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Freitag, 25.10.2019 - 22:23 Uhr

Stiftungsforum der Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht

Afrika-Politik im Wandel: Gespräch mit Dr. Maria Flachsbarth (Staatssekretärin im BMZ) und Lena Bassermann (INKOTA); Moderation: Hannelore Köhler

SIEVERHAUSEN

Die Stiftung "Frieden ist ein Menschenrecht", die die Arbeit des Antikriegshauses Sievershausen unterstützt, veranstaltet einmal im Jahr ein Gesprächsforum unter der Überschrift "Anstiftung zum Frieden". In diesem Rahmen wird am kommenden Freitag, 1. November 2019, um 19:30 Uhr Hannelore Köhler aus dem Vorstand des Antikriegshauses mit Dr. Maria Flachsbarth vom BMZ und Lena Bassermann von INKOTA Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4A, über den notwendigen Wandel in der Afrika-Politik der Bundesregierung sprechen.

 

In den im März dieses Jahres verabschiedeten Afrika-politischen Leitlinien bekennt sich die Bundesregierun zu einem verstärkten Engagement in den Bereichen Konfliktlösung, Stabilisierung und Friedenssicherung auf dem großen Nachbarkontinent, einhergehend mit der Bekämpfung von Fluchtursachen und "illegaler" Migration. Im Ressourcenreichtum der afrikanischen Staaten, einer jungen Bevölkerung und einem wachsendem Mittelstand sieht sie die Basis für die Entstehung von dynamischen Märkten.

 

Hier zeichnet sich eine Wandlung des Verhältnisses zu Afrika ab, weg von postkolonialistischer Attitüde hin zu einer Kooperation auf Augenhöhe. Mit der Veranstaltung will die Stiftung "Frieden ist ein Menschenrecht" diese Politik auf Augenhöhe im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit kennenlernen. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Maria Flachsbarth - gleichzeitig eine der Stiftungsbotschafterinnen - wird über das Engagement des Ministeriums in Afrika informieren und ist auch bereit, mit den Gästen anschließend zu diskutieren.

 

Die Stiftung stellt sich vor, dass fairer Handel und Ernährungsfragen im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen, weil in Handelsfragen afrikanische Länder von der EU immer noch nicht gleichberechtigt behandelt würden und die Entwicklung der Landwirtschaft in Afrika entscheidend sei für viele weitere Fragen wie Hunger, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Klimawandel.

 

Als zweite Gesprächspartnerin wurde Lena Bassermann vom INKOTA-Netzwerk eingeladen, die dort im Team "Welternährung und Landwirtschaft" tätig ist und für eine agrarökologische Landwirtschaft als Modell der Zukunft eintritt. In der Agrarökologie werden Boden, Pflanzen und Tiere als ein gemeinsames Ökosystem verstanden, Biodiversität wird systematisch in den Anbau integriert. Nährstoffe können so erhalten und Böden geschont werden. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im globalen Süden nutzen seit Jahrzehnten Agrarökologie, um ihrer misslichen Lage - geprägt von Armut, wenig Land, wenig Wasser, Klimaextremen - zu entkommen. Obwohl sie selbst einen Großteil der weltweiten Nahrung produzieren, ist die Bevölkerung auf dem Land überdurch­schnittlich stark vom Hunger betroffen.

 

Es trifft sich, dass Dr. Maria Flachsbarth vor ihrer Arbeit im BMZ Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium war und mit dieser Thematik vertraut sein dürfte. Gerade bei landwirtschaftlichen Fragen könnte Deutschland unter der Voraussetzung der Kooperation "auf Augenhöhe" von dieser agrarökologischen Bewegung aus dem globalen Süden lernen und damit sowohl in der Entwicklungszusammenarbeit als auch in der Landwirtschaft einen Paradigmenwechsel einleiten.

 

Moderieren wird die Veranstaltung Hannelore Köhler vom Vorstand des Antikriegshauses.

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