Tipps & Infos
Dienstag, 14.02.2023 - 08:46 Uhr

Online-Zahlungsdienstleister: Was können PayPal, Skrill und Co.?

Aufn.: unsplash.com ©Marques Thomas CCO Public Domain

REGION

Viele Einkäufe werden mittlerweile online erledigt. Wenn die Produkte im virtuellen Warenkorb liegen, können Kunden oft zwischen verschiedenen Zahlmethoden wählen. Die klassische Bestellung auf Rechnung oder das Bezahlen per Überweisung haben in den letzten Jahren immer stärkere Konkurrenz durch komfortable Bezahldienstleister bekommen. Zu den besonders gefragten Anbietern zählen PayPal und Skrill. Doch auch die etablierten Tech-Riesen haben den Trend nicht verschlafen, sodass sowohl Google als auch Apple eigene Bezahlservices anbieten. Amazon hat derweil ein systeminternes Zahlsystem etabliert, über das sich auch die Einkäufe von einigen externen Shops abrechnen lassen. Jedes der Systeme hat ganz eigene Stärken und Schwächen.

 

Online-Zahlungsdienstleister: Das ist darunter zu verstehen

Für Personen, die technisch weniger versiert sind oder nur selten online shoppen, stellt sich schnell die Frage, was die Online-Zahlungsdienstleister von der guten alten Kreditkarte oder einem Prepaid-Modell unterscheidet. Das Hauptmerkmal dieser neuen Optionen ist, dass sie dem Kunden die Einzelheiten des Bezahlvorgangs abnehmen und als Vermittler zwischen Bank und Händler auftreten. Konto- oder Kreditkartendaten werden nur bei der Einrichtung des Accounts hinterlegt und anschließend automatisch übernommen. Der Payment-Service geht beim Bezahlen in der Regel in Vorkasse und zieht den angefallenen Betrag später von der hinterlegten Bezahlquelle ein. Was auf den ersten Blick wie ein Umweg wirkt, birgt tatsächlich einige Vorteile für den Nutzer. So müssen beim Bezahlen keine sensiblen Daten wie Kontoinformationen an den Shop übermittelt werden. Außerdem bieten die Services ihren Kunden viele zusätzliche Features wie einen Käuferschutz oder die Möglichkeit auf Ratenzahlung. Einige Dienstleister aus diesem Sektor werden aufgrund ihrer Konditionen oder intuitiven Handhabung besonders gern genutzt, weshalb sie fast überall verfügbar sind.

 

Beliebte Zahlungsdienstleister im Faktencheck

Gerade die große Auswahl an namhaften Online-Zahlungsdienstleistern machen es unerfahrenen Käufern oft gar nicht leicht, sich für ein System zu entscheiden. Welcher Anbieter am besten geeignet ist, hängt dabei oft vom konkreten Verwendungszweck ab. Um dies besser beurteilen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten sowie spezifische Vor- und Nachteile der einzelnen Services.

 

PayPal und PayPal Plus

PayPal ist wohl unumstritten der bekannteste Zahlungsdienstleister. Ein großer Vorteil ist deshalb, dass der Service von den meisten Händlern unterstützt wird. Ein Grund, warum viele auf PayPal setzen, ist die sehr einfache und selbsterklärende Bedienung. Auch die Sicherheitsmaßnahmen hat das Unternehmen immer wieder verschärft. Neben einem Käuferschutz bietet PayPal auch eine sichere Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zusätzlich können Nutzer den Termin für die Abbuchung der getätigten Zahlung vom Konto oder einer Kreditkarte um bis zu drei Monate verschieben. Allerdings werden dafür Gebühren fällig. Das Premium-Segment PayPal Plus richtet sich an Händler und bietet die Möglichkeit zur einfachen Integration der Bezahlfunktion in den eigenen Onlineshop.

 

Skrill

Skrill ist als Zahlungsdienstleister vor allem im Bereich Online-Gaming beliebt und trug ursprünglich den Namen Moneybookers. Viele Online-Casinos und Online-Wettanbieter bieten ihren Kunden häufig die Zahlung via Skrill an. Nutzer, die in einem Casino mit Skrill eine Einzahlung tätigen, können in der Regel sofort nach der Transaktion über das Guthaben verfügen und es als Spieleinsatz nutzen. Dasselbe gilt auch für In-App-Käufe oder für Spiele auf Streamingplattformen. Im Gegensatz zu vielen anderen Online-Zahlungsdienstleistern ermöglicht Skrill zusätzlich auch die Prepaid-Zahlung. Damit lohnt sich der Service besonders, wenn Kunden ihre Ausgaben immer im Blick haben möchten. Für private Nutzer fallen keine zusätzlichen Gebühren an.

