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Dienstag, 28.04.2020 - 17:06 Uhr

Die Steinwedeler St. Petri Kirche erhält eine Lüftungsanlage

Karl Klenke zeigt an der Ostwand der Kirche, wo der neue Lufteinlass hinkommen wird.Aufn.:

STEINWEDEL

Aufgrund der Corona-Pandemie finden derzeit keine Gottesdienste in der Steinwedeler St.-Petri-Kirche statt. Diesen Umstand nutzt die dortige Kirchengemeinde, um lange geplante Sanierungsarbeiten in der Kirche durchzuführen: In den kommenden Tagen werden in der Kirche Wände aufgebohrt, um eine Lüftungsanlage einzubauen. Diese Arbeiten sind Vorarbeiten zur Orgelsanierung im Herbst. Dann findet eine umfangreiche Schimmelsanierung der Orgel statt. Außerdem wird ein neues Orgelregal eingebaut.

 

Vor der Orgelsanierung muss allerdings sichergestellt werden, dass sich danach kein neuer Schimmel bildet. Dazu ist der Einbau der Lüftungsanlage notwendig. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird die Lüftung anspringen und hinter dem Altar Außenluft in die Kirche saugen. Gleichzeitig wird aus dem Bereich der Orgel Innenluft in den baulich getrennten Kirchturm befördert. Eine inzwischen zugemauerte alte Verbindungstür erleichtert hier die Bohrung. Während der Gottesdienste bleibt die Automatik jedoch ausgeschaltet, damit keine Motorgeräusche stören.

 

Schimmelbildung in Orgeln ist ein Problem, das sehr viele Kirchenorgeln betrifft. Karl Klenke vom Kirchenvorstand erklärt: "Durch den Klimawandel hat sich auch die Luftfeuchtigkeit erhöht. Außerdem sind auch Kirchenräume heute besser isoliert. Daher entfällt die natürliche Lüftung durch undichte Fenster und Türen. Allerdings hat ein Gutachten festgestellt, dass der Schimmel zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung für die Kirchenbesucher und die Organisten darstellt."

 

Die Maßnahme in der St.-Petri-Kirche wurde mit zahlreichen Ämtern und Experten abgestimmt. Viele Geldgeber sind daran beteiligt. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, führt das landeskirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege die Bauaufsicht. Auch das Landeskirchenamt, das Kirchenkreisamt, Ingenieurbüros, Lüftungsbauer, Orgelbauer und Orgelsachverständige sind beteiligt. Die Koordination liegt in der Verantwortung der Kirchengemeinde.

 

Der finanzielle Aufwand ist mit etwa 110.000 Euro nicht unerheblich. Die Gemeinde sammelt daher schon seit 2016 Spenden. Karl Klenke: "Die Geduld der Gemeindeglieder wurde auf eine harte Probe gestellt. Im Jahr 2019 sind wir jedoch finanziell belohnt worden: Die hannoversche Landeskirche hat Sondermittel zur Verbesserung des Raumklimas in Kirchen bereitgestellt. Die St.-Petri-Gemeinde muss daher nur 30.000 Euro aus eigenen Mitteln tragen. Mehr als die Hälfte davon haben wir Spenden zu verdanken, die auch vom Bauverein der Kirchengemeinde gesammelt wurden. Dafür möchte der Kirchenvorstand allen Spenderinnen und Spendern herzlich danken."

 

Wenn die Corona-Lage dies zulässt, soll die überarbeitete Orgel am Reformationstag mit einem großen Orgelkonzert wiedererklingen. Die Kirchengemeinde will laufend über den Baufortschritt in kurzen Videos auf ihrer Internetseite berichten. Das erste Video ist bereits online unter Opens external link in new windowvimeo.com/channels/1568716 und gibt einen Überblick zum Gesamtprojekt, das unter Opens external link in new windowwww.sankt-petri-steinwedel.de/news/1/567324/nachrichten/die-bauarbeiten-zur-orgelsanierung-starten.html beschrieben ist. Das zweite Video folgt kurzfristig.

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