Lehrte
Dienstag, 29.03.2022 - 13:49 Uhr

Valerie Wittke gewinnt 1. Preis beim Jugendandachtspreis der Landeskirche Hannovers

"Hoffnung, die uns immer wieder aufstehen lässt"

Valerie Wittke ist eine der PreisträgerInnen des Jugendandachtspreises 2022 der Landeskirche Hannovers.Aufn.: Harald Koch

ARPKE/REGION

Valerie Wittke aus dem Lehrter Ortsteil Arpke ist eine von drei Gewinnerinnen und Gewinnern des Jugendandachtspreises 2021. Zum dritten Mal hat die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers am vergangenen Sonntag, 27. März 2022, in Hildesheim besonders gelungene Andachten ausgezeichnet.

 

Erstmals ging es nicht nur um "face to face"-Andachten in Jugendgruppen oder auf Freizeiten, sondern auch um Videos, die in sozialen Medien wie Instagram geteilt werden können. Das Thema, ein Bibelvers, war zuvor ebenfalls über eine Abstimmung bei Instagram ermittelt worden: "Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt." (Markus 9,23).

 

Den mit 500 Euro dotierten 1. Preis in der Kategorie "face to face" belegte Sebastian Lippe (16) aus Hannover. Den 2. Preis und 250 Euro erhielten Isa-Leandra Helms (18) aus Wehrstedt und Marius Müller (18) aus Breinum (Kreis Hildesheim). In der Kategorie "instAndacht" wurden der 1. Preis und die 500 Euro zweimal vergeben: an Valerie Wittke (17) und an Karlotta Hamburg (16) aus Engelbostel bei Langenhagen. Zusätzlich erhält Sebastian Lippe 3.000 Euro für ein Projekt seiner Jugendgruppe, Valerie Wittke und Karlotta Hamburg erhalten für ihre Gruppen jeweils 1.500 Euro.

 

Rund 90 Gäste konnten die Preisverleihung in der Hildesheimer Michaeliskirche mitverfolgen, parallel wurde der Festakt per Opens external link in new windowLive-Stream auf dem YouTube-Kanal der Landeskirche übertragen. Das musikalische Programm gestaltete der Sänger und Songwriter Till Seifert aus Hannover. Insgesamt wurden 84 Andachten eingereicht, "das ist weit mehr, als wir erwartet haben", sagte Pastor Michael Grimmsmann, der die theologische Nachwuchsförderung der Landeskirche Hannovers und auch den Jugendandachtspreis verantwortet. Landesbischof Ralf Meister lobte die inhaltliche und technische Qualität der eingereichten Arbeiten: "Während wir Älteren uns oft erstmal mühsam rantasten mussten, wie Gottesdienste und Andachten digital in Zeiten der Pandemie möglich sind, habt Ihr direkt losgelegt."

 

Für Valerie Wittke klang der Wettbewerbs-Bibelvers zunächst "genauso kitschig wie 1.000 andere kitschige Sprüche auf Instagram". Und der Glaube hilft leider nicht in jeder Lebenslage: Sie hat die Hauptrolle in dem Theaterstück und das Date mit Lukas aus der Parallelklasse nicht bekommen - obwohl sie ganz fest daran geglaubt hat. "Manchmal war es sogar eine vollkommene Katastrophe", erzählt die 17-Jährige in ihrem zweieinhalbminütigen Film. "Doch was wichtig ist, ist das Gefühl von Hoffnung, die uns immer wieder aufstehen lässt", fährt sie fort. Die Jury war angetan davon, in welch persönlicher und theologischer Weise Valerie Wittke über die Hoffnung spricht.

 

Auch die Laudatorin Katharina Schreiber-Hagen, Chefredakteurin des Evangelischen Kirchenfunks, zeigte sich begeistert: "Damit Social Media nicht krank und unglücklich macht, braucht es weniger Influencer und mehr Sinnfluencer - wie Valerie Wittke." Sie lud die 17-Jährige ein, für den neuen Kanal "Basis:Kirche" auf YouTube ein Gebet oder eine Predigt umzusetzen. Als die Gewinnerin vom Jugendandachtspreis gehört hatte, "war eine Sekunde später schon die Entscheidung gefallen", sich mit einem Beitrag zu bewerben, sagt Valerie Wittke. "Ich bin immer motiviert, etwas auszuprobieren und mich neuen Herausforderungen zu stellen."

 

Neben den vier Hauptpreisen wurden für einzelne Kriterien Sonderpreise (hochwertige Noise-Cancelling-Kopfhörer) vergeben. Sie gingen an Kristin Schneider aus Hannover ("Situationsbezogen"), Friederike Vielhauer aus Waake ("Fürbitte"), Finja Tresepenberg aus Buchholz ("Im Text reden"), Pascal Brockmann aus Eystrup ("Narrative Form"), Johanna Premke aus Lüchow ("Theologie und Alltag"), Sanna Lau aus Gifhorn ("Frische Sprache"), Lorena Spitzner von der evangelischen Jugend Holzminden-Bodenwerder ("Inszenierung"), den Leistungskurs Religion der KGS Pattensen ("Methode"), Melina Beyer aus Geestland ("Bibel"), das L3T'S PRAY Team St. Nicolai Diepholz ("Anspielkomposition"), Anna-Maria Calarasu und Sarah Ehrlich aus Geeste ("Eigener Song"), Alexandra Lena Schmidt aus Oldenburg ("Symbolik"), David List aus Nordhorn ("Drehbuch und Schnitt") und Amelie Harder aus Achim ("Visualisierung").

 

Drei Fragen an Valerie Wittke

Wie bist Du an den Bibelvers herangegangen?

Ich habe kritisch und offen über den Bibelvers nachgedacht. Und ich habe mit meinen Eltern über den Vers diskutiert. Dabei ist ein Punkt deutlich geworden, den ich wichtig finde: "Alles ist möglich, dem der glaubt" bedeutet ja nicht "Dem, der glaubt, gelingt alles". Mit diesem Gedanken habe ich dann ein bisschen gearbeitet. Wer glaubt, hat keine Garantie auf Erfolg - aber er (und sie natürlich auch) erhöht mit dem Glauben eindeutig die Chance auf Erfolg. Garantien gibt es nie - aber immer gibt es Hoffnung. Da bin ich dann gedanklich angekommen.

 

Was oder wer hat Dich motiviert, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

Was soll ich sagen? Ich bin immer motiviert, etwas auszuprobieren und mich neuen Herausforderungen zu stellen. Als ich vom Jugendandachtspreis gehört habe, war eine Sekunde später schon die Entscheidung gefallen, es zu versuchen.

 

Warum sind Andachten für Dich wichtig?

Erstmal: Die Kirche ist mir wichtig. Meine Eltern haben mir und meiner Schwester, ohne es zu übertreiben, christliche Werte vermittelt. Dann hatte ich das Glück, bei uns in Arpke eine sehr lebendige Kirchengemeinde mit einer tollen Pastorin zu haben. Einfach großartig sind die Segelfreizeiten, die für die Konfirmandinnen und Konfirmanden angeboten werden. Neben viel Freude und Spaß gibt es da immer auch die eher stillen Momente, die ich besonders schön finde: die Momente mit den Andachten. Ich wollte das Thema Segelfreizeit nicht loslassen. Inzwischen darf ich als Teamerin mit dabei sein und auch selbst Andachten gestalten. Ich fühle mich in der Kirche wohl und zuhause und geborgen.