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Donnerstag, 17.06.2021 - 11:37 Uhr

Hannover in der besten 2. Liga aller Zeiten

Aufn.: Pixabay

REGION

Hannover 96 hat die Rückkehr in die Bundesliga in der abgelaufenen Saison klar verpasst. Nach 34 Spieltagen landeten die Niedersachsen nur auf Rang 13. Das hat am Ende auch Trainer Kenan Kocak den Job gekostet. Mit Jan Zimmermann will man es nun erneut versuchen, wenngleich die Erwartungshaltung angesichts der starken Konkurrenz schon jetzt nach unten geschraubt wird.

 

Hannover nur noch Mittelmaß?

Hannover musste in der Saison 2019/20 den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten. Die Mission Wiederaufstieg scheiterte. Im ersten Jahr im Unterhaus belegte 96 nur Rang sechs. Das konnte man noch aus Ausrutscher abtun, doch mit Rang 13 im Folgejahr konnte rund um die HDI Arena keiner mehr zufrieden sein. Es war eine Saison zum Vergessen, eine große Enttäuschung, die so nicht vorhersehbar war. Vom Aufstiegsaspiranten ins Mittelmaß abgerutscht. Und geht man nach Hauptgesellschafter und Geschäftsführer Martin Kind, wird sich daran auch in der kommenden Spielzeit nichts ändern.

 

Vom Aufstieg braucht man in Hannover angesichts der starken Konkurrenz um Werder Bremen, dem FC Schalke, dem Hamburger SV, Holstein Kiel oder Fortuna Düsseldorf nicht sprechen. Das machte Kind in einem Interview auf der Vereinswebsite schon früh deutlich.  „Es wäre taktisch und strategisch falsch, dieses Ziel zu benennen“, so der 77-Jährige. Dieses wolle man zwar „mittelfristig“ erreichen, „aber mit Nachhaltigkeit und Stabilität, um dann auch wettbewerbsfähig in der 1. Liga aufgestellt zu sein“.

 

Hannover nach wie vor ein Spitzenteam

Abschreiben sollte man die Niedersachsen deswegen keineswegs. Laut den Opens external link in new windowbwin Sportwetten mischt 96 bei einer Titelquote von 11,00 nach wie vor im Konzert der Großen mit. Nur Schalke (4,20), Bremen (5,50), der HSV (6,00) und Düsseldorf (7,00) kommen auf eine einstellige Meisterquote. Der Anbieter wurde mit der Note „Gut“ bewertet und hat bereits viel Erfahrung. Vielleicht will Kind mit seinen Aussagen auch nur den Druck von der Mannschaft und vom neuen Trainer Jan Zimmermann nehmen. Dass man nicht immer als Top-Favorit in eine Spielzeit gehen muss, hat zuletzt der VfL Bochum eindrucksvoll bewiesen.

 

Es könnte also alles nur Taktik sein, damit endlich wieder etwas Ruhe in den Verein einkehrt. Die Posse um den neuen Opens external link in new windowGeschäftsführer Robert Schäfer hat zuletzt nämlich das genaue Gegenteil bewirkt. An eine geordnete Neuausrichtung ist derzeit also nicht zu denken. Hannover demontiert sich gerade selbst. Ungünstiger könnte die Vorbereitung auf die neue Saison gar nicht beginnen.

 

Sportlicher Aderlass oder mehr Qualität?

Mit Blick auf das Sportliche gibt es in Hannover ebenfalls noch einiges zu tun, sobald die Situation um Schäfer geklärt ist. Der Verein muss Abgänge von Leistungsträgern wie den von Opens external link in new windowGenki Haraguchi kompensieren. Den Japaner zieht es in die Bundesliga zu Union Berlin. Außerdem wird Josip Elez den Verein in Richtung Hajduk Split verlassen. Als Neuzugänge wurden bislang Sebastian Stolze vom SSV Jahn Regensburg und Sebastian Ernst von der SpVgg Greuther Fürth bestätigt.

 

Ein neuer Innenverteidiger wird wohl noch kommen. Ebenso wie ein neuer Stürmer. Für den Angriff soll sich der Klub auf Fiete Arp vom FC Bayern festgelegt haben. Das berichtet der „kicker“. Ein klangvoller Name, der seine Fähigkeiten in München zuletzt aber nur noch andeuteten konnte. Ob er seine Karriere in Hannover wieder ankurbeln kann, darf zumindest bezweifelt werden. Zumindest, solange an der Leine nicht endlich bald Ruhe einkehrt. Die Vereinsführung ist nun gefordert. Ansonsten wird das Ziel Aufstieg auch mittelfristig nur schwer zu erreichen sein.