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Burgdorf
Mittwoch, 05.05.2021 - 10:31 Uhr

Exponate und Erfahrungsberichte von Kinogängern aus Burgdorf werden gesucht

Vorbereitungen für eine Ausstellung zum 90-jährigen Bestehen der Neuen Schauburg

Das Schauburg-Kino im Jahr 1932.Aufn.:

BURGDORF

Das Neue Schauburg-Kino feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass widmen der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf dem traditionsreichen Lichtspieltheater eine Sonderausstellung, die voraussichtlich vom 4. September bis 24. Oktober 2021 in der KulturWerkStadt gezeigt werden soll.

 

Die Planungen haben bereits eingesetzt. Das Ausstellungsteam ist momentan auf der Suche nach Exponaten aus dem Umfeld des Neue Schauburg-Kinos (Filmprogramme, Fotos und weiterem). Zudem werden Burgdorfer Kinogänger aus den vergangenen Jahrzehnten gesucht, die interessante Anekdoten über ihre Erlebnisse im Schauburg-Kino zu erzählen haben. Gefragt sind auch Angaben über die Lieblingsfilme, die früher am meisten beim Burgdorfer Kinopublikum ankamen. Wer sich von diesen Anliegen angesprochen fühlt, kann sich an die VVV-Geschäftsstelle unter der Telefonnummer 05136/1862 wenden.

 

Eröffnung am 1. Weihnachtstag 1931

Dem Schauburg-Kino gelang es, auch nach dem Sprung ins 21. Jahrhundert den Charme eines traditionellen, familienbetriebenen Lichtspielhauses zu bewahren und trotzdem den Publikumswünschen nach einem modernen Filmtheaterbetrieb gerecht zu werden. Am 1. Weihnachtstag 1931 eröffnete der Kaufmann Georg Hahne das Schauburg-Kino in der Feldstraße 2a.

 

Einen regelrechten Aufschwung erlebten die Filmtheater nach dem Krieg. In Burgdorf gab es zu dieser Zeit neben der Schauburg noch zwei andere Kinos: das Vor dem Hannoverschen Tor angesiedelte Astoria sowie das Central, das sich an der Marktstraße im Gebäude der heutigen Kreissparkasse befand. Die Menschen strömten allabendlich in die Kinos. In den 1950er Jahren richteten die Hahnes bei beliebten Filmen sogar einen Buspendelverkehr in die Dörfer der Umgebung ein, um die Kinobesucher nach Burgdorf zu fahren.

 

Besitzerwechsel im Jahr 1962

1962 stieg Georg Hahne aus dem Kinogeschäft aus und überließ die Schauburg seinem Bruder Wilhelm und dessen Ehefrau Elisabeth. Zu dieser Zeit gab es bereits eine starke Konkurrenz durch das aufkommende Fernsehen. Die Familien scharten sich um 20 Uhr zum Beginn der Tagesschau lieber um das "Pantoffelkino": War früher die 334 Zuschauer fassende Schauburg öfter ausverkauft, klafften jetzt in den Zuschauerreihen immer größere Lücken. Ausnahmsweise ausverkauft war nur, wenn Streifen wie "Doktor Schiwago", "Die Giganten" mit James Dean oder "Spiel mir das Lied vom Tod" mit Charles Bronson über die Leinwand flimmerten.

 

Seit 1995 "Neue Schauburg"

Die beiden Konkurrenzunternehmen stellten bis zum Ende der 1960er Jahren den Betrieb ein, so dass die Schauburg das einzige Kino in der Stadt blieb. Mitte der 1980er Jahre interessierte sich einer der bis dahin schärfsten Konkurrenten des Kinos, das Zweite Deutsche Fernsehen, für Wilhelm Hahne. In der Sendung "Tele-Illustrierte" erzählte er über seine Erlebnisse als Kinobesitzer. Als Wilhelm Hahne am 4. September 1990 starb, führte Elisabeth Hahne das 1995 modernisierte und seitdem als "Neue Schauburg" firmierende Lichtspieltheater allein weiter, bis auch sie am 27. Dezember 1997 verstarb. Im Jahr 2008 ehrte sie die Stadt posthum mit einem eigenen Straßennamen, der "Elisabeth-Hahne-Straße". Bis 2016 leitete Elisabeth Hahnes Tochter Heidrun Lindemann das Kino. Dabei unterstützten sie ihr Ehemann Barthold und Sohn Christian. Dieser übernahm die alleinige Leitung des Kinos vor fünf Jahren. Er muss nun sich seit mehr als einem Jahr gegen die durch die Corona-Pandemie hervorgerufene schwerste Krise der Kinobranche stemmen.

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