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Montag, 17.05.2021 - 16:15 Uhr

Hannover 96: Die graue Maus der 2. Bundesliga?

Wie steht es um Hannover 96? Kann das Team in der nächsten Saison eventuell wieder oben angreifen?Aufn.: Jorono / Pixabay.com

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Als Opens external link in new windowHannover 96 im Jahr 2019 aus dem Oberhaus abstieg, wurde der Club sogleich als einer der Hauptfavoriten für den Aufstieg gehandelt. Es folgte, ja was folgte eigentlich? Sicher nicht das, was Fans, Verantwortliche und Sponsoren erwarteten, denn auch in der zweiten Saison im Unterhaus der Oberklasse war der Abstieg näher als der Aufstieg. Hannover scheint sich zu einer dieser grauen Mäuse gewandelt zu haben, die irgendwann mit Schrecken in der dritten Liga aufwachen. Aber woran liegt das?

Gründe für den Misserfolg

Der absolute Fakt ist, dass es einfach bessere Teams in der Liga gibt. Allerdings gibt es im Fußball auch den Spruch, dass der Fisch immer vom Kopf an stinkt und ein Klasseverein wie Hannover sollte nicht irgendwo im Mittelfeld versauern. Es muss also Gründe geben, warum Hannover bessere Teams vor sich hat: 

  • Team – jedes Team ist nur so gut, wie es auf dem Platz steht. Fans des Clubs lassen immer häufiger verlauten, dass es schlichtweg kein Team, sondern 11 Einzelspieler gibt. An der Klasse dieser lässt sich das Versagen nicht festmachen, denn der Kader ist weitaus besser als beispielsweise der von Greuther Fürth. Mit dem Unterschied, dass die Franken noch den Sprung in Liga 1 schaffen können. 
  • Umfeld – dieses ist schwer zu bewerten, denn niemand möchte den treuen Hannoveranern auf die Füße treten. Dennoch ist zu sehen, dass Hannover nicht die Fans in der Masse hat, die andere Clubs, auch kleinere, haben. Der Verein hat Hannover 96 irgendwann als die Marke der Messestadt aufgebaut, nicht aber als den Sportverein. 
  • Konkurrenz – der Begriff der Fahrstuhlmannschaft ist spätestens zu der Zeit untergangen, als die Fahrstuhlmannschaft schlechthin, VfL Bochum, den Lift in der zweiten Liga festsetzte. Seitdem hat sich alles geändert. War es früher sehr wahrscheinlich, dass zwei Drittel der Absteiger wieder aufstiegen, führt der Weg für zwei Drittel heute durch die zweite Liga in oder nahe dem Drittligakeller. Fakt ist: Hannover ist aktuell spielerisch, mental und kämpferisch nicht ausgeschlafen genug, um mit den oberen Teams mitzuhalten. 

 

Auf der anderen Seite gibt es rund um Hannover 96 oft mehr Nebenkriegsschauplätze als einen echten Blick auf den Rasen. Das ständige Gerede Opens external link in new windowum Kind und die Aufhebung der 5+1-Regel mag faktisch keinen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, doch Fans, gegnerische Fans und Vereine mögen tatsächlich das fehlende ein Prozent ins Spiel mitbringen, das zum Sieg reicht.

Was ist in dieser Saison noch drin? 

Die guten Nachrichten zuerst: Hannover 96 kann rechnerisch nicht mehr absteigen. Damit sind die guten Nachrichten jedoch auch beendet, denn viel mehr ist in dieser Saison nicht drin. Es gilt: 

  • Tabellenplätze machen - auf Rang 10 könnten es die Hannoveraner noch schaffen, sofern alle Gegner verlieren. Wahrscheinlicher ist ein Platz 12 oder 11. 
  • TV-Gelder - die Tabellenplätze sind in der Liga Gold wert. Würde Hannover es nur auf Platz 12, also einen mehr als jetzt, schaffen, würden schon wieder mehr Millionen auf dem Konto eingehen. 
  • Geld verlieren - während nach oben noch zwei Plätze realistisch drin sind, kann es auch noch gut einen Platz nach unten gehen. Das heißt: Es fließt weniger Geld. 

