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Lehrte
Montag, 21.10.2019 - 18:02 Uhr

Klimabilanz Lehrte: Die höchsten Emissionen verursacht die Autobahn

LEHRTE

"Alle reden vom Klimaschutz. Ich wollte es genauer wissen und fragte nach der CO2-Bilanz der Stadt Lehrte. Mit einem spannenden und komplexen Zahlenwerk hat die Regionsverwaltung auf meine Anfrage geantwortet", sagt Bernward Schlossarek, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion und Lehrter Abgeordneter.

 

Die Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Lehrte zeige ein eindeutiges Bild, so Schlossarek. Von den 484.000 Tonnen CO2-Emissionen verursacht der Verkehrsbereich 60 Prozent. Von diesen 60 Prozent verursacht der Straßenverkehr - durch den sehr hohen Autobahnanteil in Lehrte - mit 93 Prozent die höchsten Emissionen. Besonders auffallend ist hier der ausgesprochen hohe Lkw-Anteil. 20 Prozent der Emissionen entfallen auf die Haushalte und 10 Prozent auf gewerbliche Großverbraucher. Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt in der Stadt Lehrte 14 Prozent.

 

Innerhalb der Region Hannover liegt Lehrte bei den Treibhausgas-Emissionen mit 10,7 Tonnen CO2 pro Kopf - deutlich über dem Umlandschnitt von 7,1 Tonnen CO2 pro Kopf - auf Platz 19 von 21. Schlechter schneiden nur noch Wunstorf mit 11,7 und Sehnde mit 13,7 Tonnen CO2 pro Kopf ab.

 

"Zur Erreichung der Klimaschutzziele auf kommunaler Ebene besteht weiterer Handlungsbedarf. Klar ist aber auch, dies zeigt das Beispiel Lehrte sehr gut, dass die entscheidenden Bereiche des Klimaschutzes auf Bundesebene zu finden sind. Im Verhältnis zum Bund ist unser Hebel in Sachen Klimaschutz klein. Unser Klimaschutzantrag ist ein richtiger Schritt. Wir beschließen hier nur Dinge in unserer Zuständigkeit. Zu unseren Maßnahmen gehört unter anderem der Moorschutz, die Förderung von Ladesäulen für E-Autos und ein Konzept für den Waldbau", erklärt Schlossarek.

 

Die Bilanzergebnisse von einzelnen Kommunen werden durch Gegebenheiten bestimmt, auf die eine einzelne Kommune zum größten Teil keinen Einfluss hat, wie beispielsweise: der Verlauf einer Autobahn, die Lage eines Flughafens, die Flächenverfügbarkeit für Windkraft oder der Standort energieintensiver Großunternehmen. "Das muss allen klar sein, wenn sie über Klimaschutz auf kommunaler Ebene sprechen. Eine Vergleichbarkeit von CO2-Bilanzierungen der Städte untereinander ist so nur sehr schwer möglich", so Schlossarek abschließend.

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