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Dienstag, 07.09.2021 - 08:52 Uhr

Boxspringbett auf dem Prüfstand: Bezeichnung kein Qualitätsgarant

Aufn.: Dimhou/pixabay.com

REGION

Boxspringbetten erinnern an den Komfort in exklusiven Hotels und werden deshalb gern mit hoher Qualität in Verbindung gebracht. Allerdings werden längst nicht alle Möbel diesen Erwartungen gerecht. Minderwertige Materialien, schlechte Verarbeitung und mangelnder Liegekomfort sind keine Seltenheit. Kaufinteressenten müssen deshalb einen kritischen Blick auf die Produkte werfen. Mit Hilfe bestimmter Kriterien lassen sich hochwertige Schlafsysteme von minderwertigen Alternativen unterscheiden.

 

Die Preisunterschiede zwischen klassischen Betten und Boxspringbetten sind enorm - teilweise müssen Verbraucher mit Extrakosten im vierstelligen Bereich rechnen. Gerechtfertigt werden die höheren Preise häufig mit dem aufwändigeren Aufbau:

  • Federung: Anders als bei Betten mit Lattenrost, verfügen Boxspringbetten über gefederte Untergestelle. Bei hochwertigen Modellen ist diese Federung in einem soliden Rahmen aus Massivholz. Zusammen ergibt sich daraus die Federkernbox - auch Untermatratze oder Boxspring genannt.
  • Matratze: Darüber befindet sich die eigentliche Matratze, die aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt sein kann. Typisch sind Varianten mit Bonnellfederkern, aber auch Tonnentaschenfederkern sowie Latex, Kaltschaum und viskoelastische Matratzen.
  • Topper: Den Abschluss des Boxspringsystems bildet ein Topper mit einigen Zentimetern Stärke. Er soll die Matratze schonen und den Schlafkomfort erhöhen. Auch für Topper werden verschiedene Materialien verarbeitet. Darunter Kaltschaum, Latex und Schurwolle.

Teuer und hochwertig?

Besonders teuer werden individualisierte Boxspringbetten verkauft. Hierbei erfolgt nach einem Körperscan eine Individualisierung der Schlafsysteme in Bezug auf Gewicht, Körperbau und Schlafgewohnheiten. Zwischen 4.000 und 7.000 Euro - zum Teil mehr - werden für derartige Produkte verlangt. Dass ein hoher Preis kein Garant für Komfort und Qualität sein muss, konnte die Stiftung Warentest bereits vor Jahren bestätigen. Die Verbraucherorganisation testete zwei individualisierbare Systeme und kam zu dem Ergebnis, dass keines optimale Liegeeigenschaften für die Testkunden bietet. Zudem wurde ein Chemiecocktail nachgewiesen - ein Bett verströmte flüchtige organische Verbindungen, die sowohl Allergien auslösen können als auch Schleimhäute reizen.

 

Mix and Match - bedarfsgerechte Anpassungen vornehmen

Diejenigen, die bereits ein Boxspringbett besitzen, jedoch mit dem Liegekomfort unzufrieden sind, müssen diese Situation keinesfalls hinnehmen. Mit alternativen Opens external link in new windowMatratzen, die besser zum persönlichen Bedarf passen, können die alten Boxspringbett-Matratzen jederzeit ersetzt werden. Lediglich die Maße müssen mit dem Rahmen harmonieren.

 

Gleiches gilt für den Topper, der ebenso einzeln beschafft werden kann. Qualität Made in Germany nach Oeko-Tex Standard 100 (schadstoffgeprüft) weisen unter anderem die Premium Gelschaum-Topper des Anbieters für Opens external link in new windowAM Qualitätsmatratzen auf. Der anpassungsfähige Gelschaum verspricht Luftdurchlässigkeit und eine Unterseite mit Antirutschfunktion gewährleistet, dass die Boxspringbettauflage ihre Position beibehält. Darüber hinaus sind im Internet und regionalen Fachgeschäften auch die Bettgestelle ohne Matratzen und Topper erhältlich, um die Einzelteile wunschgemäß kombinieren zu können.

 

Boxspringlabel - Qualitätsstandards dank „Original DGM Boxspring“

Soll ein neues Boxspringbett mit hohem Qualitätsanspruch gekauft werden, bietet das sogenannte Boxspringlabel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. (DGM) eine gute Orientierung. Grundlage für das Label ist eine Registrierung des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. basierend auf einer Definition für Boxspringbetten, welche die DGM mit einschlägigen Fach- und Verkehrskreisen erarbeitet hat:

 

RAL Registrierung Boxspring und Boxspring-Bettsysteme - Begriffsbestimmung und Anforderungen, RAL-RG 441

Halten Hersteller die entsprechenden Anforderungen ein, können ihre Betten mit dem Boxspringlabel gekennzeichnet werden. Mit dem Label wollen die Experten Verbrauchern die Kaufentscheidung erleichtern und sicherstellen, dass sie auch tatsächlich ein Schlafsystem erhalten, dass diesem Titel gerecht wird. Da der Begriff Boxspringbett nicht geschützt ist, kann sich der Aufbau der Betten unterscheiden. Nicht selten wird die Bezeichnung lediglich aufgrund des positiven Images dieser mehrlagigen Schlafsysteme genutzt, bei einem kritischen Blick auf die Details entpuppen sich die Betten jedoch als Lockangebot.

 

Möbel mit dem Boxspringlabel müssen definierte Standards einhalten. In einer Opens external link in new windowPressemeldung zur RAL Registrierung Boxspring nennt die DGM Bettenhersteller, deren Betten bereits mit dem Boxspringlabel ausgezeichnet wurden. Unter anderem werden RUF Betten, die ADA Möbelfabrik und Femira Schlafsysteme aufgeführt.

 

Unbedingt Probeliegen!

Verbraucher, die auf den Charme eines Boxspringbettes nicht verzichten, aber hinsichtlich der Qualität für gesunden Opens external link in new windowSchlaf keine Kompromisse eingehen möchten, erhalten durch das Label „Original DGM Boxspring“ eine praktische Hilfestellung. Sich allein darauf zu verlassen, wäre jedoch falsch. Auch die Experten des DGM raten zum ausgiebigen Probeliegen und Vergleichen, um Schlafsysteme passend zu Schlafgewohnheiten und Körperbau zu finden.