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Burgdorf
Sonntag, 10.11.2019 - 22:22 Uhr

Antijudaismus in Bachs Matthäuspassion

Kantorei an St. Pankratius lädt zum Expertenvortrag mit Musikbeispielen ein

Dr. Lars Fischer.Aufn.:

BURGDORF

Die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach ist ein Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik. Der musikalische Bericht vom Leiden und Sterben Jesu nach dem Evangelium von Matthäus gehört mit der Johannes-Passion zu den einzigen beiden vollständig erhaltenden Passionswerken von Bach. Zugleich ist die Matthäus-Passion Bachs umfangreichstes Werk.

 

Die Burgdorfer St.-Pankratius-Kirchengemeinde wird das außergewöhnliche Werk am Sonntag, 15. März 2020, aufführen und lädt daher ein, sich im Rahmen einer Vortragsveranstaltung mit der Schattenseite der Passion zu beschäftigen. Denn neben großartiger Musik spiegelt das Werk auch eine zutiefst antijudaistische Theologie wider. Mit den Mitteln der Musik, von denen man annahm, sie könnten mehr erreichen als das bloß gesprochene Wort, sollte auch die judenfeindliche Theologie im Bewusstsein der Gemeindemitglieder in Leipzig zusätzlich verankert werden.

 

Wie schlägt sich dieses problematische Vermächtnis in der Matthäus-Passion konkret nieder, und wie können wir heute bewusst und verantwortlich mit ihm umgehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vortrag von Dr. Lars Fischer am 18. November 2019, 19 Uhr, in der St. Pankratius-Kirche, Spittaplatz 1 in Burgdorf. Fischers Vortrag wird mit Musikbeispielen durch die Burgdorfer Kantorei unter Leitung von Kantor Martin Burzeya ergänzt. Bernd Grußendorf begleitet die Kantorei am Klavier und Janno Scheller singt beispielhafte Bass-Solopartien.

 

Dr. Lars Fischer ist Honorary Research Associate am University College London (UCL) und Affiliated Professor an der University of Haifa. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit der Antisemitismusforschung, der Kritischen Theorie und dem möglichen Nutzen einer stärkeren Beachtung der Musik in der historischen Arbeit. Von 2002 bis 2016 lehrte er am UCL, King's College London und in Cambridge. Er war von 2010 bis 2012 Sekretär der British Association for Jewish Studies und gehörte von 2012 bis 2015 dem Vorstand der Royal Historical Society an. Seit 2017 lebt er als freiberuflicher Historiker in Berlin.

 

Veranstalter sind der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November, Burgdorf, die Kantorei der Burgdorfer St.-Pankratius-Kirchengemeinde sowie der Verein Begegnung – Christen und Juden. Niedersachsen e.V..

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