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Lehrte
Freitag, 22.05.2020 - 11:19 Uhr

ADFC informiert mit Aktion "Abstand halten" über Änderungen der StVO

Abstand von 1,50 Meter ist Pflicht beim Überholen von Radfahrern

Mit Poolnudeln wies der ADFC Lehrte/Sehnde auf den nun gültigen Abstand von 1,5 Meter beim Überholen hin.Aufn.:

LEHRTE

Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Lehrte/Sehnde (ADFC) haben am vergangenen Mittwoch, 20. Mai 2020, bei der Aktion "Abstand halten" mit bunten "Poolnudeln" an ihren Fahrrädern einen Mindestabstand von 1,5 Metern demonstriert.

 

"Wir wollen über die neuen Regelungen beim Überholen von Radfahrenden durch Kraftfahrzeuge informieren und für Rücksicht im Straßenverkehr werben", sagt ADFC-Sprecher Peter Hofmann. "Enges Überholen verunsichert Radfahrende mit möglicherweise schlimmen Folgen"

 

Nach der am 28. April in Kraft getretenen Änderung der StVO müssen Autos Radfahrer mit mindestens 1,50 Metern Sicherheitsabstand überholen. Außerorts sind es sogar zwei Meter. Faktisch bedeutet diese Regel ein Überholverbot an Stellen, die nicht die notwendige Breite haben. "Das wissen viele Autofahrer nicht", so der ADFC. "Mit der StVO-Änderung s es Radlern jetzt auch erlaubt zu zweit nebeneinander zu fahren, wenn genug Platz zum Überholen vorhanden ist und der Verkehr nicht behindert wird. Bislang lautete die Grundregel, dass Fahrräder einzeln hintereinander fahren müssen. Mit weiteren Veränderungen in der StVO soll insbesondere das Radfahren sicherer gemacht werden", erklärt der ADFC.

 

"Während der Corona-Pandemie haben viel mehr Menschen als sonst in dieser Jahreszeit das Fahrrad wieder entdeckt, um aus der Wohnung herauszukommen, sich zu bewegen und die Natur zu genießen. Dabei spielt Sicherheit eine große Rolle. Leider wissen manche Kraftfahrer nicht, dass seit einigen Jahren Radfahrende die Fahrbahn (zum Beispiel der Iltener Straße sowie des West- und Südringes) gleichberechtigt benutzen dürfen. Die Stadt hatte die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben und an einigen Straßen mit Radweg die blauen Gebotsschilder für Radfahrer entfernt", so der ADFC.

 

Der ADFC weist darauf hin, dass heute viele Radfahrende mit Pedelecs schneller unterwegs sind. Dadurch wird der Überholweg etwas länger, was an Kreuzungen oder Einmündungen zu Fehleinschätzungen führen könne. Weil die Straßen auch in Lehrte sicherer werden sollen, schlagen Verkehrsplaner im Entwurf des neuen Verkehrsentwicklungsplanes auf einigen Straßen, wie zum Beispiel der Ahltener und Iltener Straße und Südring, Tempo 30 vor.

 

Der Niedersächsische Landtag hat zudem am 12. Mai 2020 ein Radwegebaubeschleunigungskonzept verabschiedet. Es werden 10 Millionen Euro bereitgestellt, um den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur voranzutreiben. "Im Rahmen der Verkehrswende in Niedersachsen müssen Städte und Gemeinden jetzt den Radverkehr fördern. Dies gilt in Lehrte unter anderem für den Bau des Radschnellweges nach Hannover.", so der ADFC.

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