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Montag, 20.01.2020 - 17:30 Uhr

"Zornpolitik - Gefühle und antisemitische Ressentiments gestern und heute"

Prof. Dr. Uffa JensenAufn.: TU_Berlin/PR/Alexander Rentsch

SIEVERSHAUSEN

Die Veranstaltung des Antikriegshauses zum Shoa-Tag 2020, Tag der Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, legt in diesem Jahr ihren Schwerpunkt weniger auf das stille Gedenken, sondern widmet sich Frage nach dem Umfeld, in dem das ungeheure Geschehen möglich wurde - und der Gefahr, die von dieser Haltung auch für die heutige Gesellschaft noch immer ausgeht. Dazu hat das Antikriegshaus mit Unterstützung der Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" Prof. Dr. Uffa Jensen zu einem Vortrag am Sonntag, 26. Januar 2020, um 16 Uhr eingeladen.

 

In seinem Essay "Zornpolitik" beschäftigt sich der Historiker und Antisemitismusforscher mit der Emotionalisierung von Politik und damit zusammenhängenden Verneinungsgefühlen und Ausgrenzungstendenzen. Diese weisen häufig eine tiefe kulturelle Verwurzelung in althergebrachten Ressentiments und Stereotypen auf - die sich in Vergangenheit und Gegenwart nicht zuletzt in einem Antisemitismus zeigten. Dieser wird auch heute wieder zunehmend sichtbar und offen artikuliert.

 

Jensen verweist auf die gesellschaftliche Wirkungsmacht von Gefühlen und diagnostiziert eine erhebliche Zunahme von Angst und Zorn. Diese Zunahme müsse auch als Reaktion auf gesellschaftliche Krisen und politische Unzufriedenheit verstanden werden. Indem er sich ausführlich mit der Innenansicht der Zustände befasst, versucht er, sie zu erfassen, ohne sie entschuldigen oder rechtfertigen zu wollen. Wie mit Emotionen in Gesellschaft und Politik und mit ihren gegenwärtigen Zuspitzungen im Rechtspopulismus und zunehmenden Antisemitismus umgegangen werden kann, werden interessante Diskussionspunkte der Veranstaltung sein.

 

Prof. Dr. Uffa Jensen ist stellvertretender Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Er hat Geschichte und Philosophie in Kiel, Jerusalem (Hebräischen Universität), Berlin und New York City (Columbia University) studiert. Er war wissenschaftlich an den Universitäten Göttingen, Sussex und am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung tätig, bevor er 2017 den Ruf an das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin bekam. Aus seiner Beschäftigung mit der Emotionsgeschichte des Antisemitismus entstand 2017 sein Buch "Zornpolitik" (edition Suhrkamp).

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