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Burgwedel
Dienstag, 07.09.2021 - 17:55 Uhr

Treffen zum Innenstadtkonzept: "Ganzheitliche Planung versus Schnellschuss"

Trafen sich am Parkplatz der Dr.-Albert-David Straße (von links). Antje Bannasch, Ilona Niemann, Carsten Niemann, Henrik Grabowski (FDP), Winfried Stellmacher (CDU), Sabine Breuckmann, Dirk Breuckmann, Erika Rust, Rolf Gehle und Eugen Reichardt.Aufn.:

GROßBURGWEDEL

Am vergangenem Sonnabend, 4. September 2021, trafen sich auf dem Parkplatz Dr. Albert-David-Straße in Großburgwedel im Bereich des vorgesehenen Senioren-Begegnungsstätte-Bauprojekts neben benachbarten Anliegern vor allem interessierte Bürgerinnen und Bürger.

 

Dirk Breuckmann, Vorsitzender der Wirtschaft Initiative Burgwedel (WIB), lud zu dem Treffen ein und betonte, dass dies keine Veranstaltung der WIB sei, sondern die Anwesenden sich über die Ausmaße des geplanten Gebäudekomplexes ein Bild machen sollen und "dieses Solitärprojekt vor dem Hintergrund der Innenstadtentwicklung sorgsam ganzheitlich abgeprüft werden müsste". Eingeladen hatte er zudem aus der Politik Henrik Grabowski (FDP) und Winfried Stellmacher (CDU).

 

Es wurden vor Ort die geplanten Gebäude in ihren Umrissen visualisiert, um die städtebauliche Auswirkung zu verdeutlichen. "Alle Teilnehmer waren sich einig, dass ein Bauvorhaben dieses Ausmaßes und auch mit einschneidenden Auswirkungen auf die weitere Gestaltung der Innenstadt vom  Großburgwedel nicht mal schnell entschieden werden darf, hier Sorgfalt vor Eile das Gebot sein muss", so Breuckmann.

 

"Geblendet ist offensichtlich jeder, der sich bis jetzt mit der Thematik befasst hat, dass ein Fördertopf zur Verfügung steht, der schnell geleert werden müsse", so Breuckmann. Städtebauliche Auswirkungen und der mit dem Bauprojekt einhergehende Nutzen müssten seiner Ansicht nach auf den Prüfstand und im Rahmen des vorgenannten und von der Gruppe eingeforderten ganzheitlichen Konzepts bewertet werden. "Ein Eingriff in das Bild von Großburgwedel, welches dann für die nächsten Jahrzehnte nicht mehr umkehrbar ist, in dieser Schnelligkeit umzusetzen, ist fahrlässig", ergänzte Rolf Gehle.

 

"Fördermittel sollten zudem nie der Grund für kommunales Handeln sein, sie sollten bei einem guten Projekt als Unterstützung dienen", so Breuckmann. Die Worte "Fördermittel" und "Sanierung" würdenlaut Breuckmann  zudem den anliegenden Eigentümern suggerieren, dass keine Kosten auf diese zukommen. "Das Gegenteil wird der Fall sein, denn entweder werden sie an den Kosten direkt oder später durch eine Wertsteigerungsabgabe belastet", so Breuckmann.

 

"Auch wenn sich die im Eigentum der Stadt stehende Parkplatzfläche als schnell verfügbar befindet, rechtfertig dies nicht leichtfertig sich nur auf diesen Bereich planerisch mit derart starker baulicher Verdichtung zu beschränken und vorschnell noch in dieser Ratsperiode zu beschließen. Selbst Vorentscheidungen im Fachausschuss (Bauausschuss 16.9.2021) sollten den ab 1.11.2021 neu gewählten Ratsmitgliedern des Ortsrates Großburgwedel, wie vor allem aber des Stadtrates überlassen werden", betont Breuckmann.

 

"Dies auch vor dem Hintergrund, dass offenbar nicht alle Handlungsoptionen berücksichtigt sind", erklärt er. Das derzeitige Krankenhausgelände sei vor dem Hintergrund der anstehenden Entwicklungen rund um den Neubau des Regionsklinikum am Stadtrand nicht im Sanierungskonzept enthalten.

 

Breuckmann hob hervor, dass die unter Berücksichtigung des Gutachtens von Prof. Schonhoff aus dem Jahr 2012 vor allem die Achsen Von-Alten-Straße inklusive Parkplatz über Domfront-Platz zum Rathaus bis hin zum Krankenhaus in Gänze planungsrechtlich betrachtet und damit zunächst in das zu definierende Gebiet für eine ganzheitliche Innenstadtbetrachtung eingebunden werden sollte.

 

"Das einzig verfügbare und großflächige 'Sahnestück' in Großburgwedel jetzt zu bebauen, ohne hier auch wichtige alternative und zukunftsorientierte Stadtentwicklungspotentiale zu eruieren und zu berücksichtigen, wird für die nächsten 50 bis 80 Jahre nicht mehr umkehrbar sein. Dies ist ein Zeitraum, in dem üblicherweise öffentliche Bebauungen wie diese finanziert und abgeschrieben werden", so Breuckmann.

 

Breuckmann fordert an Politik und Verwaltung eingehend, eine ganzheitliche Planung für Großburgwedel möglichst im Rahmen eines "aus und mit der Bürgerschaft getragenen und professionell moderierten wertneutralen Stadtentwicklungsprozesses zu erarbeiten und hieraus konkrete Maßnahmen und Projekte abzuleiten". Sodann wäre erneut zu entscheiden, was für Nutzungsmöglichkeiten sich für den Parkplatz ergeben könnten.

 

"Zum Schluss waren sich die Teilnehmer einig, mehr Einfluss auf diese Planungen nehmen zu wollen", so Breuckmann und: "Eine Vereinsgründung mit dieser Zielsetzung steht kurz bevor".