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Uetze
Sonntag, 29.09.2019 - 19:14 Uhr

Bürgerinitiativen zur Kalihaldenabdeckung: "Keinesfalls ist schon irgendetwas verloren"

WATHLINGEN

"Aus Gesprächen wissen die Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen, dass der kürzlich begonnene Bau der Recycling- oder Brechanlage für die geplante Kalihaldenabdeckung vielen Menschen in Hänigsen, Wathlingen und Nienhagen Angst macht", sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Umwelt Uetze, Wolfgang Tannenberg. "Die Anwohner der Durchgangsstraßen, besonders aber die Anwohner der L311 bekommen gerade einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten 20 bis 30 Jahren an Lkw-Verkehr, Staub und Lärm auf die Dörfer zukommt, wenn die Pläne von K+S umgesetzt werden sollten. Aus unserer Sicht auf jeden Fall ein Grund, für eine Verhinderung der Deponie zu kämpfen, aber kein Grund, in Panik zu geraten oder den Kopf in den Sand zu stecken", so Tannenberg weiter. "Keinesfalls ist schon irgendetwas verloren."

 

Die BIs weisen darauf hin, dass die Genehmigung des vorzeitigen Baus der Brechanlage unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Gesamtvorhabens steht und vorläufig ist.

 

"Von verspäteten und abenteuerlichen Lenkungsvorschlägen für den Lkw-Verkehr, wie von manchen Kommunalpolitikern ins Spiel gebracht, halten wir in dieser Situation nicht viel", erklärt Georg Beu von der BI Umwelt Uetze. "Glaubt jemand im Ernst, dass ein Konzern mit Profitinteresse an einer äußerst lukrativen Deponie, das Landesbergamt und die Landesregierung im Rücken, gerade in den Besitz einer Genehmigung für den vorzeitigen Bau der Brechanlage gekommen und schon dabei, Millionen zu verbauen, sich durch solche unrealistischen Verkehrslenkungsempfehlungen beeinflussen oder gar von seinem Vorhaben abhalten lässt? Den Erörterungsterminen und neuerdings der Homepage der Gemeinde Uetze ist zu entnehmen, dass K+S in dem Verkehrsgutachten das vorhandene Straßennetz im zu erwarteten Umfang für verträglich und für den zukünftig viel stärkeren Verkehr zur Deponie für ausreichend hält", gibt er weiter zu bedenken.

 

Die BIs wollen sich lieber weiter auf eine Klage vorbereiten. "Wir haben einen Rechtsanwalt, einen Geologen und - anders als die Gemeinden - (über den Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU)) das volle Klagerecht", so Tannenberg.

 

Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es bisher keine Lösung für die Lkw-Verkehrslawine quer durch die Dörfer - entlang von Wohnhäusern, Dorftreffs und Schulwegen, gibt. "Von der Belastung durch giftige Stäube, vermutlich auch strahlende von AKW-Abrissmaterial, bei der Abdeckung und den zukünftigen katastrophalen Umweltauswirkungen für Grundwasser und Boden ganz zu schweigen."

 

"Dagegen helfen keine kurzfristigen Umleitungen oder Wassersprengen, sondern nur die Verhinderung der Deponie. Die gehört an keinen Ort ohne ausreichende Verkehrsanbindung und keinesfalls in die Nähe eines Wohngebietes", fügt Beu hinzu.

 

Beide bekräftigen, dass die BIs sich durch die Unbeweglichkeit der Landesregierung, die offensichtliche Rückendeckung des Landesbergamtes und die Rücksichtslosigkeit von K+S nicht beeindrucken lässt. "Von einer Klage gegen die vorzeitige Errichtung der Brechanlage hat unser Rechtsanwalt abgeraten. Wenn die eigentliche Genehmigung für die Haldenabdeckung kommt, werden wir - mit der Hilfe unserer Mitglieder und mit der Unterstützung engagierter Bürger - auf jeden Fall klagen."

 

Beide bleiben im Übrigen dabei: "Das wirksamste Mittel der Gemeinde Wathlingen für die Verhinderung der Haldendeponie sind die Grundstücke rund um die Kalihalde." Für Tannenberg und Beu ist nicht nachvollziehbar, was die Mehrheit im Gemeinderat hindert, diese Grundstücke, wie sogar von der Rechtsanwältin der Gemeinde Wathlingen befürwortet, jetzt endgültig zu verweigern.

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