres verhindert und schnell ‚Feuer aus!‘ gemeldet werden.“ Am 15. Dezember um 12:42 Uhr gab es einen Verkehrsunfall auf der Salzstraße Höhe der Seniorenresidenz. Eine Autofahrerin hatte die am Fahrbahnrand parkenden Autos übersehen und fuhr ungebremst hinein. Durch die Wucht des Aufpralls überschlug sich das Fahrzeug und landete auf der Fahrerseite. „Zum Glück kam die Insassin mit Hilfe von Ersthelfern aus dem Auto und wurde nur leicht verletzt.“ Kothe erinnerte in Bezug auf diesen Unfall an die schon vor Jahren gewünschte 30er-Zone vor der Seniorenresidenz: „Dieser Unfall zeigt einmal mehr, wie dringend diese benötigt wird.“

Der Vollalarm am 16. Oktober in Sorgensen mit einer Rauchentwicklung aus einer Kartoffelhalle sorgte für „einen Einsatz der besonderen Art“. Es war alles geplant – mit Nebelmaschine und Komparsen wurde eine Einsatzlage geschaffen, welche ohne Unterstützung anderer Ortswehren abgearbeitet werden musste.

Kothe bedankte sich beim Bürgermeister und der Stadt für die Räumung der Straße vor dem Feuerwehrhaus sowie dem Vorplatz bei den starken Schneefällen. „Dies wurde zur vollsten Zufriedenheit erledigt.“

PSNV-E: Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte

Eine besondere Weiterbildung absolvierte Thorsten Hoppe im vergangenen Jahr. Die PSNV-E (Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte) ist seit 2025 auf Regionsfeuerwehr-Ebene organisiert und dient der Krisenintervention bei oder nach belastenden Einsätzen.

Aus jedem Brandabschnitt sollten zwei bis drei Peers zur Verfügung stehen. Im Brandabschnitt IV sind das in Burgdorf Linus Botha (Ramlingen-Ehlershausen) und Thorsten Hoppe, Janine Gundelbacher aus Hänigsen sowie zwei Leute aus Lehrte und einer aus Sehnde. Insgesamt sind die PSNV-E ein Team von rund 20 Leuten regionsweit.

Das PSNV-E-Team kann entweder begleitend zu belastenden Einsätzen hinzugezogen oder zum Einsatzabschluss, zur Einsatznachbesprechung und/oder zur Nachsorge beim nächsten Übungsdienst in Gruppengesprächen oder Einzelgesprächen aktiv werden. Hoppe schloss mit den Worten: „Es ist ok, wenn es mal nicht ok ist!“ und bot seine Dienste als PSNV-E für alle Kameraden an.

Nachwuchsarbeit: Von Jugendfeuerwehr bis Dachtmisser Minis

Die Jugendfeuerwehr Da-O-We hatte 2025 insgesamt 14 Mitglieder (acht Mädchen und sechs Jungen), davon zwei aus Dachtmissen. Das Betreuerteam besteht aus sieben Betreuern. Insgesamt wurden 2.536 Stunden geleistet (1.394 Stunden Jugendliche, 1.143 Stunden Betreuer).

Jugendfeuerwehrwart Leon Kleine berichtete von Diensten zu den Themen Wärmebildkamera, Funk, GAMS, Vegetationsbrandbekämpfung sowie Besuchen eines Rettungswagens. Die Jugendfeuerwehr nahm am Aue-Cup (Platz 15) teil. 2025 wurden die Jugendflamme 2 an Elenor und Svenja sowie Leistungsspange und Jugendflamme 3 an Matthis verliehen.

Die Dachtmisser Löschbande (Kinderfeuerwehr) zählt 19 Mitglieder (sechs Mädchen, 13 Jungen) – zehn aus Dachtmissen, vier aus Sorgensen, drei aus Hänigsen, je eines aus Obershagen und Otze. Das Betreuerteam besteht aus acht Personen plus Betreuungsretter. Insgesamt wurden 1.186 Stunden geleistet.

Kinderfeuerwehrwartin Rebecca Schwarze-Haase berichtete von 24 Diensten im Jahr 2025, darunter Erste Hilfe, Wasserspiele, Flämmchen-Ausbildung und eine Feuerwehrhausübernachtung. Zum ersten Mal gab es Flämmchen-Ausbildungen – drei Flämmchen wurden gleichzeitig abgenommen, alle 18 Teilnehmer haben bestanden. Ab 2026 wird die Dienstzeit aus organisatorischen Gründen von 16:30 bis 17:30 Uhr auf 17:00 bis 18:00 Uhr verlegt.

