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Wedemark
Freitag, 15.05.2020 - 10:53 Uhr

Gemeinde Wedemark sucht zusätzliche Tagespflegepersonen

Kindertagespflege - Ein Beruf mit Leidenschaft

Martina van der Meer betreibt "Das Spatzennest" in Resse.Aufn.: Gemeinde Wedemark

WEDEMARK

Neben der Kinderbetreuung in Kitas in der Wedemark, besteht die Möglichkeit, Kinder in der Tagespflege unterzubringen. Der Gemeinde Wedemark stehen zwar Tagesmütter und -väter zur Verfügung, es werden aber weiterhin Interessierte gesucht, die den Beruf der Tagespflegeperson für sich entdecken wollen. Martina van der Meer ist seit Jahren enthusiastische Tagespflegemutter und berichtet von ihren Erfahrungen.

 

Von Müdigkeit ist nichts zu erkennen, wenn Martina van der Meer ihr letztes Tageskind um 16 Uhr seiner Mutter übergibt. Dabei hat die Tagesmutter bereits einen 9-Stunden-Arbeitstag mit ihren Pflegekindern hinter sich gebracht. "Mein größter Wunsch war es schon immer, mit Kindern zu arbeiten", verrät die gelernte Hotelfachfrau. "Ich bin sehr froh, dass mir die Gemeinde Wedemark vor sieben Jahren ermöglicht hat, noch einmal beruflich umzusatteln. Ich konnte eine Ausbildung zur Tagespflegeperson auf Kosten der Gemeinde machen."

 

Dafür hat Martina van der Meer eine Ausbildung bei der Werk-statt-Schule e.V. absolviert. "Erst war ich skeptisch, ob ich nach 20 Jahren in meinem Beruf noch in der Lage bin, Neues zu lernen. Aber der Unterricht hat riesigen Spaß gemacht", erinnert sich die Betreiberin von "Das Spatzennest" in Resse. "In der Werk-statt-Schule lassen sie die Auszubildenden am Unterricht teilhaben und erlauben, den Unterricht auch mitzugestalten." 160 Stunden beträgt die Ausbildungszeit, die Schwellenangst werde den Teilnehmenden aber schnell genommen, blickt van der Meer zufrieden zurück. "Man wird von den Dozenten immer wieder bedarfsgerecht abgeholt."

 

Besonders klasse sei das jährliche kostenlose Fortbildungsangebot, das die Gemeinde ihren Tagespflegepersonen macht - unter Fortzahlung der Bezüge. Das Außergewöhnliche daran: Diese Fortbildung findet vor Ort in der Wedemark statt. Das Pendeln entfalle und die Weiterbildung ist mit der Familie gut vereinbar. "Ich bin niedersachsenweit vernetzt, aber dass eine Gemeinde das vollständig bezahlt, habe ich noch nie woanders gehört."

 

Sie könne jederzeit ruhigen Gewissens empfehlen, auch mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten und hier Tagespflegeperson zu werden. "Die einzige Voraussetzung ist die Liebe zu den Kindern", ergänzt Martina van der Meer überschwänglich. Etwas ernster wird sie, als sie klarstellt: "Dieser Beruf ist aber kein Notnagel. Das ist ein Job mit Herz, dafür braucht man Eigeninitiative, man muss ihn wirklich wollen." Dabei vergisst sie nicht, zu erwähnen, dass sie sich auch das Einverständnis ihrer Tochter und ihres Mannes abgeholt hat. Immerhin sind von 7 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags kleine fremde Kinder in der eigenen Wohnung. "Wenn man Tagespflege zuhause betreibt, muss man die eigene Familie mitnehmen."

 

Gemeinsam hat die Familie entschieden, das Tagespflegegeschäft als Selbständige zu betreiben. "Das ist für uns als Familien das richtige Model", sagt van der Meer. Sie hätten sich auch für ein Angestelltenverhältnis beim Förderverein für Tageskinder und Eltern e.V. auf 450 Euro-Basis entscheiden können, diese Möglichkeit bietet die Gemeinde auch.

 

Susanne Schönemeier, Erste Gemeinderätin der Wedemark, erläutert das Angebot.: "Unser Ziel ist es, den Tagespflegekräften, die in der Wedemark für uns arbeiten, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Deshalb stellen wir frei, ob sie in ein Angestelltenverhältnis eintreten oder weiterhin selbständig bleiben wollen." Über den Förderverein für Tageskinder und Eltern e.V. bestehe die Möglichkeit, sozialversicherungspflichtig auf 450 Euro-Basis zu arbeiten. Diejenigen, die es vorzögen, selbständig zu bleiben, stellen der Gemeinde ihre Leistungen in Rechnung. "In dem Fall zahlen wir als Gemeinde die Hälfte der Sozialabgaben. So entlasten wir die Selbständigen", ergänzt Susanne Schönemeier. Eine fertige Ausbildung müsse man nicht mitbringen, sagt die Erste Gemeinderätin. Eine berufliche Vorerfahrung in der Pflege oder eine pädagogische Vorbildung wäre schön, ist aber keine Voraussetzung. Die Wedemark vertraue den Tagespflegepersonen das Wichtigste an, was sie habe, nämlich ihre Kinder. Dafür wolle man ein möglichst optimales Umfeld schaffen. Dazu gehöre auch eine kostenlose Ausleihe von besonderen Spielzeugen, wie Kletterstationen, Wasserbahnen, Fahrzeuge für drinnen und draußen. Sogar ein Krippenwagen könne leihweise zur Verfügung gestellt werden.

 

"Wenn man sich für den Beruf in der Wedemark entscheiden möchte, besucht einen erst einmal ein Mitglied des Teams Kinderbetreuung und prüft die Örtlichkeiten, beantwortet Fragen und gibt Tipps und Hinweise", berichtet Martina van der Meer über den Einstieg als Pflegemutter. "Natürlich braucht man eine Grundausstattung, aber hier helfen die Eltern und die Gemeinde. Überhaupt kann man bei Bedarf immer gut mit der Gemeinde kommunizieren, ich bekomme immer eine Antwort und kenne meine Ansprechpartner persönlich." Das habe ihr dann die Sicherheit gegeben, loszulegen. "Ich war auch aufgeregt, als das erste Mal die Kinder zu mir kamen. Und es war schön, zu sehen, wie neugierig sie auf´s Leben sind." Noch heute habe sie Kontakt zu ehemaligen Tageskindern. "Und die Dankbarkeit in den Augen der Kinder ist der größte Lohn für uns Tagesmütter", beendet Martina van der Meer das Gespräch, bevor sie ihre Räumlichkeiten wieder auf den Kinderbesuch des kommenden Tages vorbereitet.

 

Wer Interesse an der Tätigkeit als Tagespflegeperson in der Wedemark hat, kann sich an Ronja Babek-Fuls vom Team Kinderbetreuung im Rathaus per Mail an Opens window for sending emailkinderbetreuung(at)wedemark.de oder unter Telefon 05130/581-293 wenden.

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