Burgdorf
Dienstag, 22.06.2021 - 14:32 Uhr

VVV und Verein für Kunst und Kultur (VKK) arbeiten zusammen

Positive Entwicklung auf dem Magdalenenfriedhof

Besuchen die historische Gräberanlage (von links): Gerhard Bleich (VKK-Vorsitzender), Carmen Bleicher (VKK-Vorstandsmitglied), Annette Wolff (VKK-Vorstandsmitglied), Eckhard Paga (VKK-Vorstandsmitglied), Karl-Ludwig Schrader (VVV-Vorsitzender) und Jürgen Lange (VVV-Arbeitskreis Magdalenenfriedhof).Aufn.: Joachim Lührs

BURGDORF

Der VVV-Arbeitskreis Magdalenenfriedhof und der Verein für Kunst und Kultur in Burgdorf (VKK) haben vor kurzem eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart.

 

Dabei geht es darum, die über 430 Jahre alte historische Gräberanlage unter der Hochbrücke verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und den Fokus auf die kulturhistorische Bedeutung der Begräbnisstätte zu richten. Dafür stellte der VKK in einem ersten Schritt 3.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit, die Gestaltung einer neuen Website über den Magdalenenfriedhof und einen Info-Schaukasten über dessen Geschichte zur Verfügung.

 

Im November 2020 hat der mittlerweile auf 25 Mitglieder angewachsene Arbeitskreis Magdalenenfriedhof seine Aktivitäten Corona-konform aufgenommen und auf zwei Aufgabenbereiche verteilt. Die für eine regelmäßige Grabpflege zuständige Gruppe rekultiviert seitdem insgesamt 723 erfasste Grabstellen. Sie schneidet kaum oder gar nicht sichtbare Gräber frei und richtet umgefallene Grabstellen wieder her. Bei unansehnlichen verwilderten Steinen steht die Säuberung der Inschriften zur Wiederherstellung der Lesbarkeit auf der Agenda. So soll erreicht werden, dass der Magdalenenfriedhof wieder dauerhaft einen ästhetisch ansprechenden Gesamteindruck vermittelt, der seiner früheren jahrhundertealten Bestimmung als letzter Ruhestätte angemessen ist. Darüber hinaus soll bei engagierten Einwohnern die Bereitschaft geweckt werden, Grabpatenschaften für verstorbene prominente Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Handel zu übernehmen.

 

Der zweiten Gruppe obliegt es, zunächst die in den Archiven aufbewahrten städtischen und kirchlichen Friedhofsunterlagen zu sichten und systematisch auszuwerten. Zum umfangreichen Material gehören unter anderem 40 Ordner der St. Pankratius-Kirchengemeinde. Diese Vorbereitungen sollen die Grundlage dafür schaffen, dass eine möglichst lückenlose Standortdokumentation der noch lokalisierbaren Grabstellen erstellt werden kann. Unberücksichtigt bleiben müssen rund 400 Gräber, deren genaue Position heute nicht mehr eindeutig identifiziert werden kann.

 

Soweit es die Quellenlage zulässt, stellt der Arbeitskreis biografische Angaben zu den bestatteten Frauen und Männer zusammen. Deren Umfang hängt von ihrer stadthistorischen Bedeutung ab. Auf der aktuell im Aufbau befindlichen Webseite, deren Freischaltung noch in diesem Jahr vorgesehen ist, sind die gewonnenen Erkenntnisse für interessierte Personen (Ahnenforscher, Nachfahren, Kultur- und Stadthistoriker usw.) allgemein zugänglich und erstmals offen nachlesbar. Die Einrichtung eines Schaukastens sorgt dafür, dass Passanten und Besucher der Anlage kurz gefasste Einblicke in die Geschichte des Friedhofs erhalten und sich auf Lageplänen über die einzelnen Grabstellen sowie über die dort bestatteten Menschen informieren können. Zusätzlich sollen es an ausgewählten Gräbern positionierte QR-Codes ermöglichen, Auskünfte über den jeweiligen Verstorbenen direkt vor Ort auf dem Smartphone abzurufen. Sobald wie möglich werden zudem Führungen über den Magdalenenfriedhof angeboten, für deren Leitung weitere Interessenten willkommen sind. Als Ansprechpartner des Arbeitskreises fungieren Jürgen Lange, Telefon 05136/9769000, und Dr. Matthias Schorr, Telefon 05136/6624.

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