Burgdorf
Donnerstag, 14.01.2021 - 17:10 Uhr

400. Sitzung des VVV-Arbeitskreises Stadtmuseum und KulturWerkStadt

Der Arbeitskreis Stadtmuseum im Jahr 2001.Aufn.:

BURGDORF

Vor 37 Jahren öffnete das Burgdorfer Stadtmuseum seine Pforten und etablierte sich bis heute als museales und kulturelles Zentrum. Seit 1987 präsentierte der VVV in dem ehemaligen Ackerbürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert mehr als 300 Ausstellungen und 500 Sonderveranstaltungen. 1998 übertrug die Stadt die Trägerschaft für das Stadtmuseum an den VVV. Um die anfallende tagtägliche Museumsarbeit zu koordinieren und organisatorisch zu bewältigen, konstituierte sich schon 12 Jahre vorher am 5. Mai 1987 der VVV-Arbeitskreis Stadtmuseum.

 

Von der Ausstellungsorganisation bis zur Magazinverwaltung

Im März trifft sich der über 50 Mitglieder umfassende ehrenamtliche Arbeitskreis zu seiner bereits 400. Sitzung - wenn es die Corona-Bestimmungen zulassen - und nimmt dies zum Anlass, mehr als drei Jahrzehnte seiner Aktivitäten noch einmal Revue passieren zu lassen. An vorderster Stelle des damals wie heute übernommenen Aufgabenspektrums steht die Vorbereitung und Durchführung von Ausstellungen und Veranstaltungen (Vorträge, Handwerkertage, Lesungen, Konzerte, Führungen, Gesprächsrunden etc.). Motivierte und qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter des Arbeitskreises übernehmen zudem (in coronafreien Zeiten) an den Wochenenden die Aufsichten im Stadtmuseum und in der KulturWerkStadt. Der Arbeitskreis sorgt darüber hinaus für die Unterhaltung des Stadtmuseums, dessen Eigentümerin die Stadt Burgdorf ist. Einen großen Stellenwert nimmt die Presse-, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit ein. Sie manifestiert sich neben der regelmäßigen Präsenz in den lokalen Medien in der Veröffentlichung von Ausstellungsflyern und -führern sowie in der Kommunikation mit der Region, anderen Museen und dem Museumsverband.

 

Der Arbeitskreis trägt seit seiner Gründung zur Erforschung, Dokumentation, Vermittlung und Archivierung der Stadt- und Kulturgeschichte bei und ist für die Verwaltung des Magazins verantwortlich. Ebenso leistet er Unterstützung bei der Betreuung der Burgdorfer Zinnfigurensammlung und der Radfahrgalerie Burgdorf und organisiert Ausstellungen mit Exponaten aus diesen beiden Sammlungen. Langjährige Partner und Förderer sind die Stadt, die Stadtsparkasse Burgdorf, der Förderverein Stadtmuseum, die Stadtwerke Burgdorf GmbH und die Region Hannover.

 

Seit 2008 auch für die KulturWerkStadt verantwortlich

Seit 1987 leitet Gerhard Bleich den Arbeitskreis. Als verdienstvolle Mitglieder, die bereits verstorben sind oder sich aus Altersgründen zurückgezogen haben, sind zum Beispiel zu nennen: Heinz Neumann, Theil Blikslager, Knud Winter, Helmut Kohlmeyer, Adolf Grethe, Hermann Meyer, Siegfried Wotschke, Hartmut Unverzagt, Erich Rode, Gerhard Grupe und Helmut Janz. Dienstälteste aktive Mitarbeiter sind Kristine Bäuerle und Jürgen Mollenhauer. Eine erhebliche Erweiterung des Aufgabengebietes war mit der Eröffnung der KulturWerkStadt im Jahr 2008 verbunden, für deren laufenden Betrieb die Mitglieder seither ebenso die Verantwortung tragen.