 

Und wie steht es überhaupt um das Ende der Saison? Nach aktuell vier Niederlagen aus fünf Spielen muss Hannover siegen, um überhaupt noch Reibach zu machen. Leicht wird es nicht: 

  • Vorletzter Spieltag - die Reise geht nach St. Pauli. Wirklich zu holen wäre für St. Pauli nur ein besserer Tabellenplatz, wäre da nicht der Stadtkonkurrent, den die Kiezkicker nur zu gerne hinter sich lassen würden - und noch können. Einfach wird das Spiel ohnehin nicht werden, denn die Hamburger wollen die Schmach des letzten Spieltags abschütteln und die sechs Gegentore wieder gutmachen. 
  • Letzter Spieltag - ausgerechnet der direkte Konkurrent kommt nach Hannover. Einen Platz besser, dafür aber mit drei Siegen und zwei Unentschieden aus fünf Spielen, kommt Nürnberg nach Hannover. Damit spielen zwei Teams aus dem Niemandsland der Liga gegeneinander, die beide wiederum um das Geld aus den TV-Geldern spielen. 

 

Es gibt wahrscheinlich etliche Fans aus allen drei Profiligen, die die Anhänger von Hannover 96 ein wenig beneiden. Denn während andere Anhänger die Herztropfen rationieren und hoffen, vor dem Abpfiff keinen Herzanfall zu erleiden, können sich die Hannoveraner recht beruhigt zurücklehnen. Wem diese Langeweile keinen Spaß macht, der kann natürlich sein Glück bei Sportwetten versuchen, wobei die Tendenz aus den letzten Spielen das verrät, was kein Fan hören will: Eine Niederlage ist ein sichererer Tipp. Wer trotz einsteigen möchte, sollte sich die Anbieter vorher allerdings genau anschauen. Vergleichsportale bieten hier einen guten Überblick, wie die Tabelle Opens external link in new windowSWV Bonus auf diesem Portal.

 

Ab der kommenden Saison ist der Tabellenplatz für die TV-Gelder-Berechnung übrigens nicht mehr entscheidend. Dann wird sich das Geld aus der Fünfjahreswertung, der sportlichen Nachhaltigkeit der letzten 20 Jahre und der Jugendarbeit berechnen. Aktuell steht Hannover in dieser Tabelle gleich hinter Schalke, Köln und Düsseldorf. Auch in der aktuellen Saison Opens external link in new windowgibt Fußball-Geld.de Hannover weiterhin als Führender an, wobei hier offenbar schon die Berechnungsschemata des kommenden Jahres genutzt wurden.

Fazit – Aufstieg in weiter Ferne

Hannover 96 reiht sich offenbar ein in die Reigen der Clubs, die aus dem Oberhaus abstiegen und es länger nicht wieder nach oben schaffen. Namentlich ist der Verein damit in bester Gesellschaft: Kaiserslautern, 1860 München, MSV Duisburg. Was nicht passieren darf, ist das weitere Abrutschen in den Tabellenkeller, denn wer einmal absteigt, der schafft es oft nicht dauerhaft zurück. Diese Gefahr ist für diese Saison zumindest gebannt, denn der Niemandsland der Tabelle ist den Hannoveranern sicher. Nur darf das nicht bedeuten, im nächsten Jahr unvorsichtig zu werden. Gerade mit Schalke kommt ein arger Konkurrent in Liga 2, auch Köln ist nicht zu unterschätzen. Irgendwann werden zudem die Hamburger den Sprung schaffen, was für Hannover schlichtweg bedeutet, dass fixe Aufstiegsplätze verloren gehen.