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Burgdorf
Sonnabend, 31.10.2020 - 16:18 Uhr

Phänomen "Elterntaxi" sorgt für viel Verdruss in der Weststadt

Lippoldstraße soll bis Ende Februar 2021 ein Experimentierfeld bleiben

Ein Offener Brief von Gero von Oettingen (Mitte) und Gundula Brügger (rechts) veranlasste Bürgermeister Pollehn zu einem "Elterntaxi"-Ortstermin in der Astrid-Lindgren-Grundschule.Aufn.: Georg Bosse

BURGDORF

Der Begriff "Elterntaxi" ist inzwischen in der allgemeinen Umgangssprache angekommen. Er bringt das Phänomen, dass Kinder und Jugendliche in Form eines bequemen Transportservices von ihren Eltern zu Kitas, Schulen und Vereinen kutschiert werden, auf den Punkt. Die Angst vor der Gefährdung der Kids im öffentlichen Straßenverkehr erhöht bei den Eltern die Tendenz zur Überbehütung des eigenen Nachwuchses, die auch mit dem Begriff "Helicopter-Eltern" umschrieben wird. Die Verkehrspädagogik vermutet bei dem Angstbestimmten übervorsichtigen Elternverhalten unter anderem den Ersatz für eine nicht erfolgte eigene, intensive Verkehrserziehung, zu der gehört, das Kind nach eingehender Vorbereitung und Mitgabe wichtiger Verhaltensregeln eigene (Schul-)Wege gehen zu lassen.  

 

Die Stadt Burgdorf sieht sich schon seit längerer Zeit vor den Standorten ihrer Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen mit diesem Phänomen konfrontiert. So eben auch in der Lippoldstraße vor der Kita Weststadt und der Astrid-Lindgren-Grundschule (ALG). Die Problemlage ist gekennzeichnet durch eine starke Verdichtung des Fahrzeugverkehrs im Nahbereich der Schulen. Durch zahlreiche, zwischen den zur Schule gehenden Menschen in Eile herannahenden Autos, durch Blockieren der Bushaltestelle, durch in Hektik falsch-seitiges Aussteigen der Kinder, durch gefährliche Wendemanöver und das Missachten von Verkehrsregeln und Warnschildern. Um den Bereich vor der Kita und der Grundschule sicherer zu machen, hat die Burgdorfer Verwaltung ab dem 17. August 2020 ein sechsmonatiges "Experiment", so Bürgermeister Armin Pollehn, gestartet. Bis Ende Februar 2021 gilt eine ausgeschilderte Einbahnstraßenregelung in Richtung Norden, die Schräg- wurden temporär in Längsparkplätze umgewandelt, um den Eltern in dieser "Kiss & Ride-Zone" mit eingeschränktem Halteverbot in der Zeit zwischen 7 bis 14.30 Uhr das Bringen und Holen ihrer Kinder zu ermöglichen. Dieses Experiment halten einige Anwohner für "gut gemeint, aber nicht gut gemacht".

 

Burgdorfs DRK-Chef Gero von Oettingen und seine Lebenspartnerin Gundula Brügger hatten im Namen anderer Anlieger einen Offenen Brief an die Bürgermeister auf den Weg gebracht, der Armin Pollehn veranlasste, am gestrigen Freitag, 30. Oktober 2020, zu einem Ortstermin in die Astrid-Lindgren-Grundschule  einzuladen. Diese Einladung sei nicht bei allen betroffenen Anwohnern angekommen, wurde von den Anwesenden moniert, die auch die mangelnde Beteiligung bei der Umsetzung der Maßnahmen sowie das Fehlen der Verursacher kritisierten. "Wir haben es tatsächlich versäumt, zu diesen Themen- und Fragestellungen eine Bürgerversammlung einzuberufen", gestand der Bürgermeister ein. Anwohner, die das Wohnquartier ungerechtfertigterweise in Haftung genommen sehen, stellten die Frage nach dem Verursacherprinzip. Dem entgegnete Pollehn, dass ein übersichtlicher Verkehr mit Sicherheit vor Kitas und Schulen oberstes Gebot sei. Es gab auch Stimmen, die berichteten, dass die jetzige Regelung zu einer entspannteren Situation geführt habe. Und der Ortsvorsteher von Beinhorn, CDU-Fraktionsvorsitzender und Großvater, Klaus Köneke, bat für die (Groß-)Eltern um Verständnis, die ihre Kinder und Enkel sicher an der Schule abliefern und wieder abholen wollen.

 

Die Anwohner ärgern sich nicht nur über die Umwege, die sie mit der aktuellen Verkehrsregelung in Kauf zu nehmen haben, sondern auch darüber, dass das Experiment nicht wenigstens an Feier- und Ferientagen sowie an Wochenenden zeitweilig ausgesetzt wird. Darüber hinaus gab es Vorschläge, einen gekennzeichneten Fußgängerüberweg einzurichten und/oder Schülerlotsen einzusetzen. Andere wiederum befürworteten die Rückkehr zur alten Verkehrsführung mit Tempo 30.

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