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Mittwoch, 08.04.2020 - 19:39 Uhr

Feuerwehrkräfte rücken zur Rettung von sonnenbadender Schildkröte aus

Wegen einer Schildkröte, vermutlich eine Wasserschildkröte wie diese, wurden die ehrenamtlichen Helfer der Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen alarmiert.Aufn.:

ALTWARMBüCHEN

"Das war Nonsens", so Philipp Suppan, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen, zum Einsatz am heutigen Mittwochmittag, 8. April 2020, am Altwarmbüchener See. Ein Spaziergänger hatte eine Schildkröte auf einem Baumstumpf im Wasser gesehen und vermutet, dass diese unbedingt Hilfe benötige. Seinen Angaben zufolge sei die Schildkröte mit einem Fuß eingeklemmt und so rief er daraufhin die Feuerwehr. Um 13:05 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen von der Regionsleitstelle über ihre digitalen Meldeempfänger alarmiert.

 

Diese trauten schon beim Lesen des Alarmierungstextes kaum ihren Augen, gehören Schildkröten nun nicht gerade zu der Art von Tieren, bei denen die Tierrrettung der Feuerwehr benötigt wird. Fünf Einsatzkräfte rückten anschließend unter der Leitung von Ortsbrandmeister Björn van Veen aus.

 

"Man konnte schon vor Ort sehen: Das ist nichts, die genießt nur die Wärme und sonnt sich da nur", so der Feuerwehrpressesprecher. Der Anrufer war sich aber sicher, dass das Reptil Hilfe benötigt und so wurde ein Boot zu Wasser gelassen und sich dem Tier, damit dieses sich nicht schon auf die Ankunft der Retter vorbereiten kann, behutsam von hinten genähert. Die Schildkröte bekam dennoch Wind von der Sache und fand die zu erwartende Gefangennahme wahrscheinlich nicht so lustig.

 

Sie fühlte sich ob des Treibens um sie herum in ihrem Sonnenbad gestört und ließ sich flugs ins Wasser fallen, "um sich der Maßnahme durch Flucht zu entziehen", wie es Philipp Suppan beschreibt. Die Retter waren hierbei nicht ansatzweise in Zugriffsnähe gekommen. Informationen der Feuerwehr zufolge leben am Altwarmbüchener See mehrere Schildkröten in freier Wildbahn.

 

Das Boot konnte daraufhin unverrichteter Dinge wieder an Land geholt werden und mit einem Kopfschütteln ging es zurück in die Feuerwache, wo eine Einsatzzeit von 65 Minuten notiert wurde.

 

Nicht nur, dass der Einsatz für die ehrenamtlichen Kräfte unnötig war, so ärgerten sie sich besonders darüber, die von der Bundesregierung auferlegte Kontaktminimierung durch diesen Einsatz untergraben zu müssen. Grundsätzlich sind die Rettungskräfte von den Kontaktbeschränkungen im Einsatz befreit und so jederzeit und in vollem Umfang einsatzbereit und rücken daher auch wie gewohnt zur Gefahrenabwehr und Menschenrettung aus, doch eine in freier Natur lebende und sich sonnende Schildkröte gehöre nicht dazu und gefährde so eventuell die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkräfte, wenn diese sich dadurch gegenseitig mit dem Corona-Virus anstecken und dadurch gleich mehrere Feuerwehrkräfte gleichzeitig in Quarantäne müssten, wodurch die Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr geschwächt werden würde.

 

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