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Dienstag, 05.07.2022 - 13:35 Uhr

Glücksspiel in Deutschland: Diese Regelungen gelten jetzt

Aufn.: Unslpash

REGION

Es war zumindest für die Glücksspielbranche eine der lang ersehnten Änderungen im Gesetz, als am 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat. Damit wurde virtuelles Glücksspiel zum ersten Mal in der gesamten Bundesrepublik legalisiert. Allerdings zögerte sich die Vergabe der ersten Lizenzen lange Zeit heraus.

 

Die Mernov Betriebsgesellschaft mbH, eine Tochter der bekannten Glücksspielunternehmen Gauselmann (u.a. bekannt für die Gambling-Marke “Merkur”) konnte sich die erste Lizenz dieser Art sichern, wodurch unter anderem das neue Online Merkur Casino BingBong nun als offiziell lizenziertes Online Casino betrieben werden kann.

 

Allerdings hat die Legalisierung auch einige Änderungen mitgebracht, die von Spielern und Betreibern teilweise kritisch beäugt wurden. Insgesamt zeigen sich beide Seiten aber überwiegend zufrieden, denn endlich ist Gambling in der Freizeit erlaubt.

 

Für die Sicherheit der Spieler – die zentrale Sperrdatei

Eine ganz entscheidende Rolle für die Umsetzung des GlüStV spielt die Spielersperrdatei OASIS, die als bundesweites Schutzinstrument vor allem zur Prävention und Bekämpfung von Spielsucht gegründet wurde. Casinos, die in Deutschland eine Lizenz beantragen, müssen den Anschluss an die Sperrdatei nachweisen können, die überregional das Spielverhalten und die Einhaltung des GlüStV kontrolliert.

 

Aber wer wird gesperrt? In erster Linie stehen Spieler im Fokus, die sich durch ihr Spielverhalten selbst gefährden und bei denen eine Spielsucht zum Problem werden könnte. Angehörige und Freunde haben die Möglichkeit, gefährdete Personen zu melden und diese überprüfen zu lassen. Bei einem begründeten Verdacht kann dann eine komplette Sperre für alle in Deutschland lizenzierten Angebote erfolgen.

 

Überwacht wird von OASIS außerdem, dass die Einzahlungsgrenzen pro Monat nicht überschritten werden. Die sind eine der weiteren großen Änderungen, die der GlüStV mitgebracht hat. Hier könnte sich aber künftig noch einiges ändern, Gesetzesanpassung sind gang und gäbe.

 

Begrenzung beim Spiel durch Einzahlungsgrenzen

Auch im Online Casino braucht es zunächst Guthaben, bevor gezockt werden kann. Zu den wichtigen Tipps gehört es, dass sich Gambler grundsätzlich ein Casino aussuchen, das die besten Zahlungsmethoden anbietet.

 

Wichtig ist zu wissen, dass laut des neuen GlüStV nur noch maximal 1.000 Euro pro Monat fürs Glücksspiel eingezahlt werden dürfen. Das schließt nicht nur alle an OASIS angeschlossenen Online Casinos mit ein, sondern auch niedergelassene Spielotheken. Ist die Grenze erreicht, sind weitere Einzahlungen für den Rest des Monats nicht mehr möglich.

 

Wie oben bereits erwähnt, scheint es hier aber Hinweise auf eine mögliche Änderung der Gesetze zu geben. Derzeit können Spieler ihre Limits laut Gesetz nur dann verändern, wenn sie dabei unter der Obergrenze von 1.000 Euro pro Monat bleiben. Soll das Limit nach unten reduziert werden, ist eine sofortige Umsetzung auf Antrag möglich. Wenn ein Spieler jedoch sein Limit von beispielsweise 500 Euro auf 1.000 Euro korrigieren möchte, tritt diese Änderung erst nach Ablauf von sieben Tagen in Kraft.

 

Tischspiele sind in deutschen Casinos nicht mehr erlaubt

Livespiel und Tischspiel sind zwei Rubriken aus EU-Casinos, die zu den beliebten Angeboten gehörten. In Casinos mit deutscher Lizenz fallen beide Spielarten weg, zum Schutz der Spieler selbst. Sowohl Live Casinos als auch Video Roulette und Co. gelten als besonders spielsuchtfördernd und dürfen daher nicht mehr angeboten werden. Auch hier äußern viele ambitionierte Zocker Kritik, fühlen sich hinsichtlich der Spielauswahl stark eingeschränkt.

 

Künftig könnte die Regelung dahingehend verändert werden, dass staatliche Anbieter auch virtuelles Roulette oder Blackjack anbieten dürfen. Ohne eine entsprechende Konzession bleibt es für Casinobetreiber aber ausgeschlossen, die sogenannten Bankhalter Spiele anzubieten.

 

Auch das Automatenspiel selbst ist mit Restriktionen versehen worden, die vor allem die Einsatzhöhe betreffen. Pro Runde darf nur noch maximal 1,00 Euro gesetzt werden, zwei Runden müssen immer im Abstand von mindestens 5 Sekunden stattfinden. Generell dürfen Spieler nicht mehr an zwei Slots oder gar in zwei Casinos parallel zueinander spielen. Glücksspielanbieter müssen auf ihren eigenen Seiten sicherstellen, dass immer nur ein Spielfenster parallel geöffnet werden kann, auch wenn der Spieler sich über verschiedene Endgeräte (Smartphone und Tablet oder PC) einzuloggen versucht.