Die Dachtmisser Minis – eine besondere Nachwuchsabteilung unter Leitung von Hans-Heinrich Hoppe – hatten 2025 sechs Übungsdienste und zwei Wettkämpfe. Aktuell sind 21 Kinder dabei (sechs Mädchen, 15 Jungen). Insgesamt haben 75 Kinder die Minis durchlaufen – davon sind bereits 12 in der Kinderfeuerwehr, 26 in der Jugendfeuerwehr und 15 in der Einsatzabteilung. Hoppe dankte den vielen Betreuern aus der Einsatzabteilung – „Nico ist dabei unverzichtbar an der TS und Becky für die Logistik“ – sowie den Eltern, „die mir ihre Kinder für diese Initiative immer wieder anvertrauen“. Beate und Jörg Neitzel bedankten sich bei Hans-Heinrich Hoppe mit einem Geldgeschenk.

Premiere: Bandschnalle des Ortsteils Dachtmissen verliehen

Erstmals wurde die neu geschaffene Bandschnalle des Ortsteils Dachtmissen verliehen. Diese Ehrung erhielten Anja Schrader und Hellmut Kleine junior für besondere Verdienste in der Dorfgemeinschaft. Beide haben sich für die Events im Dorf, aber auch das Zusammenleben mit ihrem Tun besonders hervorgetan und engagiert.

Die Vergaberichtlinien sehen vor, dass Ortsvorsteher, Ortsbrandmeister und Förderverein maximal zwei Ehrungen pro Jahr vergeben dürfen. Aktive Funktionsträger innerhalb des Ortsteils sind ausgeschlossen. Geehrt werden Einwohner Dachtmissens, die sich weit mehr als andere für den Ortsteil, die Feuerwehr oder den Förderverein engagieren.

Ortsvorsteher Jörg Neitzel erklärte: „Es war nicht leicht beim ersten Mal unter den vielen Kandidaten zwei herauszuheben, es gibt so viele engagierte Dachtmisser, dass es gerade bei der ersten Verleihung schwierig war, jemanden hervorzuheben.“ Er bedankte sich im Namen des Dorfes bei den beiden Geehrten.

Ehrungen und Ernennungen

Für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Hans-Heinrich Hoppe geehrt. Die Ehrennadel des Feuerwehrverbandes Hannover erhielt Thorsten Hoppe.

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden geehrt: Mark Brandes, Annabell Kleine und Viktoria Neitzel. Für 25 Jahre fördernde Mitgliedschaft erhielten Andreas Haase, Egbert Heinemann und Ruth Yeni Hoppe eine Ehrung.

Die Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen für den Einsatz beim Weihnachtshochwasser 2023/2024 erhielten Marco Henze, Johanna Licht, Maik Kothe, Leon Kleine, Nico Hoppe und Jannis Haase.

Zu Feuerwehrmännern wurden ernannt: Jannis Henze und Tobias Reichert. Zum Oberfeuerwehrmann bzw. zur Oberfeuerwehrfrau wurden befördert: Nico Doerfert und Anna Doerfert. Zur Hauptfeuerwehrfrau bzw. zum Hauptfeuerwehrmann wurden ernannt: Rebecca Schwarze-Haase, Leon Kleine, Mathis July und Thorsten Hoppe. Arne Kistner wurde zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Zur Hauptlöschmeisterin bzw. zum Hauptlöschmeister wurden ernannt: Alexandra Kothe und Nico Hoppe.

Grußworte und Dank

Haase dankte seinem Team innerhalb der Ortswehr, der Verwaltung und dem Rat der Stadt Burgdorf, dem Bürgermeister und seinem Team im Ordnungsamt, den hauptamtlichen Stadtgerätewarten und dem Förderverein.

Für 2026 wünschte er sich, „dass alle Kameraden immer wieder heile und gesund nach Hause kommen können. Außerdem, dass Spaß und Kameradschaft im nächsten Jahr nicht zu kurz kommen mögen.“

Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer berichtete von 271 Einsätzen im Stadtgebiet. Im Stadtgebiet sind aktuell 385 Mitglieder – davon 74 in der Jugendfeuerwehr, 134 in der Kinderfeuerwehr und 95 in der Musikabteilung. Er thematisierte e-Call als „Fluch und Segen zugleich“ sowie die Fahrzeugbeschaffungen, die aktuell stark verzögert seien.

Ortsvorsteher Jörg Neitzel thematisierte erneut den Wohnraum in Dachtmissen. Zudem gab er bekannt, dass der Historische Löschzug dieses Jahr Jubiläum feiert und das alte Feuerwehrhaus von der Stadt Burgdorf übernimmt.

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