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Region Hannover
Mittwoch, 27.10.2021 - 13:18 Uhr

Wie sicher fahren Senioren?

REGION

Im August war ein Team des NDR-Fernsehens bei den Liberalen Senioren Region Hannoverzu Gast. Sie hatten vorher bei Manfred Kobusch, dem Vorsitzenden, angefragt, ob er für ein Gespräch und für ein paar Filmsequenzen für das Thema "Senioren am Steuer" zur Verfügung stünde; Kobusch ist in der Szene durch die ZDF-Sendung "heute-show" bekannt und hat spontan zugesagt. Jetzt hat der NDR den Film im Rahmen der Sendereihe "45 min" gezeigt.

 

Aber der Anfang des Films war viel spektakulärer als die Interviews. Die Reporter zeigten eine Straße in Hamburg, die die häufigsten Unfälle an Schaufensterscheiben durch Senioren verzeichnet. Interessant war: sie alle fahren Autos mit Automatikgetriebe und sie verwechseln Gas und Bremse sowie Vorwärts- und Rückwärtsgänge. Eine Anfrage beim Bundesverkehrsministerium ergab keine Notwendigkeit für Fahrtests für Senioren. Die Pressestelle ließ verlauten: "Die Senioren stehen in der Eigenverantwortung, ihre Fitness selbst zu überprüfen."

 

Da einige Jugendliche sich mehr Sicherheit auf den Straßen wünschen, haben sie das Projekt "Führerschein gegen Fahrschein" ins Leben gerufen. In Hannover sind schon mehr als 1400 Führerscheine abgegeben worden. Manfred Kobusch bekannte: "Ich habe mein ganzes Leben in der Automobilbranche gearbeitet, mir macht das Autofahren auch heute noch viel Freude, gibt mir das Gefühl von Unabhängigkeit und Spontanität, und das ginge verloren, wenn ich nur mit ÖPNV fahren müsste". Die Liberalen Senioren haben sich strikt gegen dieses Projekt ausgesprochen. Besonders im ländlichen Bereich seien die Taktungen der Busse und Bahnen oftmals so ungünstig, dass man viel Zeit einplanen muss.

 

Um ihr Fahrvermögen zu zeigen, treffen sich die Liberalen Senioren im Fahrsicherheitszentrum des ADAC, doch nicht nur sie, sondern auch eine junge Dame, die erst seit drei Jahren den Führerschein besitzt. Kobusch fällt auf: "Beim Fahren in besonderen Situationen, wie Bremsen und Ausweichen auf nasser Straße, zeigt sich, dass die Älteren über einen großen Erfahrungsschatz verfügen, den sich die Jüngeren erst noch aneignen müssen."  

 

Auch andere Organisationen haben andere Denkansätze. So wird an der Hochschule für das Verkehrswesen in Dresden im Rahmen der Unfallforschung eine Teststrecke für ältere Fahrer entwickelt. Nach deren Absolvierung bekommt der Fahrer ein Feedback für sein eigenes Fahrhalten, der Führerschein kann ihm jedoch nicht abgenommen werden. Im Ausland, beispielsweise in Spanien ist ein medizinischer Check-up ab dem 65. Lebensjahr alle fünf Jahre Pflicht. Er umfasst Seh- und Hörtests, Reaktionstests und anderes. Die Fahrerlaubnis kann eingezogen werden, bei Schwächen wird sie aber nur eingeschränkt.

 

Die Liberalen Senioren sind weiterhin für einen freiwilligen Gesundheitscheck. "Eine Verpflichtung wäre für viele schon diskriminierend.", so Kobusch. In Deutschland kann der Test jährlich beim Arzt durchgeführt werden. "Auch der ADAC will von verpflichtenden Tests nichts wissen. Die Situation beschreibt am besten ein Satz unseres Trainingsleiters: 'Die Leute, die wir brauchen, die kommen nicht.' Mit anderen Worten: Es kommen die, die noch gut fahren können", so Kobusch. Er ergänzt: "Und damit das so bleibt und wir keine 'Hamburger Verhältnisse' bekommen, veranstalten die Liberalen Senioren zum Herbst wieder einen FahrFitnessCheck. Wer Interesse hat, der kann sich gerne bei mir melden."