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Wedemark
Montag, 09.03.2020 - 18:12 Uhr

Equal Pay Day am 17. März steht unter dem Motto "Auf Augenhöhe verhandeln"

WEDEMARKT

Der Aktionstag Equal Pay Day macht in Deutschland jährlich auf eine existierende Ungerechtigkeit aufmerksam: Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen umgerechnet in Deutschland ohne Bezahlung, während Männer statistisch schon ab dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. 2020 entspricht der Unterschied in der Bezahlung 77 Tage - Der Equal-Pay-Day ist in diesem Jahr also am 17. März.

 

Laut Statistischem Bundesamt beträgt der Unterschied der Bezahlung zwischen Männern und Frauen in Deutschland aktuell 21 Prozent. Die Ursachen für diese Ungerechtigkeit sind vielfältig, als wesentliche Gründe werden Teilzeitarbeit und Minijobs genannt, die deutlich mehr von Frauen familienbedingt in Anspruch genommen werden. Die sogenannten "Frauenberufe" sind tariflich schlechter bewertet und dadurch geringer bezahlt und Frauen sind nach wie vor in den gutbezahlten Führungspositionen deutlich geringer vertreten als Männer. Oftmals bekommen Frauen für gleichwertige Arbeit weniger Lohn.

 

"Die langjährige Kampagnenarbeit rund um den Aktionstag hat erreicht, dass in der Öffentlichkeit breit über die Ursachen der Lohnlücke diskutiert wird", weiß Silke Steffen-Beck zu berichten. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wedemark gibt aber zu bedenken: "In dieser Diskussion wird die Lohnlücke auch gern der Zurückhaltung der Frauen angelastet. Oftmals wird behauptet, Frauen würden ihre Chancen insbesondere in Verhandlungssituationen seltener nutzen oder andere Prioritäten setzen".

 

Das diesjährige Kampagnenmotto "Auf Augenhöhe verhandeln" setze genau dort an. "Frauen wollen nicht nur verhandeln, Frauen wollen auch mehr" so Steffen-Beck. "Geschlechtstypisches Verhalten, das diese Verhandlungen beeinflusst, findet auf beiden Seiten des Verhandlungstisches statt und das ist oftmals durch tradierte Rollenbilder beeinflusst." Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, die Personalverantwortlichen der Unternehmen zu erreichen, hebt die Gleichstellungsbeauftragte hervor.

 

Die Studie "Gendertypische Verhandlungskompetenz und ihre Auswirkungen auf Gehalts- und Aufstiegsverhandlungen" von Martina Voigt und Andrea Ruppert aus 2017 zeige auf, dass Frauen seltener Gehaltserhöhungen erhalten, selbst wenn sie gleich häufig danach fragten. Frauen benötigten, um selbstsicher auftreten zu können, mehr Informationen als Männer über den Ablauf und die Bewertungskriterien in Verhandlungen. Vorgesetzte hingegen neigten dazu, die Ambitionen ihrer weiblichen Mitarbeiterinnen zu unterschätzen. "An dieser Stelle mein Appell an die Frauen: Stellen Sie ihre Kompetenz nicht in Frage und bleiben Sie hartnäckig in den Verhandlungen", fordert Steffen-Beck auf.

 

"Ohne konkrete Handlungskonzepte seitens der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, insbesondere zu den Themen Vereinbarkeit und Wiedereinstieg, werden wir da nicht wirklich weiterkommen" befürchtet die Gleichstellungsbeauftragte. "Entgeltgleichheit wird nur erreicht werden, wenn wir bei dem Verhandlungsbegriff auch das Private in den Blick nehmen. Nur wenn Familien- und Sorgearbeit gleichberechtigt geteilt wird, ist die Voraussetzung für alle geschaffen, berufliche Chancen voll wahrzunehmen."

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