Burgdorf
Mittwoch, 01.09.2021 - 15:32 Uhr

Sicherheit geht vor: Ortsfeuerwehr Hülptingsen drängt auf neues Feuerwehrhaus

Erhielten neue Dienstgrade (von links): Kay-Uwe Klitzke (Hauptlöschmeister), Alexander Müller (Hauptfeuerwehrmann), Lukas Zdarsky (Feuerwehrmann), Mauro Vaccaro Notte (Oberfeuerwehrmann) und Adrian Vaccaro Notte (Oberfeuerwehrmann)Aufn.:

HüLPTINGSEN

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hülptingsen fand am vergangenen Freitag, 27. August 2021, unter den 3G-Regeln in der Fahrzeughalle statt.

 

68 Einsätze hatte die Ortsfeuerwehr Hülptingsen im Jahr 2020 bewältigt, berichtete Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann in seinem Jahresbericht, aufgeschlüsselt in 14 Brandeinsätze, 43 technische Hilfeleistungseinsätze und elf Fehlalarme, wie beispielsweise ausgelöste Brandmeldeanlagen und Rauchwarnmelder.

 

Ein für die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr sehr einprägsamer Einsatz ereignete sich im September 2020. Im Rahmen des ABC-Zuges Region Hannover Ost wurde die Feuerwehr Hülptingsen auf die A2 in Höhe Lehrte Ost alarmiert. Dort ereignete sich ein Unfall zwischen drei Lkw, wovon einer radioaktivhaltige Stoffe geladen hatte. "Ein Gefahrguteinsatz mit radioaktiven Stoffen ist schon etwas anderes, als einer mit Chemikalien", so Ortsbrandmeister Brockmann.

 

Neben den allgemeinen Regelungen zur Vermeidung einer Ansteckung mit den Corona-Viren müssen sich derzeit die Feuerwehren an zusätzliche Dienstanordungen halten. Diese dienen dazu, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren sicherzustellen.

 

So wurden 2020 zwar Einsätze abgearbeitet, wichtige praktische Ausbildungsdienste durften jedoch auch dann noch nicht stattfinden, als im zivilen Leben wieder einige Lockerungen bestanden. So haben die Feuerwehren verstärkt auf Online-Dienste gesetzt, die, so Ortsbrandmeister Brockmann, das Feuerwehrwissen nur unterstützen, die Praxis aber nicht ersetzen können. Auch Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer stellte fest, dass im gesamten Stadtgebiet die Ausbildung die fehlende Praxis bei den Feuerwehrkräften Ende 2020 langsam bemerkbar wurde.

 

Inzwischen seien meisten Einsatzkräfte fast alle geimpft und so dürfen seit einigen Wochen die Ortsfeuerwehren wieder praktisch ausbilden. Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann freut sich, dass sich die Einsatzkräfte trotz der langen Durststrecke ohne Praxisdienste nicht haben abschrecken lassen und wieder sehr motiviert an den praktischen Ausbildungsdiensten teilnehmen.

 

Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann freut sich, dass trotz der Corona-Pandemie und der dadurch ausgebliebenen Mitgliederwerbung bereits sechs neue Mitglieder für die Einsatzabteilung gewonnen werden konnten.

 

Die Ortsfeuerwehr werde, dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Hülptingsen, in Kürze wieder verstärkter auf Mitgliedergewinnung im Neubaugebiet gehen können. "Persönliche Ansprachen haben bislang leider im Neugebiet nicht so viel Erfolg gehabt. Die meisten sagen, dass sie keine Zeit haben und arbeiten müssen. Aber auch wir haben Familien und müssen arbeiten. Und wir nehmen uns die Zeit, anderen zu helfen. So funktioniert unsere Gesellschaft nunmal", so der Ortsbrandmeister. Hülptingsen sei mit seinen etwa 1.156 Einwohnern immerhin der viertgrößte Ortsteil im Stadtgebiet, nach der Kernstadt, Ramlingen-Ehlershausen und Otze. Trotzdem habe bislang leider noch kein Bürger aus dem Neubaugebiet Hülptingsens den Weg in die Ortsfeuerwehr gefunden, wie er berichtete. "Ich hoffe, dass sich das bald ändern wird", so Brockmann.

 

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn bedankte sich bei den Feuerwehrkräften für die im Jahr 2020 geleistete Arbeit und ihr Engagement. Besondere Worte richtete er an Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann und seinen Stellvertreter Kay-Uwe Klitzke, die gerade in den vergangenen Wochen und Monaten eine besondere Stärke und Souveränität bewiesen hätten.

 

Inzwischen stünde die Stadt Burgdorf in Verhandlungen, ein Baugrundstück für das neue Feuerwehrhaus zu erwerben, dennoch würde das noch viel Zeit in Anspruch nehmen. "Es vergeht viel zu viel Zeit, bis das eine Zahnrad in das andere greift", so Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann, der damit auf die langen Wege innerhalb der Stadtverwaltung anspielt. Ein Feuerwehrhaus würde immerhin die Eigenkapitalquote der Stadt erheblich erhöhen und sei mindestens ebenso wichtig, wie der Bau von Schulen und Kindergärten, die allerdings eine größere Lobby bedienen würden. "Ein Feuerwehrhaus ist eben keine Schule," so Brockmann "obwohl wir unterrichten, ausbilden und lernen. Der Unterschied zwischen einer Schule und einem Feuerwehrhaus ist: wir gehen freiwillig hin." Immerhin sei es logisch, dass man zunächst die Sicherheit optimiert. Entweder vorher oder mindestens parallel. "Man setzt sich seinen Fahrradhelm ja schließlich auch vor Fahrtantritt auf und nicht erst, wenn man heile mit dem neuen Fahrrad angekommen ist", so der Ortsbrandmeister.

 

Was die Corona-Pandemie betrifft, ist sich der Ortsbrandmeister sicher: "Das Thema hat uns noch eine ganze Weile im Griff. Auch hier in Burgdorf und hier in Hülptingsen. Denn auch Hülptingsen ist keine Enklave, in der es kein Corona gibt." Einigkeit zwischen Bürgermeister Armin Pollehn und Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann: Es sei wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht nur weiterhin an die aufgestellten Regeln halten, sondern sich auch möglichst viele gegen das Virus impfen lassen. Für alle seien die Abstandsregeln und Masken unbehaglich. Wenn man aber endlich wieder zurück zur Normalität kommen möchte, seien alle gefordert, gemeinsam mitzumachen.

 

Ganz besonders bedankte sich Ortsbrandmeister Brockmann bei seinem neuen Stellvertreter Kay-Uwe Klitzke für "seine sehr gute Unterstützung" und überreichte ihm einen Präsentkorb.

 

Über Ernennung höherer Dienstgrade freuten sich: Lukas Zdarsky (Feuerwehrmann), Adrian Vaccaro Notte (Oberfeuerwehrmann), Mauro Vaccaro Notte(Oberfeuerwehrmann, Alexander Müller (Hauptfeuerwehrmann) und Kay-Uwe Klitzke (Hauptlöschmeister).

 

Für die 2020 am meisten geleisteten Dienst- und Einsatzstunden aus der Mannschaft kam Sebastian Nagel mit 243 geleisteten Stunden auf den 1. Platz gefolgt von Fabian Dießelhorst und Felix Zörner.

 

Kurz vor 22 Uhr schloss Ortsbrandmeister eine der, wie er sagte, kürzesten Jahreshauptversammlungen, die er kenne.

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