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Region Hannover
Donnerstag, 07.10.2021 - 14:21 Uhr

"Gesundheit für alle!" - Clearingstelle erfolgreich gestartet

Region, Diakonie und Caritas stellen neues Projekt zur Gesundheitsversorgung von Menschen in besonderen Lebenslagen vor

"Gesundheit für alle!": Thomas Heidorn (von links), Leiter des Fachbereichs Soziales der Region Hannover, Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover, Heiko Deppe vom Diakonischen Werk Hannover, Tatjana Makarowski vom Caritasverband Hannover sowie Fabian Niculescu von der Clearingstelle bei der Vorstellung des neuen Beratungsangebots für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz.Aufn.: Region Hannover/ Nina-Sandra Graf

REGION

Im Mai ist sie offiziell an den Start gegangen und hat bereits 120 Menschen beraten: Die neue Clearingstelle "Gesundheit für alle!" in der Innenstadt Hannovers unterstützt Frauen und Männer ohne Krankenversicherungsschutz. Die Trägerschaft liegt in den Händen des Caritasverbandes Hannover sowie der Diakonische Werk Hannover gGmbH. Die Region Hannover hat das Modellprojekt initiiert und gemeinsam mit dem Land die finanzielle Förderung übernommen: Insgesamt 255.000 Euro beträgt der Regionsanteil für das Projekt, das erst einmal für die nächsten drei Jahre läuft.

 

"Die Clearingstelle hilft Betroffenen, gegebenenfalls bestehenden Krankenversicherungsschutz zu klären oder neuen herzustellen und Wege zu finden, an die medizinische Regelversorgung angeschlossen zu werden. Damit schließen wir in vielen Fällen Versorgungslücken. Es geht darum, Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen, wie Wohnungslosigkeit oder einem ungeklärten Aufenthaltsstatus, nachhaltig zu beraten und beim Zugang zu medizinischer und pflegerischer Versorgung wirksam zu unterstützen", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover.

 

"Zu uns in den Caritasverband kommen sehr viele Menschen ohne oder mit ungeklärtem Versicherungsschutz, um sich von unseren Ärzten der Straßenambulanz medizinisch versorgen zu lassen. Dabei wäre bei vielen eine Reintegration in die gesundheitliche Regelversorgung möglich. Mit der Clearingstelle schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang und leisten nachhaltige Hilfe im Umgang mit Behörden und Krankenkassen", betont Tatjana Makarowski, Referentin für Sozialpolitik bei der Caritas.

 

"Jeder Mensch hat das Recht auf eine gesundheitliche Versorgung. Mit der Clearingstelle helfen wir, dass Menschen sie auch bekommen. Sehr individuell werden Brücken geschlagen", sagt Heiko Deppe vom Diakonischen Werk Hannover gGmbH. "Wir freuen uns, dass die Region Hannover dieses wichtige Projekt ermöglicht."

 

Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit Start der Clearingstelle vor Ort im Einsatz. unter ihnen eine Kauffrau im Gesundheitswesen, eine Sozialversicherungsfachangestellte, eine Sozialarbeiterin sowie ein Sozialarbeiter. Sie helfen den Betroffenen, den individuellen Anspruch auf Krankenversicherungsschutz oder Hilfen zur Gesundheit zu ermitteln - von der Aufnahme in eine gesetzliche oder private Krankenversicherung bis zu Leistungen der Sozialhilfe oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Außerdem beraten die Fachkräfte andere medizinische und soziale Einrichtungen zum Sozialleistungsrecht und über die Zugänge zur Krankenversorgung und bauen das Netzwerk bestehender Beratungs- und Versorgungsangebote weiter aus.

 

"Unsere Klientinnen und Klienten sind sehr unterschiedlich - von Menschen in schwierigen Lebenslagen über EU-Bürgerinnen und -Bürger, die zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind, bis zu Studierenden ohne Versicherungsschutz: Jede Beratung ist eine eigene Reise, die oft mehr Hürden hat, als man anfangs denkt", beschreibt Sozialarbeiter Fabian Niculescu von der Clearingstelle seine Arbeit. "Manchmal geht die Unterstützung auch über die Beratung hinaus - in manchen Fällen ist es wichtig, bei offiziellen Terminen die Ratsuchenden zu begleiten oder eine Begleitung zu organisieren." Seine Kollegin und Sozialversicherungsfachangestellte Annika Mäckler ergänzt: "Es gibt auch immer wieder Fälle, die besonders herausfordernd sind, wie zum Beispiel, wenn Betroffene aus dem Krankenhaus entlassen werden und eigentlich noch Bettruhe brauchen, oder bei wohnungslosen Menschen die postalische Meldeadresse fehlt, da gibt es viel zu organisieren."

 

Die Clearingstelle hat seit Anfang Mai dieses Jahres ihren Sitz in der Großen Packhofstraße 27-28 in Hannovers Innenstadt. 120 Menschen wurden seit Beginn beraten. In 64 Fällen konnte die Beratung abgeschlossen werden, elf Ratsuchenden konnte ein nachhaltiger Krankenversicherungsschutz vermittelt werden, in zehn Beratungsfällen war keine Hilfe erwünscht. 35 Beratungsfälle sind aktuell noch im Beratungsprozess. Die Beratungen finden in den Sprachen deutsch, arabisch, französisch, englisch und rumänisch statt, bei Bedarf können auch weitere Sprachen abdeckt werden.