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Sehnde
Freitag, 06.12.2019 - 23:36 Uhr

Richtfest beim Klinikum Wahrendorff

Beachtliche Fortschritte am neuen Fachkrankenhaus für die Seele

Hämmerten mit Freude für die Richtkrone (von links.): Dr. Rainer Brase, Geschäftsführer Klinikum Wahrendorff, Staatssekretär Heiger Scholz, Dr. Matthias Wilkening und Architekt Jan Soltau.Aufn.: Klinikum Wahrendorff/Tobias Wölki

KöTHENWALD

Auf den Tag genau ein Jahr nach der Grundsteinlegung feierte das Klinikum Wahrendorff nun Richtfest am Neubau des Akutklinikums. Die Baufortschritte in Sehnde-Köthenwald sind beachtlich, so dass am heutigen Freitag, 6. Dezember 2019, mit dem traditionellen Richtspruch des Zimmermanns ein weiterer Bauabschnitt des neuen Fachkrankenhauses für die Seele termingerecht abgeschlossen ist.

 

Der Rohbau ist fertig. In den kommenden Monaten beginnt nun der Innenausbau. Hocheffiziente Dämmstoffe und emissionsfreie oder -arme Materialien sorgen dafür, dass auch in den Bereichen Energieeinsparung und gesundes Raumklima höchste Ansprüche erfüllt werden. Die neue Akutklinik in Köthenwald entsteht auf fast 28.000 Quadratmetern. Ab Ende 2021 soll der neue fünfteilige Komplex mit neun Behandlungsstationen bezogen werden. Zur Verfügung stehen dann an zentraler Stelle 304 stationäre und teilstationäre Plätze mit 270 Betten und 34 tagesklinischen Plätzen in modernem und ansprechendem Ambiente. Die Baukosten sind mit rund 70 Millionen Euro geplant. 48 Millionen Euro übernimmt das Land Niedersachsen. Grußworte aus dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung brachte Staatssekretär Heiger Scholz mit: "Hier am Standort Köthenwald entsteht der größte zusammenhängende Psychiatrie-Neubau, das ist ein beeindruckender 'Meilenstein', der wesentlich zu einer besseren Versorgung der Patientinnen und Patienten beiträgt. Das Klinikum Wahrendorff, als einer der größten Anbieter sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Eingliederungshilfe, ist und bleibt ein wichtiger und verlässlicher Partner des Landes."

 

"Die Patientinnen und Patienten können individualisierte Therapien und vielfältige begleitende Angebote in Anspruch nehmen", freut sich Dr. Matthias Wilkening, geschäftsführender Gesellschafter des Klinikum Wahrendorff, schon jetzt auf die Eröffnung der neuen Klinik. Ziel sei es, für dieses "Zuhause auf Zeit" ein anregendes und vielseitiges Gebäude als heilungsförderndes Umfeld für Körper, Geist und Seele zu gestalten, in denen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten Rechnung getragen wird. Damit das gelinge, denken alle Beteiligten in der Planung und Umsetzung immer wieder quer und versetzen sich in die Lage der hilfesuchenden Menschen. "Bei uns gibt es kein Schubladendenken, sondern kreative Ideen, eine große Flexibilität und ausgewiesene Fachkompetenz. Mit unserem breiten Angebotsspektrum zeigen wir individuelle Perspektiven auf und stärken die Selbstbestimmung", ist Dr. Wilkening überzeugt und ergänzt augenzwinkernd: "Eben gesunder Menschenverstand statt starrer Regelungen."

 

Mit der Zentralisierung am neuen Standort in Köthenwald könnten Therapie und Freizeit mit und für die Patienten noch viel individueller geplant werden. Lange Wegezeiten würden entfallen, neue Rückzugsmöglichkeiten in Wohnnischen böten deutlich mehr privaten Raum und soziale Kontakte könnten an zentralen Stellen, wie dem Speisesaal, der Sporthalle, in Besucher- und Besprechungsräumen und dem Eingangsfoyer gepflegt und auch geübt werden.

 

Das architektonische Konzept, Planung und Bauausführung liegen bei tönies schroeter jansen freie architekten (tsj).

 

Städtebauliche Planung um eine gemeinsame Mitte

Der Neubau bietet unterschiedliche Räume in Abstufungen von Privatheit und Öffentlichkeit, in denen das Miteinander sowie eine individuelle Therapie- und Freizeitgestaltung möglich sind. Dabei wird das neue Klinikum - das neue Fachkrankenhaus für die Seele - als ein Lebensraum begriffen, in dem jede Patientin und jeder Patient entsprechend der individuellen Bedürfnisse eine eigene Nische finden kann. Städtebaulich bildet sich dieses Leitmotiv in der Aufteilung des großen Bauvolumens in fünf einzelne Häuser ab, welche um eine gemeinsame Mitte angeordnet sind, wie ein Dorf auf dem Marktplatz.

 

Der Loop - als innerer Ring

Das Gebäude bietet ein einfaches Orientierungssystem. Dazu wurden die fünf Gebäudeteile wie Häuser um einen zentralen Innenhof gelegt und auf drei Etagen jeweils durch einen Rundgang, kurz Loop genannt, verbunden. Vom Loop gibt es immer wieder Blicke in die Gebäudeumgebung: sei es der Blick in den zentralen Innenhof, die Sichtverbindung über das Foyer zum Vorplatz oder die Aussicht von den Loggien auf die westlich gelegene offene Landschaft. Der Speisesaal ist unmittelbar mit der südlich gelegenen Parkanlage über eine interessante Terrasse verbunden.

 

Stationshäuser bieten gemischte Nutzungsmöglichkeiten

Die drei nach Westen orientierten dreigeschossigen Häuser enthalten die "Gästebereiche" mit insgesamt neun Stationen. Sie nutzen die besondere Lage am Hang für ein "Gartengeschoss". In diesem befinden sich drei geschützte Stationen mit ihren individuell zugeordneten Freibereichen. Die zwei weiteren Häuser liegen nach Osten zum "Großen Knickweg" jeweils rechts und links des Haupteingangs. Sie bieten gemischte Nutzungsmöglichkeiten: In einem die Aufnahme mit Notfallstation, Dienst- und Gesprächsräume und Wahlleistungsstation, im anderen Gebäude der Therapiebereich und die darüber befindliche Tagesklinik.

 

An besonderen Orten kann Leben geübt werden

Am Loop zwischen den Häusern liegen das Eingangs-Foyer mit Empfang, die Gaststube, die Sporthalle, Besucher- sowie Besprechungsräume, Nischen ohne Nutzungszuweisung und "Trainingsorte" des Alltags wie Hauswirtschaftsräume und ein "Waschsalon". Der Übergang zwischen "Drinnen" und "Draußen" - zwischen privat, behütet und den öffentlichen Reizen der Gemeinschaft. Hier kann wieder Leben geübt werden.

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