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Montag, 21.06.2021 - 14:39 Uhr

Der neue Glücksspielvertrag für Online Casinos

REGION

Am 1. Juli 2021 tritt der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, wie Opens external link in new windowwww.deutschlandfunk.de/neuer-gluecksspielstaatsvertrag berichtet. Der neue Vertrag soll das Glücksspiel regulieren und Spieler damit schützen. Dabei legt der deutsche Staat besonderen Wert auf Verbraucherschutz, durch verschiedene Regeln sollen Spieler davor geschützt werden, zu viel Geld auszugeben. Allerdings haben diese Regeln nicht nur Vorteile.

 

Wann kommt das Gesetz?

Am 21. April 2021 wurde der Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland von mindestens 13 Bundesländern und durch das Land Sachsen-Anhalt, hier sitzt die Aufsichtsbehörde für Glücksspiel, ratifiziert und wird am 1. Juli 2021 in Kraft treten. Spieler können dann wahrscheinlich weiterhin frei entscheiden, ob sie in Casinos mit deutscher Lizenz oder alternativen Lizenzen spielen möchten. Ein Gesetz, das Glücksspiel in Deutschland eigentlich verbietet, wurde vom Europäischen Gerichtshof für ungültig erklärt. Daher können Anbieter mit europäischen Lizenzen ihre Dienste auch in Deutschland anbieten. Auf Opens external link in new windowwww.casinos.de/deutsche-lizenz/ gibt es eine Übersicht über die einzelnen in Europa gültigen Lizenzen. Hier findet man neben der MGA aus Malta auch die bekannte Lizenz aus Gibraltar. Damit dem deutschen Staat nicht die Steuereinnahmen entgehen, die bei Online Casinos möglich wären, und damit der deutsche Staat den Spielerschutz selbst überwachen kann, wurde seit längerer Zeit bereits an einer deutschen Lizenz gearbeitet, diese kommt jetzt am ersten Juli dieses Jahr.

 

Nachteile der Lizenz für Spieler und Casinos

Die deutsche Lizenz hat mit ihren strengen Regeln allerdings einige Nachteile für die Casinos aber auch für die Spieler selbst.

 

Der erste Nachteil sind die niedrigen Einzahlungslimits, die besonders High Rollern nicht gerecht werden. Pro Monat kann ein Spieler über alle Casinos mit deutscher Lizenz hinweg nur 1000 € einzahlen. Auszahlungslimits und Gewinnlimits gibt es jedoch bisher keine. Das Einzahlungslimit und auch der Selbstausschluss soll mit einer sogenannten Sperrdatei geregelt werden, diese würde dann alle Online Casinos mit deutscher Lizenz zur Verfügung stehen. Spieler, die ihr Einzahlungslimit erreicht haben, könnten dann auch in anderen Casinos nicht einfach so einzahlen und spielen. Die Sperrdatei soll außerdem dafür sorgen, dass ein Spieler nicht in mehreren Casinos gleichzeitig spielen kann. Außerdem ist ein Spieler von allen Casinos ausgeschlossen, wenn er in einem Casino den Selbstausschluss wählt.

 

Die Einzahlungslimits und die Sperrdatei sollen in erster Linie die Spieler schützen. Allerdings sehen Experten das Einzahlungslimit und die Sperrdatei kritisch. Bei dem Einzahlungslimit ist das Problem die statisch festgelegte Zahl. Während 1000 € monatlich für einen Normalverdiener sehr viel Geld sind, gibt es High Roller, die damit nicht viel anfangen können. So könnten dem deutschen Staat nicht nur die Steuereinnahmen von den High Rollern ausbleiben, denn auch den Casinos fehlen damit die hohen Beträge der High Roller. Das könnte dazu führen, dass sich viele Online Casinos und Spieler von der deutschen Lizenz fernhalten. Bei der Sperrdatei schlagen Datenschützer Alarm. Die Datei müsste für alle Casinos mit deutscher Lizenz frei abrufbar sein, um zu funktionieren. Warum das datenschutztechnisch hochproblematisch ist, sollte klar sein. Durch Lecks könnten Daten so in falsche Hände geraden. Darüber hinaus könnte die Datei heimlich zur Einrichtung von Persönlichkeitsprofilen der Spieler missbraucht werden, was das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Personen verletzen würde. Eine Konferenz aus Datenschützern empfahl daher, die Datei nicht einzurichten.

 

Einige weitere Regelungen über die Opens external link in new windowwww.mi.sachsen-anhalt.de/themen/gluecksspiel/ berichtet, betreffen auch den Spieler direkt: Tischspiele wie Roulette und Blackjack sind unter der deutschen Lizenz nicht mehr erlaubt. Auch die äußerst beliebten Live-Games werden dann nicht mehr angeboten. Nur Spielautomaten, sogenannte Slots, sind unter der deutschen Lizenz zulässig. Und auch für Slots gelten dann Einschränkungen: Pro Spin kann dann nur noch ein Euro gesetzt werden, bisher waren teilweise Beträge von mehreren hundert Euro möglich. Außerdem muss der Spieler nach jedem Spin fünf Sekunden warten. Funktionen wie Quickplay oder Autoplay sind daher nicht mehr möglich. Die langen Wartezeiten könnten Spieler auf Dauer enorm ärgern.

 

Richtiger Ansatz, falsche Umsetzung? Die Idee, Online Casinos auch in Deutschland zu regulieren, ist grundsätzlich richtig und wird sicherlich das Glücksspielverhalten der Menschen in niedersächsischen Städten wie Hannover beeinflussen. Wichtig sind hierbei allerdings flexible Regelungen, die jedem Spieler zugutekommen. Auch in Zukunft wird man sicherlich auf Opens external link in new windowwww.altkreisblitz.de/ einiges zu diesem Thema und den Auswirkungen lesen können.