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Burgdorf
Sonntag, 08.09.2019 - 16:33 Uhr

Mit einem Ruck bewegt sich der Kirchenkreis Burgdorf "vom Walzer zum Quickstep"

Die Kirchenbewegten bewegen die Kirche (von links): Kevin Fischer, Wilhelm Busch und Sabine Preuschoff, Riika Hinkelmann und Ann-Marie Reimann.Aufn.: Georg Bosse

ALTKREIS

Einen Tag vor Ende der diesjährigen "Woche der Diakonie" (1. bis 8. September) hat der Kirchenkreis Burgdorf seine zweitägige "Zukunftswerkstatt" zur künftigen Arbeit in den evangelisch-lutherischen Gemeinden des Kirchenkreises beendet. Ganz am Ende der Veranstaltung stand am gestrigen Sonnabend, 7. September 2019, ein Pressegespräch in den Tagungsräumlichkeiten des Burgdorfer Tanzstudios B5 an der Braunschweiger Straße.

 

Zur Stimmung und Atmosphäre während der Beratungen mit den etwa 120 Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Kirchenkreis sowie mit Personen des öffentlichen Lebens sagte Kirchenkreisjugendwartin Ann-Marie Reimann: "Mit den erörterten zukunftsorientierten Ansätzen bewegt sich Kirche vom Walzer zum Quickstep." Zu den Ansätzen gehören nach Worten von Superintendentin Sabine Preuschoff auch kleine Arbeitsgruppen (AG), die Gedanken und Ideen zusammentragen sollen, um bis Ende 2020 ein konkretes (Zukunfts-)Konzept vorstellen zu können. Damit sollen Fragen wie beispielsweise "In welcher Form kann Kirche mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen?", "Wie kann Kirche dem Fachkräftemangel entgegentreten?" oder "Wie können die Gemeinden im Kirchenkreis in Balance gehalten werden?" beantwortet werden. Kirche müsse sich bewegen und sich auf die veränderten Realitäten einstellen, so Sabine Preuschoff. Kirchenkreisvorstandsmitglied und Kirchenvorstandsvorsitzender der Matthäus-Gemeinde in Lehrte, Wilhelm Busch, brachte es auf den Punkt: "Nach gründlicher Beleuchtung des Ist-Zustandes muss ein Ruck durch unsere Kirche gehen, denn wir stehen vor großen Herausforderungen. Wir müssen mit aktivem Anpacken die Veränderungen bestimmen und uns nicht von den Veränderungen bestimmen lassen."

 

Da sieht sich Kevin Fischer aus Ahlten nun auf einem guten Weg. Er sei glücklich, so viele nette Menschen kennengelernt zu haben und mit ihnen ins Gespräch gekommen zu sein: "Ich habe mich als Jugendlicher wahrgenommen gefühlt und bin froh, dass die Arbeit jetzt in den AGs weitergeht." Es sei schön gewesen zu beobachten, wie die Generationen ins Gespräch gekommen seien, bestätigte Riika Hinkelmann (Neustadt), Gemeindeberaterin der Landeskirche Hannover.

 

Der Anfang ist gemacht. Nun müssen die AGs Vorschläge und Vorstellungen unter anderem zu den Themenbereichen "Jugendarbeit", "Gebäude" und "Gottesdienstgestaltung" in ein zukunftsfähiges Konzept für die insgesamt 49.000 Kirchenmitglieder im Kirchenkreis Burgdorf gießen. "Durch Sterbefälle und Austritte verliert der Kirchenkreis jedes Jahr rund 1000 Mitglieder. Eine Zahl, die von den Taufen nicht vollständig kompensiert werden kann", beschrieb die Superintendentin einen "eckigen" Sachverhalt, der mit Blick auf die derzeitige Situation im Rahmen der Zukunftswerkstatt auch zur Sprache kam.

 

Zum Schluss musste niemand seinen Heimweg mit leeren Händen antreten. Alle bekamen eine Tüte mit "Kirche in Nudelform" und einen von Sabine Preuschoff gespendeten Segen für ihren Weg zurück in die Gemeinden im Kirchenkreis Burgdorf.

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