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Wedemark
Dienstag, 31.08.2021 - 16:28 Uhr

Evangelische Kirche und Gemeinde Wedemark laden zum Gespräch ein

WEDEMARK

Zu einer Demonstration vor der KiTa-Kranichweg in Bissendorf haben Elternteile für den heutigen Dienstag aufgerufen. Sie werfen der evangelischen Kirche als Trägerin und der Gemeinde Wedemark als Bauherrin des geplanten Kita-Neubaus einen "enormen Flächenverbrauch" sowie Rücksichtslosigkeit gegenüber der Schöpfung und den Kindern vor.

 

Bürgermeister Helge Zychlinski und Lars Arneke vom ev.-luth. Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen weisen diese Vorwürfe zurück und bedauern in diesem Zusammenhang, dass "es im Vorfeld des Demo-Aufrufes nicht zu einem Gespräch kam, obwohl die Initiatoren der Demonstration dazu eingeladen waren".

 

Gebraucht werde eine zukunftsfähige Kindertagesstätte, die dem wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen in Wohnortnähe gerecht wird. Deshalb entschieden sich Kirche und Gemeinde gemeinsam für den Neubau auf dem weitläufigen Kita-Gelände. An dem traditionsreichen Kita-Standort am Kranichweg wird eine Einrichtung mit 105 Betreuungsplätzen entstehen; die Bissendorfer Kirchengemeinde stellt der Gemeinde Wedemark das Grundstück zu diesem Zweck unentgeltlich zur Verfügung.

 

Ziel der Planungen für den Neubau ist es nach Angaben von Kirchenkreis und der Gemeinde Wedemark, "auf dem Gelände am Kranichweg so viel Baumbestand wie möglich zu erhalten; so wird eine große Eiche im Zentrum des neuen Außengeländes mit viel Aufwand gesichert. Das Fällen anderer, das Gelände prägender Bäume, lässt sich trotz planerischer Anstrengungen nicht vermeiden. Bei der Mehrzahl der Bäume, die dem Neubau weichen müssen, handelt es sich um Kiefern am Südrand des Geländes."

 

Kirche und Gemeinde haben sich im Interesse des Naturschutzes für eine weit über den bisherigen Bestand hinausgehende umfangreiche Aufforstung mit einem hochwertigen Baumbestand entschieden: Für jeden der höherwertigen Laubbäume, die für den Neubau gefällt werden müssen, sollen vier neue Bäume gepflanzt werden– auf dem Außengelände selbst oder in der Nähe. "Schlussendlich wird das Quartier also grüner sein als vor der Maßnahme", so Kirchenkreis und Gemeinde Wedemark. Geplant ist die Anlage eines naturnahen Außengeländes mit klimaangepassten heimischen Baumarten. Gerne möchte die Kita-Leitung die Kinder der Einrichtung in die Gestaltung einbeziehen. Ein zusätzlicher Ausgleich wird im Gemeindeteil Berkhof auf einem Teil einer sogenannten Poolfläche mit Biotopcharakter durchgeführt. "Diese Maßnahme kompensiert nicht die Baumfällungen, sondern darüber hinaus den Eingriff in die Außenfläche der Kita als Teil des B-Planes Kranichweg", erklären Kirchenkreis und Gemeinde.

 

Das neue Gebäude selbst sei nach Angaben beider ebenfalls ein Beitrag zum Klimaschutz: "Das jetzige schlecht gedämmte und mit einer veralteten Ölheizung betriebene Haus mit einem Jahresverbrauch von rund 5.500 Litern Heizöl wird durch einen regenerativ beheizten Neubau ersetzt, der den aktuellen Anforderungen an den Klimaschutz entspricht. Zum Einsatz kommt eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe. Außerdem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Durch diese aktuelle Gebäudetechnik und die Ersatzpflanzungen werden die Eingriffe in das Gelände somit mehr als kompensiert. Dies wäre selbst mit einer umfangreichen Sanierung des Altbestandes nicht zu erreichen."

 

Auch während der etwa anderthalbjährigen Übergangszeit bis zur Fertigstellung des Neubaus können die Kinder der Kita Kranichweg im Freien spielen: Einige Spielgeräte werden auf eine gesicherte Fläche direkt neben dem Kita-Gebäude umgesetzt; zudem werden hier Platten verlegt, damit auch das Fahren mit Bobbycars und Dreirädern möglich ist. Für die spätere Neugestaltung des Außengeländes werden unter anderem die Einfassungen von Hochbeeten und große Findlinge eingelagert.

 

Alle interessierten Eltern der Kita Kranichweg sind zu einem Elternabend am 23. September 2021 eingeladen, bei dem sie umfassende Informationen zu den Neubauplänen bekommen werden. Darüber hinaus habe das Gesprächsangebot von Kirche und Gemeinde Wedemark weiterhin Bestand.