 

Klarna

Das schwedische Unternehmen Klarna existiert bereits seit 2016, ist in Deutschland aber erst in den letzten Jahren richtig bekannt geworden. Das liegt nicht zuletzt an der Möglichkeit zur Ratenzahlung, die sich im Zusammenhang mit immer mehr Onlineshops nutzen lässt. Kunden müssen die Ratenzahlung aber nicht in Anspruch nehmen, sondern können auch auf Rechnung shoppen. Für das Begleichen der Rechnung bleiben dem Nutzer je nach gewähltem Zahlungsziel entweder 14 oder 30 Tage Zeit. Auf Wunsch ist auch hier das automatische Bankeinzugsverfahren möglich, welches im Speziellen bei der Ratenzahlung zum Tragen kommt. Abhängig von der Zahlweise können Gebühren anfallen.

 

Amazon Pay

Als eine der größten Online-Handelsplattformen hat Amazon selbstverständlich ein eigenes Bezahlsystem. Amazon Pay kann allerdings auch in verschiedenen externen Shops für Einkäufe verwendet werden. Hierfür genügt die Anmeldung mit den Amazon-Login-Daten an der Kasse. Amazon zieht den fälligen Betrag anschließend über die gewählte Quelle ein. Da die meisten Personen, die im Internet einkaufen, auch über ein Amazon-Konto verfügen, ist diese Zahlmethode oft sehr praktisch. Im Gegensatz zu PayPal und Klarna ist Amazon Pay bei externen Händlern jedoch nicht ganz so weit verbreitet.

 

Giropay

Giropay ist strenggenommen gar kein eigenständiger Service, sondern ein Verfahren, welches von Paydirekt für das Online-Banking entwickelt wurde. Viele deutsche Banken erlauben die Zahlung per Giropay und bieten so eine Alternative zu den üblichen Bezahldienstleistern. Allerdings ermöglichen längst nicht alle Händler die Nutzung von Giropay. Anders als beispielsweise bei Klarna, wird das Geld beim Giropay-Verfahren direkt vom Girokonto abgebucht. Es handelt sich also eher um eine Sofortzahlmethode als um einen typischen Online-Zahlungsdienstleister.

 

SOFORT Sofortüberweisung

Das Bezahlen per Sofortüberweisung funktioniert ganz ähnlich, wie bei Giropay. Ein großer Unterschied ist aber, dass es sich trotz des Namens um keine Echtzeitüberweisung handelt. Stattdessen geht der Anbieter beim Händler in Vorkasse und bucht den fälligen Betrag anschließend zeitnah vom Konto ab. Außerdem wird der Kauf mit den Zugangsdaten der Bank verifiziert. Der Bezahlservice wird von der Sofort GmbH angeboten, die mittlerweile zum Klarna-Konzern gehört.

 

Google Pay

Googles Antwort auf Amazon Pay ist als dezidierter Mobile-Payment-Service konzipiert, weshalb er für mobile Endgeräte optimiert ist. Er kann für In-App-Einkäufe in Android-Apps genutzt werden und steht auch in einigen Onlineshops sowie manchen Geschäften für das kontaktlose Bezahlen bereit. Damit sind die Nutzer zwar einerseits an Googles Ökosystem gebunden, doch andererseits kann der Service im Alltag nützlich sein.

 

Apple Pay

Auch Apple tritt mit seinem eigenen Service als Zahlungsdienstleister in Erscheinung. Ähnlich wie bei Amazon können Apple-Kunden sich über die normalen Login-Daten anmelden und brauchen keinen zusätzlichen Account zu erstellen. Der Service bietet quasi dieselben Vorteile wie Google Pay, bleibt jedoch den Besitzern von Apple-Smartphones vorbehalten.

 

Zahlungsdienstleister bewusst auswählen

Verbraucherschützer raten dazu, sich die Wahl des bevorzugten Zahlungsdienstleisters gut zu überlegen. Zentrale Kriterien können die Kompatibilität mit der vorhandenen Hardware (Apple Pay ist beispielsweise nur für Apple-Geräte verfügbar) sowie die Verfügbarkeit sein. Im Idealfall wird der Payment-Service überall dort angeboten, wo der Verbraucher die Onlinezahlung in Anspruch nehmen möchte. Gleichzeitig ist es jedoch nicht ratsam, sämtliche Anbieter parallel zu nutzen, da so schnell der Überblick verloren geht. Vorsicht ist auch bei Ratenkäufen geboten, da die anfallenden Zinsen und Gebühren schnell überhandnehmen können. Besonders im Gaming-Bereich bieten sich Prepaid-Systeme an.