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Freitag, 03.09.2021 - 17:34 Uhr

Hannover 96: Holpriger Start in der 2. Bundesliga

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In der 2. Bundesliga sind mittlerweile fünf Spieltage absolviert und ein erstes Bild der Stärken der Vereine zeichnet sich ab. Für Hannover 96 sieht es aktuell noch nicht allzu positiv aus, denn momentan befindet man sich auf dem vorletzten Platz der Tabelle. Neben drei Niederlagen konnte lediglich ein Sieg und ein Unentschieden eingefahren werden, was unterm Strich 5 Punkte für die Niedersachsen bedeutet.

 

Das Remis gelang dabei am ersten Spieltag gegen Bundesliga-Absteiger Werder Bremen, während man an Spieltag vier Opens external link in new windowgegen den 1. FC Heidenheim mit 1:0 gewinnen konnte. Eine relativ magere Ausbeute, bei der vier Punkte das einzig Zählbare waren. Auch das Torverhältnis ist in der momentanen Phase alles andere als gut. Zwei geschossene Tore sind der Tiefstwert der Liga und nur zwei Teams haben in den fünf Partien mehr Gegentore gefangen als die zehn der Hannoveraner.

 

Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive muss sich also einiges tun bei „den Roten“. Gravierender als die Ergebnisse selbst waren aber sicherlich die Auftritte der 96er, die bei ihren Niederlagen teilweise plan- und lustlos auf dem Rasen umherliefen. Der Sieg gegen Heidenheim war ebenfalls glücklich, da dem einzigen Tor der Partie ein deutlicher Fehler des gegnerischen Verteidigers vorausging. Bei den drei verloren gegangenen Spielen gegen Hansa Rostock, Dynamo Dresden und Darmstadt 98 ist ein heftiges Torverhältnis von 0:9 das Ergebnis.

 

Seit nunmehr zwei Jahren, nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2018/2019, findet sich Hannover in der zweithöchsten Liga wieder und wurde von Opens external link in new windowWettanbietern mit deutscher Lizenz anfangs zu den wahrscheinlichsten Kandidaten des direkten Wiederaufstiegs agezählt. Doch in ihrer ersten Spielzeit in der 2. Bundesliga langte es nur für Platz sechs, während Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart aufsteigen konnten. In der Folgesaison im vergangenen Jahr langte es bei Hannover nur noch für den 13. Rang und man musste dementsprechend auf eine schwache Spielzeit zurückblicken. Generell gab es in den letzten zwei bis drei Jahren immer wieder Unstimmigkeiten im Verein und auch unter den Anhängern.

 

Dabei ging es vor allem um Vereinspräsident Opens external link in new windowMartin Kind, der zwischenzeitlich als Verantwortlicher zurücktrat, dann aber wieder die Position des Managers übernahm. Hauptthema der Problematik war die sogenannte 50+1 Regel, die dafür sorgt, dass die Entscheidungsgewalt beim Verein und nicht bei den Investoren liegt. Kind war offener Gegner davon und musste sich entsprechende Kritik gefallen lassen, er treibe Hannover 96 mit seinen Maßnahmen in den Abgrund.

 

Viele Veränderungen im Kader

Wie man es in den Vereinen der großen deutschen Ligen kennt, hat das Umfeld des Clubs einen enormen Einfluss auf die allgemeine Leistung. Gute Beispiele dafür waren in den letzten Jahren der Hamburger SV oder Schalke 04, deren Uneinigkeiten und Probleme sich zusehends auf die Mannschaft übertrugen – das Resultat ist bestens bekannt. So weit werden es die Verantwortlichen bei Hannover 96 hoffentlich nicht kommen lassen. Nun geht es darum, auf und neben dem Platz wieder etwas Beständigkeit aufzubauen. Das soll gelingen, auch wenn sich vor und während der aktuellen Saison noch einige Änderungen im Kader von Cheftrainer Jan Zimmermann ergeben haben.

 

Im Sommer kehrte unter anderem Ron-Robert Zieler nach seiner Leihe vom 1. FC Köln zurück. Der 32-Jährige ist damit wieder an seiner alten Wirkungsstätte, wo er bereits von 2010 bis 2016 spielte. Ein weiterer Rückkehrer ist Sebastian Ernst, der bei den 96ern ausgebildet wurde und dort seine ersten Schritte im Seniorenbereich absolvierte. Seit 2017 war der Mittelfeldakteur bei Greuther Fürth unter Vertrag, mit denen er in der vergangenen Saison in die Bundesliga aufsteigen konnte. Ebenfalls für das offensive Mittelfeld kam Sebastian Kerk vom VfL Osnabrück.

 

Kerk ist mit dem österreichischen Stürmer Lukas Hinterseer der einzige Spieler, für welche die Roten eine Ablöse zahlen mussten. In der Verteidigung kam Jannik Dehm von Holstein Kiel als Verstärkung sowie Luka Krajnc und Julian Börner. Im defensiven Mittelfeld sind es Tom Trybull von Norwich City, Gaël Ondoua aus der Schweizer Super League und der an Wehen Wiesbaden ausgeliehene Tim Walbrecht, die in das Team fanden. Für den Sturm wurde der junge Maximilian Beier (18) von der TSG Hoffenheim als Leihgeschäft nach Opens external link in new windowHannover geholt.

 

Doch es mussten auch einige Abgänge verkraftet werden, die während der schon laufenden Saison getätigt wurden. Allen voran Mittelstürmer Marvin Ducksch, der für 3,5 Millionen Euro zu Werder Bremen wechselte. Ducksch konnte in 70 Spielen für Hannover 33 Tore erzielen und traf in seinem ersten Einsatz für Bremen bereits doppelt. Auch die Innenverteidiger Simon Falette, Timo Hübers, Baris Basdas und Josip Elez haben den Verein ablösefrei verlassen und reißen damit ein durchaus großes Loch in die hannoversche Defensive. Im Mittelfeld sind es Genki Haraguchi, Simon Stehle, Jaka Bijol und Niklas Tarnat deren Zeit bei Hannover zu Ende ging. Trotz der Neuzugänge muss der Verein also auch einiges kompensieren.

 

Kann Hannover 96 Fuß fassen?

Nach der Opens external link in new windowklaren Niederlage gegen Darmstadt 98 in der letzten Partie steht nun erstmal die einwöchige Länderspielpause an. Danach geht es gegen St. Pauli weiter, die aktuell auf dem 3. Platz stehen und drei der fünf Partien gewinnen konnten, einmal hieß es gegen den Tabellenletzten Erzgebirge Aue Unentschieden. Ob sich Hannover 96 in den kommenden Wochen fangen kann, bleibt abzuwarten. Das Transferfenster ist nun seit Ende August geschlossen, wodurch der feste Kader nun steht und etwas mehr Ruhe einkehren kann.