Burgdorf
Freitag, 27.11.2020 - 19:47 Uhr

Mehr-Generationenhaus: 23.408 Unterrichtsstunden zur sprachlichen Alltagsbefähigung

Niedersachsen beendet Förderzeit für "Sprachkurs für Geflüchtete"

Mit 23.408 erteilten "Deutsch als Zweisprache" hat das BMGH für in Burgdorf lebende Geflüchtete ein Kommunikationsfundament gelegt, auf dem sich gut aufbauen lässt: Dozentinnen Sabine Genters, Camilla Hilzendeger und Isolde Methner (hinten von links) sowie BMGH-Vorsitzender Dagobert Strecker und Koordinatorin Ursula Wieker (im Vordergrund).Aufn.: Georg Bosse

BURGDORF

Die Sprache eines fremden Landes zu erlernen und es dabei zu einer Alltagstauglichkeit zu bringen, um sich im neuen Lebensumfeld besser und selbständiger zurechtfinden zu können, ist das Fundament jeglicher Integration. Ein solches Fundament hat das Burgdorfer Mehr-Generationenhaus e.V. (BMGH) mit seinem Konzept "Begegnung-Beratung-Bildung" rund 1700 Geflüchteten aus 14 Ländern gelegt. "2014 haben wir anfangs mit Sachkostenunterstützung der Stadt unser Sprachunterrichtsangebot mit Ehrenamtlichen begonnen", eröffnete BMGH-Vorsitzender Dagobert Strecker ein Pressegespräch am heutigen Freitag, 27. November 2020.

 

Ab August 2016 wurde das BMGH dank seiner hervorragenden Vorarbeit Teil des Landesprogramms "SEG-Kurse" (Sprachkurs für Geflüchtete). "Das von Niedersachsen aufgelegte und finanzierte Programm war gut. Damit konnten wir bis heute insgesamt 23.408 Unterrichtstunden in Deutsch als Zweitsprache (DAZ) mit 38 Dozenten in verschiedenen Teams erfolgreich gestalten. Das entspricht dem Unterrichtsvolumen von zwei Jahren einer vierzügigen Grundschule. Aber die Förderzeit für die SEG-Sprachkurse läuft am 31. Dezember 2020 leider aus", erklärte Koordinatorin Ursula Wieker.

 

DAZ orientierte sich am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen, der sich in drei Stufen, A (elementar), B (selbständig) und C (kompetent), gliedert. Dafür wurden die Dozenten in 1.016 Fortbildungsstunden, beispielsweise in Interkultureller Kompetenz, geschult. "Für Beratungen und Problemlösungen stand uns im Hintergrund muttersprachliche Kompetenz, zum Beispiel Arabisch, zur Verfügung", erzählte Camilla Hilzendeger, die dem Projekt als B1-Sprachdozentin angehörte.  

 

Und was ist unterm Strich erreicht worden? Geflüchtete in Burgdorf, die sich mit der "Beginner"-Sprachkompetenz A1 (elementar) mit Ämtern, Schulen und Mitbürgern in Deutsch verständigen können, haben jetzt ein Fundament, auf dem sich aufbauen lässt. Das anschließend höhere Sprachniveau B (selbständig) kann für die "Schüler" die Teilnahme an weiterführenden Bildungsmaßnahmen, an einer Berufsausbildung oder eine aussichtsreiche Arbeitsaufnahme bedeuten. "Mit unserer Bildungsarbeit waren wir sehr erfolgreich, worauf wir in Burgdorf alle zu Recht stolz sein können", betonte Dozentin Isolde Methner.

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