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Montag, 18.04.2022 - 13:24 Uhr

Welche Mobilfunk-Geschwindigkeiten können wir bald erwarten?

Aufn.:

REGION

Derzeit werden in einigen Regionen ein komplettes 5G-Netz ausgebaut, welche als Testobjekte für den weiteren Netzausbau dienen sollen. Dort soll die neueste Generation von Mobilfunk unter realen Bedingungen getestet werden. Die Erfahrungen, die in urbanen Gebieten gesammelt werden, sollen den weiteren Netzausbau der Swisscom vorantreiben.

Das erste komplette 5G-Netz in der Schweiz

Um flächendeckend 5G bereitstellen zu können, muss erst die notwendige Infrastruktur installiert werden. In Burgdorf in der Schweiz wurden daher das Core-Netz, das Transportnetz und die Antennenstandorte allesamt erneuert und auf Basis von 5G aufgebaut. Der Test von verschiedenen Anwendungen in einem reinen 5G-Netz lief vielversprechend. Getestet wurden Webbrowsing, Streaming, und Sprachverbindungen

Netzabdeckung in Deutschland

Mittlerweile gibt es ein nahezu flächendeckendes 2G-Netz. Man kann also immerhin überall in Deutschland übers Internet telefonieren oder Kurznachrichten verschicken. Auch wenn man in sehr ländlichen Regionen lebt, sind diese Bedürfnisse immerhin gedeckt. 

 

Für komplexere Anwendungen gibt es allerdings noch einige Funklöcher in Deutschland. LTE-Masten gibt es nämlich noch nicht genug und der Ausbau des 5G-Netzes hat gerade erst begonnen. Aber zurecht fragen sich viele Menschen, wann denn eine gute Zeit ist, um unterwegs auch komplexere Dinge zu erledigen als nur Kurznachrichten zu verschicken?

5G im Alltag

Eine Internetverbindung brauchen wir nicht nur für Googlesuchen, WhatsApp und Facebook. Smartphone-Nutzer müssen auch mit dem Netz verbunden sein, wenn sie auf Online-Games zugreifen möchten. Es wird beispielsweise immer beliebter, unterwegs im Online Casino zu spielen. Aber wann ist die beste Zeit zum Spiel an den Spielautomaten? Die Frage können einerseits Vergleichsplattformen beantworten. Andererseits sollte es für Nutzer jedoch jederzeit möglich sein, auf Casino-Websites zugreifen zu können – nämlich mit einer guten Internetverbindung.

 

Wenn Sie unterwegs am Smartphone oder Tablet im Online Casino spielen möchten, benötigen Sie eine stabile Internetverbindung. Wenn Ihr Handy aktuell nur 2G empfängt, wird das nicht ausreichen, um an Spielautomaten zu spielen. In urbanen Regionen und insbesondere großen Städten ist das Netz aber in der Regel so gut ausgebaut, dass Sie dauerhaft LTE-Empfang haben sollten. In diesem Fall können Sie problemlos ein wenig im Online Casino spielen. Die Netze sind in der Regel sehr stabil und sind nur in seltenen Fällen, etwa bei Großereignissen wie der Weltmeisterschaft, kurzzeitig überlastet.

Hindernis NSIV Grenzwerte

Die Datenübertragung am Smartphone findet mittels hochfrequenter elektromagnetischer Felder statt. Bei jeder Generation von Mobilfunk werden unterschiedliche Frequenzbereiche benutzt. Die Einführung von 5G benötigt zusätzliche Spektralbereiche. Der 5G-Ausbau wird unter anderem durch strenge NSIV Grenzwerte behindert. Diese Grenzwerte regulieren die maximal zulässige Feldstärke. 

 

Bei LTE mit Frequenzen im Bereich von 800 MHz gilt ein Grenzwert von 38 Volt pro Meter. 900 MHz ist aktuell 2G zugeordnet und der Grenzwert beträgt hier 41 V/m. Bei 2000 MHz bis 2600 MHz (also UMTS und LTE) darf der Grenzwert von 61 V/m nicht überschritten werden. 

 

Die Grenzwerte dienen dazu, dass durch kurzwellige EM-Strahlung die oberen Hautschichten nicht zu sehr erwärmt werden. Diese Werte sind wissenschaftlich hergeleitet und werden unter anderem von der internationalen Strahlenschutzorganisation ICNIRP, der WHO und in Deutschland der Deutschen Strahlenschutzkomission (SSK) festgelegt. Die Schweiz legt hier teilweise strengere Regeln fest als die ICNIRP, während Deutschland sich zum größten Teil an die Vorgaben hält. Auch in Belgien und Italien zieht man bisher noch vor, in Sachen Netzausbau nichts zu überstürzen und keine negativen gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung in Kauf zu nehmen. 

Netzüberlastung – Was tun?

Bei Großveranstaltungen wie einem Fußballspiel, Konzert oder beim Papst-Besuch kann es schon einmal vorkommen, dass die Mobilfunknetze überlastet sind und man nicht einmal mehr Telefonate führen kann. Mit etwas Glück kann man noch SMS versenden, weil diese am wenigsten Kapazität beanspruchen. Der Grund dieses Problems liegt auf der Hand: Zu viele Menschen auf einem Haufen überlasten das Mobilfunknetz. Bei vielen Großveranstaltungen beugen die Betreiber diesem Problem vor, indem sie eigene Sendemasten aufbauen. 

 

Doch was kann man als Event-Besucher tun? Eine Möglichkeit ist es, eine zweite SIM-Karte mit sich zu führen, mit der man in einem der anderen vier deutschen Netze telefonieren kann. Außerdem kann man sein Handy auf das GSM-Netz einstellen. In vielen Fällen kann man dann wieder telefonieren. Eine weitere Alternative sind öffentliche WLAN-Hotspots, die allerdings oft kostenpflichtig sind.

Die Zukunft von 5G

Das Problem von Netzüberlastungen kann das 5G-Netz wahrscheinlich nicht abfangen, allerdings kann man im regulären Betrieb mit schnelleren Verbindungen rechnen. Mit der aktuell schnellsten verfügbaren Mobilfunktechnik LTE können Datenraten von 300 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Bei 5G können Nutzer mit wesentlich höheren Datenübertragungen rechnen. Bei einem Test der Telekom auf der IFA 2018 konnte man beispielsweise eine Geschwindigkeit von drei Gigabit pro Sekunde messen. Im Idealfall soll man sogar bis zu zehn Gigabit pro Sekunde erreichen. Aber auch die Verkürzung der Latenzzeiten ist ein wichtiges Ziel von 5G, damit Zukunftsvisionen wie vollautonomes Fahren Realität werden können.