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Stadtmarketing Burgdorf
Wedemark
Montag, 30.12.2019 - 13:08 Uhr

Grußwort zum Jahreswechsel der Gemeinde Wedemark

Aufn.:

WEDEMARK

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

"Verrecke!", "Deine Kugel ist auch schon gegossen!" und "Du gehörst doch ins KZ!" - dies sind nur drei der Drohungen, die niedersächsische Landtagsabgeordnete parteiübergreifend in Laufe ihrer Mandatszeit zu hören bekommen haben. Diese Beschimpfungen mussten sich die gewählten Vertretenden des Volkes von Bürgerinnen und Bürgern gefallen lassen. Das berichtete vor Kurzem der Norddeutsche Rundfunk, verbunden mit der erschreckenden Nachricht, dass die Mehrheit der Menschen, die sich der Landespolitik in Niedersachsen verschrieben hat, regelmäßig solche Anfeindungen und Drohungen erhält. Schriftlich, per Telefon, sogar persönlich. Diffamierungen und Anfeindungen gibt es auf allen politischen Ebenen. Gerade aber auch Lokalpolitikerinnen und -politiker sind davon verstärkt betroffen.

 

Vor dieser Verrohung kapitulierte zuletzt Tjark Bartels, der die positive Entwicklung der Wedemark über Jahre als Bürgermeister vorangetrieben hat, der hier mit Leib und Seele Kommunalpolitik gelebt und dies auch als Landrat in Hameln-Pyrmont weitergeführt hat. Gerade in den sogenannten Sozialen Medien prallte der blanke ungezügelte Hass über Monate auf seine Pinnwand und auf die des Landkreises. Tjark Bartels hat deshalb auf ärztliches Anraten hin für sich entschieden, auszusteigen und sein Amt niederzulegen. Diagnostiziert wurde bei ihm ein schweres Burnout Syndrom, er selbst sagte, meine Grenze war deutlich überschritten".

 

Ich finde diese Entwicklung unerträglich und frage mich: Wie kann es sein, dass Politikerinnen und Politiker ihre vom Volk übertragene Verantwortung abgeben müssen, weil Hass und Hetze einer leider zu lauten Minderheit sie zermürben? Und warum lässt unsere Gesellschaft das zu?

 

Wer im Internet, am Telefon oder im persönlichen Umgang bewusst respektlos agiert, hetzt, Grenzen verletzt, der stellt seine Interessen über die der Allgemeinheit. Damit werden auch die Grenzen des Anstandes und des vernünftigen Umgangs miteinander überschritten. Gefährlich wird es zusätzlich, wenn die Mehrheit schweigend in ihrer Komfortzone verharrt, und das auch dann noch, wenn eigentlich der Hassreden anderer widersprochen werden müsste.

 

Der Auftrag von Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, und damit auch mein Auftrag als Bürgermeister, ist es, für die gesamte Gemeinde zu handeln und die unterschiedlichen Interessen von Bürgerinnen und Bürgern abzuwägen. Darum komme ich jeden Morgen ins Rathaus: Ich möchte, dass unsere Gemeinde lebenswert und offen bleibt, für alle die hier wohnen und arbeiten. Ich möchte auch, dass die Gemeinde wirtschaftlich stark ist, dass aber soziale- und umweltpolitische Aspekte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Eins ist klar: Es kann dabei nie gelingen, es allen Recht zu machen. Die Entwicklung einer Gemeinschaft funktioniert nur durch Kompromisse, jeder muss einen Schritt auf die anderen zugehen, niemand kann seine Maximalforderungen durchsetzen. Diese nicht befriedigt zu bekommen, ist keine Legitimation für respektlosen Umgang miteinander. Wir müssen akzeptieren, dass es Andersdenkende gibt. Diese sind dadurch aber noch lange keine Feinde, die enthemmt angegangen werden können.

 

Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung sind in Ihrem Handeln der Einhaltung der Gesetze sowie dem Gemeinwohl verpflichtet. Dies gelingt dadurch, dass alle Beteiligten im engen Austausch stehen.

