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Dienstag, 04.01.2022 - 12:37 Uhr

Die 6 bekanntesten Bilder, die von Glücksspiel inspiriert wurden

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Glücksspiel ist vielleicht nicht die erste Thematik, die einem bei gemalter Kunst einfällt. Tatsächlich gibt es jedoch einige Künstler, die sich im Laufe der Jahrhunderte mit Glücksspiel befasst und dieses Thema auch in ihren Werken integriert haben. Wenn Sie sich selbst noch etwas mit Glücksspiel beschäftigen möchten, können Sie 70 Freispiele ohne Einzahlung nutzen und risikofrei spielen.

 

 

Einige der Stücke, die von Glücksspiel handeln oder es zumindest aufgreifen, haben es zu weltweiter Bekanntheit geschafft. Sechs davon stellen wir Ihnen hier vor und untersuchen die Bilder mal etwas genauer. 

 

 

Michelangelo Merisi da Caravaggio: Die Falschspieler

Im 16. Jahrhundert, vermutlich um 1594, hat der außergewöhnliche Künstler Michelangelo Merisi da Caravaggio, besser bekannt als Caravaggio, das Bild „Die Falschspieler“ gemalt. Auf dem Gemälde sind zwei Jungen dargestellt, die Karten spielen. Einer der beiden versteckt weitere Karten hinter seinem Rücken. Zusätzliche Hilfe bekommt er von einem älteren Mann, der dem Opfer über die Schulter schaut und dem Falschspieler Signale gibt. 

 

 

Georges De La Tour: Der Falschspieler mit dem Kreuz-Ass

Dieses Gemälde wurde von Georges de La Tour wahrscheinlich zwischen 1620 und 1629 gemalt. Der naive junge Mann links im Bild wird durch Betrug um sein Geld gebracht. Interessanterweise gibt es dieses Bild gleich zweimal in sehr ähnlicher Ausführung: Einmal hat De La Tour den Falschspieler mit Karo-Blatt in der Hand und einmal mit Kreuz-Blatt gemalt. Erstere Version ist im Louvre ausgestellt. 

 

 

Wer genauer hinschaut, erkennt, dass es sich bei der Louvre-Version insgesamt um die bessere Komposition handelt. Zwei Aspekte sind im Bild mit dem Kreuz-Blatt (Fort-Worth-Version) jedoch besonders gut dargestellt: Die Vorfreude des Opfers, welches sich nur auf sich und sein gutes Blatt konzentriert und so den Betrügern leichtes Spiel bereitet. Und das verschmitzte Lächeln der Kurtisane, die dabei ist, den Jüngling um sein Geld zu erleichtern. 

 

 

Jan Steen: Streit beim Kartenspiel

Dieses Kunstwerk hat insbesondere in den Niederlanden den Status einer Ikone, genießt aber auch internationale Bekanntheit. Jan Steen schuf dieses Gemälde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, dem Goldenen Zeitalter des Landes. In seinen Werken hielt Steen oft alltägliche Situationen der einfachen Leute fest und verwandelte pures Chaos in beeindruckende Kunst. 

 

Bei „Streit beim Kartenspiel“ ist ein Gerangel zwischen mehreren Spielern zu sehen. Ein Kind versucht, den Streit zu schlichten, aber die umgestoßene Karaffe auf dem Boden lässt auf den Alkoholpegel der Spieler schließen und ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Die Szene scheint sich in einem Hof abzuspielen und mehrere der Anwesenden haben ein Messer gezückt. Auf dem Boden liegen Spielkarten verteilt und ein aufgeklapptes Backgammon-Spiel.