 

Mehr als 300 Ausstellungen

Von 1987 bis 2020 entstanden über 300 Ausstellungen, aus denen als markante Höhepunkte mit besonders großer Besucherresonanz hervorzuheben sind: eine von Heinz Neumann organisierte sechsteilige Ausstellungsreihe über die Stadtgeschichte in der Zeit von 1871 bis 1974 (1990 - 2001) sowie "Knochenschüttler, Drahtesel und Bikes - die Geschichte des Fahrrades" (2000), "Stars und Sternchen - Souvenirs aus Film, Musik und Sport" (2002), "Wie das Auto Burgdorf eroberte" (2005 - 06), "Frauenleben in Burgdorf" (2011 - 12), "Hier geblieben - Flüchtlinge und Vertriebene in der Nachkriegszeit in Burgdorf" (2013), "Stein auf Stein- Bausteinwelten aus Lego" (Doppelausstellung in beiden Museen 2014), "Mini, Mofa, Mauerbau - die 1960er Jahre in Burgdorf" (2015 - 16), "Hier kommt Pippi Langstrumpf - die Lebenswelt von Astrid Lindgren" (Doppelausstellung 2016), "Zeitreise in Omas Kinderzimmer - womit Mädchen spielten" (2018 - 19) oder "Glück auf, der Steiger kommt - Bergleute und Ölarbeiter aus Burgdorf und Umgebung" (2019).

 

Museumsbetrieb in Corona-Zeiten

Von den Corona-Einschränkungen blieben auch die Burgdorfer Museen in den letzten Monaten nicht verschont und mussten sich Ende Oktober auf eine bis heute andauernde, der verschärften Pandemielage geschuldete Zwangsschließung einstellen. Trotzdem sind die Mitglieder des Arbeitskreises Stadtmuseum und KulturWerkStadt nicht untätig geblieben. Sie bereiten die kommenden Ausstellungen vor - darunter eine James Bond-Schau ab Mitte März - und optimieren die Museumsräumlichkeiten durch Renovierungsarbeiten, die Einrichtung neuer Vitrinen und die Ausbesserung der Fußböden. Vor kurzem starteten die Vorbereitungen für ein neues ambitioniertes Projekt, bei dem es um die Ausbildung von Guides für Sehbehinderte geht, um diesen den Zugang zu den Ausstellungsangeboten zu erleichtern. Wer an einer Mitarbeit im Arbeitskreis Stadtmuseum und KulturWerkStadt nach einer Beruhigung der Corona-Lage interessiert ist, kann Kontakt mit der VVV-Geschäftsstelle (Telefon 05136/1862) aufnehmen.

 

Kulturelle Treffpunkte

Der Arbeitskreis trug dazu bei, dass das Stadtmuseum und die KulturWerkStadt nicht nur als zeitgemäße Museen mit attraktiver, familiengerechter Programmvielfalt, sondern auch als kulturelle Treffpunkte eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit gefunden haben. Er pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen sowie allen gesellschaftlichen Gruppen. Themen wie Migration, Inklusion, Klima, Umwelt und kulturelle Vielfalt haben längst Einzug in die Arbeit gehalten. Wichtige Rollen spielen zudem interaktive Mitmachangebote, eine dynamische Museumspädagogik und sowie die verstärkte Nutzung digitaler und sozialer Medien (z. B. Facebook, YouTube).

 

Die Mitglieder des Arbeitskreises wollen ihre Aktivitäten nicht nur in beiden Ausstellungshäusern präsentieren. Sie legen auch Wert auf, auf die Menschen vor Ort direkt zuzugehen: Sie sind in Kindergärten und Schulen, bei den Vereinen und Organisationen, in Altenheimen und bei den örtlichen Veranstaltungen (z.B. Pferde- und Hobbytiermärkte, Stadtfest Oktobermarkt, Verkaufsoffener Sonntage) zu finden. Dem Ziel, die Zukunftsfähigkeit der Museen nachhaltig zu sichern, bleibt der Arbeitskreis Stadtmuseum und KulturWerkStadt auch weiterhin uneingeschränkt verbunden. Zudem soll in der Nach-Corona-Zeit die bisherige Erfolgsbilanz fortgesetzt werden: jährlich durchschnittlich 20.000 Besucher im Stadtmuseum und 15.000 Besucher in der KulturWerkStadt.

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