Burgdorf
Donnerstag, 04.07.2024 - 19:56 Uhr

Feuerwehrkräfte gehen in Schutzanzügen einkaufen

Wie viel wiegt eine Gurke? Auch diese Aufgabe meisterte dieser Trupp.Aufn.: Bastian Kroll

Da staunten die Kunden des E-Centers im Burgdorfer Ostlandring nicht schlecht: Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Burgdorf nutzten den Markt am gestrigen Mittwoch, 3. Juli 2024, für einen besonderen Ausbildungsdienst.

BURGDORF

Die Träger von Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) kommen zum Einsatz, wenn es zu Leckagen kommt, bei denen giftige Stoffe austreten. Das können Gebinde in einem Lager, auf einem Lkw oder Zug oder auch stationäre Behälter und deren Verrohrungen wie beispielsweise in Schwimmbädern oder in industriellen Betrieben sein.

 

Kommt es hier zu einem Stoffaustritt, ist besonderer Schutz notwendig. Hierbei kommen die CSA-Träger zum Einsatz, deren Arbeit im Gegensatz zu einem Brand meist langsamer abläuft. Doch bevor es an die Arbeit geht, heißt es: Um- und anziehen. Die Feuerwehrkräfte legen hierbei zunächst einen einfachen Sportanzug an, dazu Atemschutzgerät, Atemschutzmaske, Helm und Funkgerät. Danach geht es in den luftdichten Schutzanzug, in dem es schon mal sehr warm werden kann, da eine Luftzirkulation unterbunden ist. Nur die ausgeatmete Atemluft wird aus dem Schutzanzug geführt. Zudem tragen die Feuerwehrkräfte Baumwollhandschuhe unter den im Schutzanzug befindlichen Handschuhen.

 

Schon durch die Atemschutzmaske ist das Sichtfeld eingeschränkt, der Chemikalienschutzanzug hat ein noch kleineres Sichtfeld. Daher müssen die Einsatzkräfte besonders vorsichtig vorgehen. Auch halten sie sich an den Händen. So ging es auch gestern durch das E-Center. Doch galt es nicht, Leckagen abzudichten, sondern ähnliche Aufgaben zu erledigen.

 

Suchen von Gegenständen, Funk-Durchgabe von Preisen, Wiegen von Gemüse: Was sich banal anhört, muss im Einsatz ähnlich erfolgen. Dabei muss ständig Kontakt zur Atemschutzüberwachung gehalten werden. Einfach loslaufen ist nicht erlaubt. Jede Richtungsänderung im Gebäude muss dieser gemeldet werden, damit, wenn der Trupp Hilfe benötigt, auch bekannt ist, wo sich dieser befindet. Zudem muss in regelmäßigen Abständen der Druck der Atemluftflasche durchgegeben werden, damit rechtzeitig die Rückkehr aus dem Gefahrenbereich angetreten werden kann. Mit all diesen Aufgaben ist dann der Einkauf im Supermarkt nicht ohne.

 

Mit all diesen Aufgaben im Gepäck und zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, ist selbst der banale Einkauf eine mit hoher Konzentration zu verrichtende Aufgabe. So wie es schließlich jeder reale Einsatz am Ende auch ist, nur dass am Ende nicht das Kleingeld mühevoll mit den unhandlichen Handschuhen abgezählt werden muss, sondern beispielsweise kleine Teile wie Muttern aufgesetzt oder bewegt werden müssen, um einen Giftstoffaustritt zu beenden.

 

Die Feuerwehrkräfte haben wieder einmal geübt, sich auf diese besonderen Situationen vorzubereiten, und bedanken sich auf diesem Wege bei Edeka-Cramer, dass die Ausbildung im E-Center stattfinden durfte.

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