Lehrte
Dienstag, 19.07.2022 - 16:01 Uhr

Kiebitz-Projekt in Immensen erfolgreich abgeschlossen

Die NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze untersuchte das Kiebitz-Vorkommen in Immensen.Aufn.: NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze

IMMENSEN

Ein groß angelegtes Kiebitz-Projekt konnte der NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze in Zusammenarbeit mit vier Landwirten aus Immensen erfolgreich abschließen. Auf einer Fläche von rund 225 Hektar untersuchte der NABU das Kiebitz-Vorkommen und die Einflüsse unterschiedlicher landwirtschaftlicher Nutzungen. Unterstützung erfuhr das Projekt von der Region Hannover im Rahmen des Programms zur Förderung der Biodiversität.

 

Südlich von Immensen befindet sich eine Kiebitz-Population von 15 Brutpaaren, während es vor 30 Jahren noch rund 100 Brutpaare waren. Wie sich die jetzt dort lebenden Kiebitze an die Veränderung von Wiesen und Weiden zu Ackerland angepasst haben, war Gegenstand des Projekts.

 

"Die Anbauveränderungen in der Landwirtschaft verschlechtern die Lebensbedingungen der Kiebitze. Der Anteil von Wintergetreide und Winterraps hat im Verhältnis zum Sommergetreide stark zugenommen. Diese Winterfrüchte wachsen im Frühling schnell und bieten für die Kiebitze keine Möglichkeiten zum Nisten", so der NABU. Der Kartoffelanbau sei ebenso ungeeignet, da die Ei-Gelege durch die Bodenbearbeitung zerstört werden. Gleiches gelte nach Angaben des NABU auch für andere Sommerfrüchte, da im Frühjahr durch die Bestellung der Felder die Kiebitze verdrängt werden.

 

Die Beobachtungen des NABU in diesem Jahr zeigten, dass sich die Kiebitze im Frühjahr zwar in gewohnter Weise im untersuchten Gebiet sammelten, jedoch nicht auf den im Vorjahr besiedelten Flächen, da diese inzwischen mit Wintergetreide bestellt worden waren. Die Kiebitze suchten andere große Flächen auf, die brach und schwarz waren, und legten dort erste Nester an. Zur Frühjahrsbestellung wurden diese zerstört und nur wenige Küken überlebten. Auch an diese Situation passten sich die Vögel an und legten ihre Eier in neu angelegte Nester. Dabei bevorzugten sie Zuckerrüben- und Maisflächen nach der Aussaat und mit dem Bewuchs junger Pflanzen. Nach dem Schlüpfen fanden die Küken hier ausreichend Schutz vor Beutegreifern wie Rabenkrähen und Greifvögeln. Die Kiebitze hatten gute Überlebenschancen, weil sie im Feld und auf den benachbarten Wiesen auch ausreichend Nahrung fanden.

 

"Das Kiebitz-Projekt zeigt, dass offene Ackerflächen, die von Mitte März bis Mitte Juni nicht bestellt werden, gute Lebensbedingungen darstellen und dass die Küken, die aus den ersten Eiern schlüpfen, durch unbestellte Flächen und in wachsenden Wildkräutern besser geschützt werden müssen", so der NABU. "Es konnten wertvolle Hinweise gewonnen werden, wie zukünftig in der Zusammenarbeit mit Landwirten, die Flächen für den Schutz dieser Vögel zur Verfügung stellen, viel für den Erhalt der Kiebitz-Populationen erreicht werden kann", erklärt der NABU abschließend.