 

Das erfolgreiche Zusammenwirken von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft zeigt sich für mich in der Wedemark zum Beispiel im gemeinsam erarbeiteten Gemeindeentwicklungsplan, beim Engagement der Freiwilligenagentur im Mehrgenerationenhaus oder bei den zahlreichen Gesprächen, die ich während meiner Sommertour, bei den Bürgerfragestunden im Rathaus oder tagtäglich überall in der Gemeinde mit Ihnen geführt habe. Man kann in der Sache unterschiedlicher Meinung sein, das gehört zu einem ausgewogenen, intensiven Dialog dazu, aber an Respekt darf es uns nicht fehlen! Jede Diskussion zwischen Wedemärkerinnen und Wedemärkern ist eine Diskussion unter Nachbarinnen und Nachbarn. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir fair miteinander umgehen, und zwar auf einer sachlichen, keiner persönlich verletzenden Ebene.

 

Hass und Hetze sind in einer funktionierenden Gesellschaft schädlich und nicht hinnehmbar, weder digital, noch analog! Unsere Gemeinschaft, unsere Nachbarschaft in der Wedemark, darf dies nicht unwidersprochen lassen. Nur mit dieser Unterstützung haben Politik und Verwaltung die Chance, sachlich und erfolgreich an den zahlreichen Aufgaben zu arbeiten.

 

Und es gibt viele Themen, die uns im kommenden Jahr bewegen werden. Der Glasfaserausbau, in Kooperation von htp, Deutsche Glasfaser und der Gemeindeverwaltung in der Wedemark, ist ein niedersachsenweit einzigartiges Projekt, das für andere Kommunen als Vorreitermodell gilt. Wir wollen, dass alle an diese Zukunftstechnologie angebunden werden, dass Privatpersonen wie Gewerbetreibende die Vorteile schnellstmöglich nutzen können. Ich freue mich auf die Wirtschaftsmesse Wedemark, die aufzeigt, welche unternehmerische Vielfalt in unserer Gemeinde aufblüht. Mit Spannung erwarte ich die Fortsetzung der Theatertage Wedemark, die die Kultur in unserer Gemeinde stärken. Die Erweiterung des Schulzentrums auf dem Campus W, mit zehn neuen Klassenräumen ist ein weiteres Großprojekt für unsere Gemeinde. Der Ganztagsbetrieb an vielen Schulen in unserer Gemeinde wird unter anderem durch den Anbau von Speisesälen ermöglicht. Zu erwähnen ist natürlich auch der Bau zwei weiterer Kitas, um die neue Generation Wedemärkerinnen und Wedemärker wie gewohnt früh und umfänglich fördern zu können. Wir werden nach und nach unsere Feuerwehrgerätehäuser fit für die Zukunft machen, was auch Neubauten einschließen wird. Zudem wird die Freiwillige Feuerwehr Wedemark ein neues Katastrophenschutzfahrzeug bekommen. Die Stärkung des Ehrenamtes wird weiter vorangetrieben mit der Erweiterung des Mehrgenerationenhauses. Auch anderswo wird aus- und umgebaut, so erhält das Schulzentrum zahlreiche Belüftungsgeräte und die kommunale Kläranlage ein neues Betriebsgebäude. Nicht zuletzt freuen wir uns auf die Einweihung des Amtshauses in Bissendorf, die zugleich auf das 440-jährige Jubiläum fällt.

 

Wir haben ein buntes Spektrum von Projekten vor uns, bei dem die Interessen ganz vieler engagierter Menschen berücksichtigt werden müssen, die vordergründig widersprüchlich erscheinen mögen. Aber auch wenn die Blickwinkel der Beteiligten unterschiedlich sein mögen, sollten wir doch alle aber stets ein Ziel gemeinsam vor Augen heben: Das Gemeinwohl unserer Wedemark.

 

Und ich freue mich in diesem Sinne darauf, wieder vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu begegnen, bei Bürgersprechstunden, auf Veranstaltungen und bei der Sommertour 2020. Das Rathaus ist auch im nächsten Jahr verlässlich für Sie da mit all den engagierten Kolleginnen und Kollegen!

 

Ich wünsche allen Wedemärkerinnen und Wedemärkern einen guten Start in das neue Jahr! Auf dass wir miteinander in einem konstruktiven Dialog bleiben, der offen und respektvoll verläuft und unsere Gemeinde weiter nach vorne bringt.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Helge Zychlinski

Bürgermeister der Gemeinde Wedemark

 

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