Region Hannover
Dienstag, 22.10.2019 - 18:45 Uhr

Die Linke: "Wohnbauinitiative der Region ist ein Flop"

"Umsteuern dringend erforderlich, damit nennenswert preiswerter Wohnraum entsteht"

REGION

"Eigentlich sollte mit der Wohnbauinitiative der Region preiswerter Wohnraum vor allem in den Umlandkommunen geschaffen werden. Davon kann aber nach neuesten Zahlen für das vergangene Jahr keine Rede sein", urteilt der Linken-Fraktionsvize in der Regionsversammlung, Michael Fleischmann, in einer Pressemitteilung.

 

Danach fiel der Zuwachs an öffentlich geförderten Wohnungen "lächerlich gering aus", so Fleischmann. Neben Hannover (154 Sozialwohnungen) seien nur in Barsinghausen (12), Langenhagen (34) und in Lehrte (45) nennenswert Sozialwohnungen neu gebaut worden. "Eine neu errichtete Sozialwohnung in Uetze ist ein Witz. Alle anderen 17 Umlandkommunen haben das Wohnraumförderprogramm der Region für den Bau von preisgünstigem öffentlich gefördertem Wohnraum komplett ignoriert, also keine Sozialwohnungen gebaut. Noch schlechter fällt die Bilanz aus, wenn man jene Sozialwohnungen gegenrechnet, die zwischenzeitlich aus der Mietpreisbindung herausgefallen sind", bilanziert er.

 

Die Linksfraktion verlangt vor diesem Hintergrund, die Wohnbauinitiative der Region neu auszurichten. Um Mitnahmeeffekte zu verhindern, solle die Region laut linkem Antrag nur noch den Bau von Sozialwohnungen fördern. Bisher fließe auch Geld für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dadurch erhöhe sich zwar das Wohnungsangebot in den Städten und Gemeinden des hannoverschen Umlands. "Aber die damit verbundene erhoffte indirekte Mietpreisbremse verpufft, weil Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die jetzt bauen, nicht unbedingt auf eine sofortige Verwertung ihrer Investition angewiesen sind", sagt Michael Fleischmann. "Gleichzeitig sind aber die aus Hannover verdrängten Familien des unteren Mittelstands gezwungen, die neuen Wohnungen im Umland zum angebotenen Preis zu mieten."

 

Um das Angebot an preiswertem Wohnraum weiter zu erhöhen, fordert die Linksfraktion in ihrem Antrag in der Regionsversammlung, auch die Gründung und Ausweitung von Wohnungsbaugenossenschaften in den 20 Umlandkommunen zu fördern. "Wohnungsbaugenossenschaften schaffen und erhalten langfristig preisgünstigen Wohnraum, sind aber verglichen mit Hannover in den Umlandkommen deutlich unterrepräsentiert", muss Fleischmann feststellen.

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