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Dienstag, 16.02.2021 - 17:07 Uhr

Stadtfeuerwehr Sehnde im Corona-Jahr 2020: Stadtbrandmeister ist "unglaublich Stolz"

Die Sehnder Feuerwehren waren unter anderem bei einem Zimmerbrand im Klinikum Wahrendorff gefordert.Aufn.: Stadtfeuerwehr Sehnde

SEHNDE

Das Jahr 2020 hat auch die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Sehnde vor besondere Herausforderungen gestellt. Einerseits waren die Ortsfeuerwehren mit den Einsatzabteilungen, den Kinder- und Jugendfeuerwehren, den Musikzügen und den Alters- und Ehrenabteilungen wie alle anderen Verbände, Institutionen und Vereine von den Kontaktbeschränkungen betroffen.

 

Andererseits mussten die Einsatzabteilungen trotzdem die ständige Einsatzbereitschaft sicherstellen. "Eine Reihe von Maßnahmen hat geholfen, dieses Ziel zu erreichen, was aber nur durch die konsequente Unterstützung aller Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner möglich war. Stadtbrandmeister Jochen Köpfer kann sich gar nicht oft genug bedanken und möchte dies erneut an dieser Stelle tun", gibt die Stadtfeuerwehr bekannt.

 

Der Ausbildungsbetrieb in den Ortsfeuerwehren musste sehr stark eingeschränkt werden. Letztlich wurde er ganz eingestellt, was insbesondere in Bilm, Rethmar und Klein Lobke - wo neue Einsatzfahrzeuge in Dienst genommen wurden - ganz besondere Anforderungen an die Führungskräfte der jeweiligen Ortsfeuerwehren stellte. "Die Ortsfeuerwehren sind alle einsatzfähig, dennoch ist der wöchentliche Ausbildungsdienst eine tragende Stütze der ehrenamtlichen Arbeit, um die Technik beherrschen zu können. Im Bereich des Atemschutzes mussten neue Wege gegangen werden, um die jährlichen Belastungsübungen unter Atemschutz durchführen zu können", so die Stadtfeuerwehr.

 

Zudem konnte der Funkbetrieb auf den Digitalfunk umgestellt werden. Mit Unterstützung der Funkwerkstatt der Region und allen Ortsfeuerwehren könnte trotz aller pandemiebedingter Einschränkungen die Umsetzung erfolgreich durchgeführt werden.

 

Durch die Pandemie ist es der Stadtfeuerwehr allerdings nicht gelungen, das gesteckte Ziel, die Anzahl der Aktiven in der Einsatzabteilung über die magische Marke von 600 Einsatzkräften zu heben, zu erreichen. Nach den jüngsten Erfolgen der Mitgliederwerbung wurde das Jahr 2019 mit 586 Einsatzkräften beendet. Zum 31. Dezember 2020 waren es "nur" 590, unterteilt in 513 männliche und 77 weibliche Brandbekämpfer in den Einsatzabteilungen. "Gegen den allgemeinen Trend haben wir es wieder geschafft, unsere Einsatzabteilungen zu vergrößern", so Stadtfeuerwehr-Pressesprecher Tim Herrmann. Bei den Jugendfeuerwehren konnte der Mitgliederbestand von 162 Kindern und Jugendlichen gehalten werden. Es gab lediglich eine leichte Verschiebung in der Geschlechteraufteilung zugunsten der Mädchen. In 2020 waren 107 männliche und 55 weibliche Mitglieder zu verzeichnen.

 

Zum Bedauern der Sehnder Feuerwehren sanken die Mitgliederzahlen in der Kinderfeuerwehr im vergangenen Jahr: Waren es 2019 noch 149 Nachwuchsfeuerwehrmitglieder (93 Jungen und 56 Mädchen), so gingen die Mitgliederzahlen in 2020 auf 120, aufgeteilt in 73 Jungen und 47 Mädchen, zurück. Auch bei den Feuerwehrmusikern in den Musikzügen Evern und Wassel gab es einen minimalen Rückgang von 36 auf 35 Mitglieder, die sich in 23 männliche und 12 weibliche Musiker aufteilen.

 

"Im Bereich des Einsatzgeschehens entstand während der Pandemie teilweise der Eindruck, dass es richtig ruhig geworden ist", so Feuerwehr-Sprecher Tim Herrmann. Nach Auswertung der Einsatzzahlen sehe es aber anderes aus: Die Gesamtzahl der Einsätze im Stadtgebiet stieg von 192 auf 207. Dies waren 53 (Vorjahr 57) Brandbekämpfungen, 92 (97) technische Hilfeleistungen, 53 (25) Fehlalarme und 9 (13) Unterstützungseinsätze in benachbarten Kommunen oder Landkreisen. Auffällig hierbei sei die hohe Zahl der Fehlalarme, die sich mehr als verdoppelt haben. Vermutlich auch eine Folge der Pandemie, dass die Anzahl der Alarme wegen Rauchwarnmeldern von 5 auf 9 stieg. "Die Bürger waren einfach viel mehr zu Hause als sonst und haben eher bemerkt, dass der Rauchwarnmelder beim Nachbarn piept", so Tim Herrmann. Ebenso sei die Steigerung der Türöffnungen wegen hilfloser Personen von 11 auf 19 vermutlich der vermehrten Anwesenheit der Bürger zu Hause zuzuschreiben. Viele Einsätze waren auch in der Pandemie personalaufwändig und mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Zusätzlich musste auf Hygieneregeln geachtet werden und die Reinigung von Gerätschaften und Fahrzeugen verlangte zusätzliche Arbeit von den Mitgliedern und den städtischen Bediensteten.

 

Auch auf der kameradschaftlichen Seite wurde den Freiwilligen Feuerwehren durch die Pandemie 2020 viel genommen. Nicht nur die fehlenden Übungsdienste und Gruppenabende waren ein tiefer Einschnitt. Insbesonders verdiente Kameraden, wie Karsten Isler aus Dolgen und Andreas Neuse aus Ilten, die ihren Ortsfeuerwehren über 18 Jahre vorstanden, oder Thomas Grun aus Müllingen, in dessen Amtszeit die Fusion der Ortsfeuerwehren Müllingen und Wirringen gelungen ist, konnten aus ihren Ämtern nicht angemessen verabschiedet und andere verdiente Kameraden auf ihrem letzten Weg begleitet werden.

 

Trotzdem seien alle Aufgaben, die an die Feuerwehren gestellt wurden, gut gemeistert worden. Gerade diese erfolgreiche Bewältigung aller pandemiebedingten Herausforderungen trotz aller Widrigkeiten macht Stadtbrandmeister Jochen Köpfer "unglaublich Stolz" auf seine Kameradinnen und Kameraden in den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Sehnde.

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