Burgdorf
Dienstag, 10.08.2021 - 19:42 Uhr

Karasch will mehr Zusammenarbeit bei der Wasserwirtschaft

"Klimawandel macht neue Kooperationen erforderlich"

Der CDU-Regionsvorsitzende Dr. Hendrik Hoppenstedt und Christine Karasch (von links) hören Ministerin Barbara Otte-Kinast zu.Aufn.:

BURGDORF/REGION

Im Kartoffel- und Gemüseanbauland Burgdorfer Holz ist Beregnung unverzichtbar. Das Thema Wassergewinnung rückte deshalb schnell in den Mittelpunkt einer Diskussion der Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und der CDU-Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin und derzeitigen Umweltdezernentin bei der Region Hannover, Christine Karasch mit Vertretern aus Landwirtschaft, Beregnungsverbänden und Wasserversorgern auf dem Kartoffelhof Schweer in Burgdorf.

 

Das erste extreme Trockenjahr 2018 hat deutlich gemacht, was sich schon länger abzeichnete: höhere Temperaturen, mehr Verdunstung und längere Vegetationsperioden stellen die Feldberegnung vor neue Herausforderungen. Zugleich steigen die Bedarfe der Trinkwasserversorger durch höhere Verbräuche privater und gewerblicher Kunden. Bei unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen und abnehmenden Grundwasserständen ist dieser Zielkonflikt nicht mehr durch höhere Entnahmemengen zu lösen. "Neue Überlegungen müssen anstelle der aufkommenden Verteilungsstreitigkeiten treten", so die Regions-CDU.

 

In der Diskussion mit denen, die es angeht, zeigte sich, dass auch im Umgang mit dem Klimawandel Erfolg nur im gemeinsamen Handeln zu erreichen sei, so die Christdemokraten. "Seit über 25 Jahren war in den Kooperationen mit der Landwirtschaft stets die Wasserqualität unser Thema. Jetzt müssen wir uns mit der Quantität beschäftigen", stellte Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserbands Peine, in seinem Impulsstatement fest. "Wir müssen uns um den gesamten Kreislauf kümmern und jetzt die Strukturen für die nächste Generation ändern."

 

Eine Perspektive zeigte Ekkehard Fricke vom Fachverband Feldberegnung e.V. in seinem Beitrag auf und stieß mit vielen Beispielen die Diskussion an: "Natürlich ist die punktgenaue und sparsame Beregnungstechnik jetzt unser Ziel, aber wir müssen uns auch zwingend damit befassen, Wasser alternativ bereitzustellen."

 

An eben solche Maßnahmen knüpfen die Projekte der Region Hannover an, machte Christine Karasch deutlich: "Klimafolgeanpassung ist ebenso wie der Klimaschutz eine Daueraufgabe der Städte und Gemeinden und der Region Hannover. Wir haben begonnen, Arbeitsstrukturen für diese Aufgabe einzurichten und arbeiten in zwei ersten Projekten beim Thema Wassermengen mit Wasserversorgern, Gemeinden sowie Wasser- und Beregnungsverbänden zusammen. Hier wollen wir Erfahrungen sammeln, die auf andere Orte übertragbar sind."

 

Karasch machte deutlich: "Die Herausforderungen, die Klimaschutz und Klimawandel an unsere Gesellschaft stellen, werden wir nur in gemeinsamer Anstrengung lösen. Kooperationen werden deshalb immer wichtiger. Hier will ich die Region zukünftig noch viel stärker als Partner einbringen. Viele Maßnahmen machen das Zusammenwirken von Behörden, Verbänden und Eigentümern vor Ort erforderlich: Geklärtes Wasser aus Kläranlagen nicht mehr über Vorfluter ableiten, sondern gereinigt in die Fläche beregnen, die 4. Reinigungsstufe einführen, der Bau von Speicherbecken, Anhebung der Sohlen der aus heutiger Sicht viel zu tiefen Entwässerungsgräben und auch der komplette Rückbau von Entwässerungsgräben", zählt Karasch auf, "all das sind unsere Aufgaben der Zukunft."

 

Für die Landesregierung sagte die Landwirtschaftsministerin zu, dass die entsprechenden Fördermittel geprüft werden und stellte Änderungen beim Niedersächsischen Wasserversorgungskonzept in Aussicht

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