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Sehnde
Montag, 02.12.2019 - 20:55 Uhr

Nistkästen für Sehnde

Aufn.:

SEHNDE

Der NABU Sehnde und die Flüchtlingshilfe Sehnde hatten sich entschlossen, zusammen eine Nistkastenbauaktion durchzuführen, um der Vogelwelt im Stadtgebiet unter die Flügel zu greifen. "Das ist praktischer Naturschutz, an dem alle teilnehmen können", so der NABU.

 

"Besonders Vögel finden durch das anhaltende Insektensterben weniger Nahrung für sich und ihren Nachwuchs", so der NABU. Vielen Tieren fehle aber einfach auch eine Möglichkeit ein Nest zu bauen. Es werde daher immer wichtiger, dass sie leicht zugängliche Brutplätze finden können. So sparen sie Energie, die in die Aufzucht der Jungvögel gesteckt werden kann. Durch die unterdurchschnittliche Bewaldung und die vielen Neubauten im Stadtgebiet sei das Auffinden von geeigneten Brutplätzen aber immer schwieriger geworden. Auch die intensive Nutzung der Wälder und das "Waldsterben 2.0" lassen nur noch wenige Bäume mit entsprechenden Höhlungen zu. "Die Wohngebäude werden aufgrund der Anforderungen der Energieeinsparung sehr stark abgedichtet und kompakt gebaut. So sind Nistkästen ein unverzichtbarer Ersatz für natürliche Baumhöhlen und fehlende Gebäudenischen geworden", erklärt der NABU.

 

In der Fahrradwerkstatt in Rethmar wurden die von Karl-Heinz Reinsch von der Flüchtlingshilfe und Henning Wiegels von den Naturfreunden professionell zugeschnittenen Bauteile für Höhlenbrüter- und Halbhöhlenbrüternistkästen an einem Nachmittag bei gutem Wetter zusammengeschraubt. Es fanden sich interessierte NABU-Mitglieder und viele Geflüchtete zusammen und machten sich nach kurzer Einweisung eifrig ans Werk. Besonders die vielen Kinder erlebten hautnah, dass praktischer Naturschutz vor der eigenen Haustür beginnen kann. Die Kohlmeise, eine der Vogelarten, die die Nistkästen nächstes Jahr für ihre Brut benutzen werden, lebt auch in der syrischen Heimat einiger Geflüchteter. Andere Vogelarten wie der Hausrotschwanz, die Blaumeise und Rotkehlchen sind in Teilen der Stadt noch häufig, aber die Grauschnäpper, die Halbhöhlennistkästen nutzen, seien selten zu sehen.

 

"Wer einmal einen Nistkasten gebaut und aufgehängt hat, wird erkennen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, kleiner Schritt ist. Die Bedrohung von Vögeln, Natur und Umwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernen nicht nur Kinder, dass Natur in Gärten, Wälder, Städte und Dörfer zurückgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt. Gerade Gartenfreunde können einiges dazu beitragen. Naturnahe Brutstätten finden Vögel überall dort, wo es im Garten ein wenig 'unordentlich' ist. Alte, morsche Bäume, abgestorbene Äste, Hecken, 'Wildnisecken' und der Verzicht auf Gift gehören bei einem lebendigen, naturnahen Garten dazu", erklärt der NABU.

 

Nach zwei Stunden voller Spass und Aktion waren die Nistkästen fertig, die am 7. Dezember auf dem gemeinsamen Stand der Flüchtlingshilfe und des NABU Sehnde auf dem Sehnder Weihnachtsmarkt gegen Spenden an die Bevölkerung abgegeben werden sollen.

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