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Region Hannover
Donnerstag, 11.02.2021 - 07:01 Uhr

Zum Tag des Notrufs: Sichtbare Hausnummern können Leben retten

Johanniter-Rettungsdienstexperte Thorsten Ernst klärt auf

Im Notfall ist es wichtig, dass der Rettungsdienst die Hausnummern erkennen kann, um schnell Hilfe leisten zu können.Aufn.:

REGION

Was nützt ein Notruf, wenn die Rettungskräfte den Unfallort nicht finden können. Thorsten Ernst, Rettungsdienstexperte der Johanniter-Unfall-Hilfe in Niedersachsen und Bremen, rät deshalb zum Tag des Notrufs 112 am heutigen, Donnerstag, 11. Februar 2021, die Sichtbarkeit von Hausnummern zu überprüfen.

 

"Im Notfall können Minuten zwischen Leben und Tod entscheiden. Und wenn Rettungskräfte durch schlecht sichtbare Hausnummern wertvolle Zeit zum Retten verlieren, ist das einfach tragisch", sagt Ernst. Häufig seien die Hausnummern zugewachsen, bei Dunkelheit nicht richtig beleuchtet, versteckt angebracht oder auch gar nicht vorhanden. Es sollte also im Interesse aller sein, nach Absetzen des Notrufs schnell auffindbar zu sein, sagt Ernst.

 

Im Bereich großer Wohnanlagen und bei Mehrfamilienhäusern seien gute und eindeutig beschriftete Klingelschilder notwendig. Gerade wenn Bewohner ähnlich klingende Namen haben. Um möglichst alle Verzögerungen zu vermeiden, wird im besten Fall der Rettungsdienst von Angehörigen oder Nachbarn an der Straße in Empfang genommen und zur Einsatzstelle geleitet.

 

11. Februar, der Tag des Notrufs 112

Die Rufnummer 112 ist in Deutschland und vielen anderen Ländern bereits seit Jahren die zentrale Telefonnummer für den Rettungsdienst. 1991 haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) beschlossen, die Notrufnummer zu vereinheitlichen. 2008 ist das Vorhaben in der EU vollständig umgesetzt worden. Seitdem sind die Rettungsdienste in allen EU-Mitgliedsstaaten unter der 112 zu erreichen.

 

Die 112 als ein Teil der Rettungskette

Die 112 ist ein Teil der Notfallhilfe. Besonders bei Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand kommt es darauf an, frühzeitig den Rettungsdienst zu rufen und bis zum Eintreffen der Retter mit Erste-Hilfe-Maßnahmen zu beginnen. "Eine beispielsweise im Notfall umgehend begonnene Herz-Lungen-Wiederbelebung kann über Leben und Tod entscheiden", so Ernst.

 

Die 112 als besondere Nummer

"Die 112 ist in der gesamten Europäischen Union rund um die Uhr erreichbar und ist sowohl aus dem Mobilfunknetz als auch aus dem Festnetz kostenfrei. Wird ein fremdes Handy genutzt, kann der Notruf auch ohne Entsperrcode getätigt werden", sagt Ernst.

 

Weitere Verbreitung

Auch außerhalb der Europäischen Union wird die 112 genutzt. So kann ebenfalls in der Schweiz, Island, Norwegen, Russland, in der Türkei und in der Ukraine die in Deutschland bekannte Notrufnummer gewählt werden. Zudem nutzen weitere Länder die 112 ergänzend - Anrufer werden direkt an die lokale Rettungsleitstelle weitergeleitet, obwohl es eine andere Notrufnummer gibt. Thorsten Ernst rät: "Bei künftigen Auslandsaufenthalten sollte jeder sich über die im Zielland geltenden wichtigsten Telefonnummern informieren. Denn in einem Notfall ist es hilfreich, nicht lange suchen zu müssen, sondern schnell handeln zu können."

 

Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig auffrischen

Um im Ernstfall schnell handeln und richtig helfen zu können, rät der Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, auch im Hinblick darauf, dass ein Großteil der Notfälle im häuslichen Umfeld passieren. In den Erste-Hilfe-Kursen der Johanniter werden unter anderem das richtige Absetzen des Notrufs und alle relevanten Erste-Hilfe-Maßnahmen geübt.

 

Weitere Informationen zu den Erste-Hilfe-Kursen der Johanniter und zur Kursbuchung gibt es unter Opens external link in new windowwww.johanniter.de/erstehilfe.