 

 

Paul Cézanne: Die Kartenspieler 

Der französische Meister Paul Cézanne hat das Thema Glücksspiel in einer Serie von Ölgemälden mit dem Titel „Die Kartenspieler“ aufgegriffen. Die einzelnen Werke zeigen meist zwei Kartenspieler, manchmal auch einen dritten. Teilweise sind auch Utensilien wie eine Pfeife zu erkennen und auf drei der fünf Bilder zieht einer der Spieler auch genüsslich an der Pfeife. Dieses Motiv des Pfeifenrauchers findet sich in vielen der Bilder von Paul Cézanne wieder. Man geht davon aus, dass es sich bei den Protagonisten in den Bildern um Bauern in Tavernen handelt. Der Kaufpreis des fünften Bilds beläuft sich etwa auf 250 bis 275 Millionen US-Dollar. Als das Bild 2015 für diese Summe über den Tisch ging, gab es kein anderes Bild, das je einen höheren Kaufpreis erzielt hatte.  

 

 

Der Maler wird stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet. Andere Bezeichnungen für diese Stilrichtung sind auch Nach- oder Spätimpressionismus. Die Serie „Die Kartenspieler“ gilt als eine der bedeutendsten Werke von Paul Cézanne. In den frühen 1890er Jahren war es gewissermaßen die Brücke zwischen seinen aktivsten Jahren und seiner letzten Schaffensperiode. Während die ersten Bilder der Serie sich noch am Stil von Gustave Courbets orientieren, welcher dem Realismus zuzuordnen ist, weichen die späteren Werke der Serie deutlich von diesem Stil ab und prägen die Stilrichtung des Kubismus. 

 

 

Cassius Marcellus Coolidge: Dogs playing Poker

Bei “Dogs playing Poker” handelt es sich ebenfalls um eine Serie von Gemälden. Der amerikanische Künstler Cassius Marcellus Coolidge bildet hier vermenschlichte Hunde ab, die am Tisch sitzen und Poker spielen. Die Bernhardiner rauchen Zigarre, Zigarette und Pfeife und sitzen mit einem Glas Whiskey am Pokertisch. Die meisten Menschen sehen in diesen um 1900 entstandenen Bildern eher Kitsch als ernstzunehmende Kunst. In verschiedenen Medien wurde das Bild in Parodien aufgegriffen. Trotzdem sind die Bilder immerhin bis zu einer halben Million Dollar wert. Die Gemälde sind teilweise berühmten Bildern nachempfunden, die Menschen beim Kartenspiel zeigen. In einigen kann man die schon erwähnten Werke von Paul Cézanne, Georges de La Tour und Michelangelo Merisi da Caravaggio erkennen.

 

 

Der damals größte Hersteller von Kalendern war auf das erste Bild dieser Art von Cassius Marcellus Coolidge aufmerksam geworden und gab daher 16 Gemälde vom gleichen Typ in Auftrag, um damit unter anderem eine Zigarettenmarke bewerben zu können. Neun dieser Bilder zeigen die Hunde beim Poker Spielen, der Rest bildet die Vierbeiner bei anderen Sportarten ab. 

 

 

Was genau der Hintergrund der ungewöhnlichen Kombination aus Poker und Hunden ist, kann nur spekuliert werden. 

 

 

Fernand Leger: Soldiers Playing Cards

Fernand Leger lässt in seinen Werken Einflüsse von Cézanne und Picasso erahnen. Das meisterhafte Gemälde „Soldiers Playing Cards“ greift die Faszination des Künstlers für den ersten Weltkrieg und insbesondere dessen Mechanisierung auf. Mit diesem und anderen Werken erlangte Leger den Ruf als viertes Mitglied des Kubismus. Sein Stil war dabei von der Betonung einer unverkennbaren Ästhetik geprägt, die man in Kriegsgerät und Maschinen erkennen kann. Das Gemälde „Soldiers Playing Cards“ ist eines der besten und bekanntesten Werke von Leger. Gemalt hatte er es, nachdem er in der Schlacht von Verdun von einem Giftgasangriff betroffen war und einige Zeit im Krankenhaus verbringen musste. 

 

 

 

„Soldiers Playing Cards“ ist nicht das einzige Gemälde des Künstlers, das auf seinen Erfahrungen im ersten Weltkrieg beruht. Während seiner Zeit an der Front fertigte er mehrere Zeichnungen an, die er später zu beeindruckenden Gemälden vervollständigte.